Das müssen Sie nicht sehen
Nur wenn Sie wollen: “Sacha”/Arte
Hat dieser rechte “Kabarettist”, der Femizide verniedlichte, zu viel davon gesehen? Léa Fazer (Buch&Regie), Nicole Castioni, Flavien Rochette, Mathilde Henzelin (alle Buch): “Sacha – In Genf wird Anne unter dem dringenden Tatverdacht verhaftet, auf einen Mann geschossen zu haben. Der Fall ist heikel, denn sie ist Staatsanwältin und dem Opfer eilt in der Genfer Unterwelt ein Ruf voraus. Um einen Interessenkonflikt zu vermeiden, übernimmt die junge Staatsanwältin Carla den Fall. – Neueste Serie (2021) der Schweizer Regisseurin und Drehbuchautorin Léa Fazer”. 6 x gut 50 min. Verfügbar bis 14.8.
Ich war nach dem Bingewatching erschöpft. Die toxischen Männer geben mir mittlerweile “den Rest”. Will ich sie noch sehen? Von Wollen kann keine Rede sein. An der gesellschaftlichen Relevanz und Verwerflichkeit des Sujets besteht kein Zweifel. Einerseits ist es gut, wenn dieser Anblick die Zuschauer*innen quält. Aber wie lange bleiben sie dran? “Sacha” bietet den Bedürfnissen des Zuschauers keine Befriedigung. Kaum Action, kaum gerechte Bestrafung. Das Happyend “Liebe & Poesie” ist arg gewollt hinten angeflanscht. In den knapp sechs Stunden zuvor wurde das allenfalls im Verhältnis Mutter (sehr stark: Sophie Broustal) -Tochter(Estelle Bridet) glaubwürdig – und im übrigen sehr politisch – erzählt.
Eher märchenhaft: der psychologische Emanzipationsakt im TV-Studio. Ich unterstelle: ein schöner Traum der Macherinnen.
Was ist das Positive? Das Quälende ist der Realismus. Der rote Faden sind die toxischen Männer. Wie viele es sind, tut nichts zur Sache. Jeder ist zu viel.