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#systemischesdenken — Public Fediverse posts

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  1. … von Zuständigkeiten statt Gefühlen, Gedenktagen statt Aufarbeitung und der Frage, ob Demokratie noch Neupatienten aufnimmt …

    Und vielleicht von der Frage, ob meine Texte tatsächlich immer länger werden.

    Ein Essay:

    „Deutschland braucht einen Therapieplatz“ habe ich die Tage irgendwo gelesen und kicherte spontan:

    „Aber sowas von.“

    Also entstand daraus folgender Text:

    Deutschland braucht einen Therapieplatz.

    Dringend.

    Nicht so einen für acht probatorische oder probiotische Sitzungen, drei Atemübungen und ein laminiertes Arbeitsblatt mit der Überschrift:

    „Meine persönlichen Kraftquellen.“

    Deutschland braucht Langzeittherapie, Bro.

    Tiefenpsychologisch fundiert. Traumatherapeutisch begleitet. Systemisch aufgestellt. Mit Familienbrett und Familienbett, Genogramm und einer Therapeutin, die sehr gut darin ist, Schweigen auszuhalten.

    Außerdem braucht es eine freundliche Person am Empfang, die bei jedem Anruf ruhig erklärt:

    „Nein, Herr Deutschland, Sie können Ihre Kindheit nicht einfach abhaken, nur weil Sie inzwischen eine funktionierende Einbauküche besitzen.“

    Die Symptome sind schließlich kaum zu übersehen.

    Ungelöste Konflikte. Autonome Komplexe. Unreife Abwehrmechanismen. Zerrüttete interne Familiensysteme. Scham. Schuld. German Angst.

    Dazu eine schwer behandelbare Form emotionaler Vermeidung, bei der jedes existenzielle Problem zunächst in einen Verwaltungsvorgang umgewandelt wird.

    Andere Länder haben Gefühle.

    Deutschland hat Zuständigkeiten.

    Andere Länder verzweifeln.

    Deutschland richtet einen interministeriellen Arbeitskreis ein, der bis zum Ende der Legislaturperiode prüft, ob Verzweiflung künftig als förderfähige psychosoziale Sonderlage anerkannt werden kann.

    Vorausgesetzt, das Formular wurde korrekt ausgefüllt.

    Bitte nur in Druckbuchstaben.

    Deutschland nimmt Platz

    Deutschland sitzt also auf der Couch.

    Die Arme verschränkt. Das Kinn leicht angehoben. Den Blick immer wieder auf die Uhr gerichtet. Das rechte Bein wippt, unbewusst, aber merklich, auf und ab.

    Staubpartikel tanzen unbemerkt im einfallenden Sonnenlicht.

    Deutschland atmet scharf ein.

    „Eigentlich weiß ich gar nicht, warum ich hier bin.“

    Die Therapeutin blättert durch die Akte.

    Zwei Weltkriege. Nationalsozialismus. Holocaust. Teilung. Wiedervereinigung. Militarismus. Autoritäre Erziehungstraditionen. Ausgeprägter Hang zum Patriarchat. Gehorsam. Leistungskult. Kollektives Schweigen. Rassismus. Ost-West-Verletzungen. Ein gespaltenes Verhältnis zu nachhaltiger Freude, Gesundheit und Mitgefühl. Ein bis heute emotional auffälliges Verhältnis zu Automobilen.

    „Ihre Freunde machen sich Sorgen.“

    Deutschland richtet sich auf.

    „Wer genau?“

    „Europa.“

    „Europa ist selbst nicht stabil.“

    Das ist korrekt.

    Das ist allerdings auch eine der ältesten Abwehrstrategien der Welt.

    Wenn jemand sagt: „Ich mache mir Sorgen um dich“, und du antwortest: „Du hast selber eine hässliche Frisur“, bist du therapeutisch noch nicht vollständig auf dem Weg zur Selbstverantwortung angekommen.

    Deutschland möchte ohnehin nicht über seine Vergangenheit sprechen.

    Deutschland möchte aus seiner Vergangenheit gelernt haben.

    Das klingt ähnlich, ist aber etwas völlig anderes.

    Über etwas zu sprechen bedeutet, es anzuschauen. Nicht nur die historischen Daten, sondern auch die Gefühle, die Verstrickungen, die Scham, die Schuld und die Kontinuitäten. Die alten Muster in neuen Begriffen, neuen Uniformen und neu gestalteten Parteiprogrammen.

    Aus etwas gelernt zu haben bedeutet dagegen in Deutschland häufig, dass man einen Gedenktag eingerichtet hat.

    Einmal im Jahr stehen dann wichtige Politiker im Beisein ebenso wichtiger Presse mit ernsten Gesichtern vor Kränzen, sagen „Nie wieder“ und gehen anschließend zurück in ihre Büros, um zu diskutieren, welche Menschen man an den europäischen Außengrenzen besser davon abhalten könnte, überhaupt bis hierher zu gelangen.

    So schnell kann ein historisches Versprechen an einer Zuständigkeitsfrage scheitern.

    Das Verdrängte kommt wieder

    Ich würde C. G. Jung in den Raum einladen.

    Nicht, weil ich glaube, ein Schweizer Tiefenpsychologe mit einer lustigen Pfeife könne dieses Land an einem verlängerten Wochenende innerlich aufräumen.

    Aber Jung war überzeugt:

    Was verdrängt wird, verschwindet nicht.

    Es wirft Schatten.

    Es wirkt weiter. In Sprache, Institutionen, Körpern, Familien und politischen Sehnsüchten. In der plötzlichen Erleichterung, endlich wieder hart sein zu dürfen.

    Eine Gesellschaft kann sich für aufgeklärt halten und trotzdem von unbewussten Kräften gesteuert werden.

    Sie kann Denkmäler bauen und gleichzeitig Menschen entmenschlichen.

    Sie kann „Nie wieder“ sagen und dennoch bei jedem neuen „Die gehören nicht zu uns“ kurz prüfen, ob man damit vielleicht nicht doch Wahlen gewinnen könnte.

    „Deutschland hat seinen Schatten nicht vollständig integriert“, würde die spirituelle Beraterin Esther Shamina Baumwipfel sagen.

    Schattenarbeit nennt man das heute.

    Aber irgendwie, ja: Deutschland hat seinen Schatten in den Keller getragen, eine Brandschutztürmauer davorgezogen und ein Schild aufgehängt:

    „Zutritt nur für autorisiertes Personal.“

    Links und rechts der Tür befinden sich kleine Überwachungskameras. Die darüber hängende Neonröhre flackert und summt nervös.

    Leider hält sich der Schatten nicht an deutsche Sicherheitsbestimmungen.

    Wer hätte damit gerechnet?

    Deutschland ist ein Land mit fundamentalen Abwehrmechanismen

    Psychologisch betrachtet besitzt Deutschland ein beeindruckendes Repertoire an Abwehr.

    Zwar nicht militärisch.

    „ABER DAS ÄNDERN WIR JETZT!!!“

    Ja, Volker. Machen wir. YEAH!

    Nein, psychologisch.

    Da wäre zunächst die Verdrängung.

    Rechtsextremismus existiert in Deutschland grundsätzlich erst dann zweifelsfrei, wenn jemand mit Springerstiefeln, Glatze, einer brennenden Fackel und einem laminierten Rechtsextremistenausweis vor dem Reichstag steht.

    Vorher handelt es sich um Protest. Um Frust. Um Sorgen. Um Menschen, die sich nicht mehr gehört fühlen.

    Jaaaa – was erschreckend oft sogar stimmt.

    Manchmal aber halt eben auch überhaupt nicht.

    Interessant ist dabei, dass diejenigen, vor denen andere Angst haben müssen, regelmäßig besonders viel gesellschaftliches Verständnis erhalten.

    Während diejenigen, die Angst vor ihnen haben, gern gebeten werden, die Debatte nicht unnötig zu emotionalisieren.

    Dann gibt es die Projektion.

    Was man an sich selbst nicht ertragen kann, schreibt man anderen zu.

    Man selbst ist nicht rassistisch. Die anderen integrieren sich nur falsch.

    Man selbst hat kein Problem mit Armut. Die Armen sind bloß nicht eigenverantwortlich genug.

    Man selbst fürchtet sich nicht vor Veränderung. Die Klimabewegung, Feministinnen, Migranten, queere Menschen, junge Leute, Arbeitslose, Radfahrer und Menschen mit Wärmepumpen sind einfach gleichzeitig zu linksradikal geworden.

    Das kann natürlich passieren.

    Wenn aber plötzlich sämtliche gesellschaftlichen Gruppen um einen herum das eigentliche Problem darstellen, könnte man kurz prüfen, ob sich vielleicht doch ein Anteil des Problems im eigenen Wohnzimmer befindet.

    Deutschland prüft das nicht.

    Deutschland verschärft das Strafrecht.

    Dann wäre da noch die Rationalisierung.

    Wir kürzen nicht bei Armen, weil uns Arme egal sind.

    Wir setzen Anreize.

    Wir lassen Menschen an Grenzen nicht leiden, weil wir ihr Leid für politisch verkraftbar halten.

    Wir schützen die Akzeptanz des Asylsystems.

    Wir verhindern Klimaschutz nicht, weil mächtige Lobbyisten aus eigenem Interesse seit Jahrzehnten jede Veränderung bekämpfen.

    Wir bewahren Technologieoffenheit.

    Wir retten Konzerne nicht vor den Folgen eigener Fehlentscheidungen.

    Wir sichern Arbeitsplätze.

    Mit dem richtigen Begriff klingt selbst institutionalisierte Verantwortungslosigkeit wie ein innovativer Lösungsansatz.

    Deutschland besitzt dafür offenbar ein hervorragend gewartetes Etikettiergerät.

    Ich mag dieses Wort.

    Etikettiergerät.

    Ich mag Sprache so, so gerne!

    Das ist die große Stärke aktueller deutscher Politik:

    Sie kann dir das Bein wegziehen und gleichzeitig erklären, dies diene der Aktivierung deiner unteren Extremitäten.

    Dann wäre da das Familiensystem Deutschland

    Systemisch betrachtet ist Deutschland eine zerrüttete Großfamilie, die weiterhin gemeinsam Weihnachten feiert, weil niemand den Mut hat, die Familiengruppe bei WhatsApp zu verlassen.

    Der Westen sitzt am Kopfende und erklärt, wie Demokratie funktioniert.

    Der Osten sitzt daneben und hört seit 1990, er müsse sich nun wirklich etwas mehr anstrengen, demokratisch aufzuholen.

    Die reichen Bundesländer räumen demonstrativ die Spülmaschine ein und erwähnen währenddessen mehrfach, wer den Länderfinanzausgleich bezahlt.

    Bayern hat sein eigenes Bier mitgebracht und behauptet, ohne Bayern hätte die Familie weder Tradition noch Zukunft.

    Berlin hat kein Geld, aber ein Konzept.

    Das Ruhrgebiet erzählt von früher.

    Und irgendwo versucht Schleswig-Holstein seit zwei Stunden, etwas über Windenergie zu sagen, aber niemand hört zu, weil Nordrhein-Westfalen gerade eine weitere Autobahnspur plant.

    Dazwischen sitzen die Kinder dieser Familie.

    Menschen mit Migrationsgeschichte, die teilweise seit Generationen dazugehören und trotzdem bei jeder Gelegenheit gefragt werden, wo sie eigentlich wirklich herkommen.

    Junge Menschen, denen man einen beschädigten Planeten, kaputte Schulen, unbezahlbare Wohnungen und eine brüchige soziale Infrastruktur übergibt.

    Danach erklärt man ihnen, sie seien nicht belastbar genug.

    Auch die Armen sitzen mit am Tisch.

    Über sie wird viel gesprochen.

    Mit ihnen eher selten.

    Meistens wird festgestellt, was ihnen fehlt: Bildung, Disziplin, Motivation, Eigenverantwortung.

    Nie fehlen Strukturen.

    Strukturen sind in Deutschland grundsätzlich unschuldig.

    Man kann sie nicht sanktionieren.

    Sie haben keinen Briefkasten.

    Scham ist keine Verantwortung

    Deutschland verwechselt bis heute Scham und Schuld.

    Schuld sagt:

    Ich habe etwas getan. Ich muss Verantwortung übernehmen.

    Scham sagt:

    Mit mir stimmt grundsätzlich etwas nicht. Ich darf nicht gesehen werden.

    Schuld kann zu Handlung führen.

    Scham führt häufig zu Abwehr. Zu Schweigen, Aggression, moralischer Selbstinszenierung oder dem dringenden Wunsch, jetzt müsse aber auch mal Schluss sein.

    Deutschland pendelt zuverlässig zwischen zwei Positionen:

    „Wir sind für immer das schlimmste Land der Welt! Holt mich hier raus! Ich wandere aus! Ich geh hier weg! Nirgendwo sonst ist es so schlimm wie hier.“

    Und:

    „Jetzt muss man die Vergangenheit auch irgendwann ruhen lassen.“

    Beides verhindert Reife.

    Die reife Position wäre komplizierter.

    Sie würde sagen:

    Ja, dieses Land hat unermessliche Verbrechen begangen.

    Ja, in diesem Land ist gerade so einiges fett am Kochen.

    Ja, daraus entsteht Verantwortung.

    Nein, Verantwortung bedeutet nicht ewige Selbstverachtung.

    Und nein, Verantwortung ist nicht erledigt, nur weil man in der neunten Klasse ein Referat über Anne Frank gehalten und später einmal eine Stolpersteinführung besucht hat.

    Eine erwachsene Gesellschaft könnte ihre Geschichte tragen, ohne sich selbst darin aufzulösen und ohne sie zu verleugnen.

    Sie könnte sagen:

    Das war Teil von uns.

    Es wirkt bis heute.

    Und gerade deshalb schauen wir genau hin, wenn Menschen erneut entmenschlicht, markiert, entrechtet und aus dem Kreis des Mitgefühls gedrängt werden.

    Sie könnte das sagen.

    Stattdessen diskutieren wir darüber, ob man Rechtsextreme vielleicht dadurch schwächen könne, dass man ihre Forderungen übernimmt, aber in einer seriöseren Schriftart veröffentlicht.

    Therapeutisch nennt man das vermutlich nicht Aufarbeitung.

    Eher Identifikation mit dem Aggressor bei gleichzeitigem Sonntagsinterview.

    German Angst

    Und dann wäre da natürlich die German Angst.

    Diese nationale Spezialität, bei der jede Veränderung gleichzeitig völlig überstürzt und seit drei Jahrzehnten überfällig ist.

    Deutschland hat Angst vor Kontrollverlust.

    Das ist historisch nicht schwer zu verstehen.

    Bedauerlicherweise hat dieses Land daraus nicht gelernt, Kontrolle kritisch zu betrachten.

    Es hat gelernt, sie effizienter zu organisieren.

    Wir kontrollieren Arbeitslose, Geflüchtete, Kinder, Lehrer, Pflegekräfte, Bürgergeldempfänger, Krankmeldungen, Gartenhecken und Abfalltrennung.

    Bei Vermögen, Erbschaften, Steuervermeidung und Lobbyismus setzt Deutschland dagegen stärker auf Eigenverantwortung.

    Man darf Menschen schließlich nicht unter Generalverdacht stellen.

    Jedenfalls keine Menschen mit Vermögensberater.

    German Angst ist auch deshalb so wirkungsvoll, weil sie sich gern als Vernunft verkleidet.

    Sie trägt Jackett.

    Sie besitzt Diagramme.

    Sie sagt nicht:

    „Ich habe Angst.“

    Sie sagt:

    „Das ist leider nicht realistisch.“

    „Dafür fehlen uns die Kapazitäten.“

    „Das können wir den Menschen nicht zumuten.“

    Mit „den Menschen“ sind dabei meistens diejenigen gemeint, denen man bereits seit Jahrzehnten besonders wenig zumuten möchte.

    German Angst fürchtet den Abstieg, die Fremden, die Zukunft, Russland, Amerika, zu viel Staat, zu wenig Staat, die Wärmepumpe und die vage Möglichkeit, dass irgendjemand irgendwann das Schnitzel verbieten könnte.

    Niemand weiß, wer diese Person ist.

    Niemand weiß, über welche schnitzelrechtlichen Kompetenzen sie verfügt.

    Aber man sollte frühzeitig wachsam bleiben.

    Das falsche Selbst eines funktionierenden Landes

    Ich würde Erich Fromm anrufen.

    Fromm wusste, dass ganze Gesellschaften pathologisch sein können. Dass Normalität kein Beweis für Gesundheit ist. Dass ein Mensch perfekt angepasst und trotzdem innerlich zerstört sein kann.

    Vielleicht sogar gerade deshalb.

    Wer in einer verrückten Ordnung tadellos funktioniert, ist nicht automatisch vernünftig.

    Er ist möglicherweise nur sehr zuverlässig.

    Deutschland ist hervorragend im Funktionieren.

    Es baut Maschinen, optimiert Prozesse und erstellt Berichte über Berichte, in denen geprüft wird, ob die Berichterstattung künftig effizienter dokumentiert werden kann.

    Es hält Funktionalität für Gesundheit.

    Pünktlichkeit für Charakter.

    Leistung für Wert.

    Und Erschöpfung für einen individuellen Mangel an Resilienz.

    Wer zusammenbricht, hat sich offenbar nicht gut genug selbst optimiert.

    Das System selbst bleibt selbstverständlich gesund.

    Es hat schließlich ein betriebliches Gesundheitsmanagement.

    Ein kranker Mensch in einem kranken System gilt als behandlungsbedürftig.

    Ein angepasster Mensch in einem kranken System wird befördert.

    Vielleicht liegt die eigentliche Krise deshalb nicht nur darin, dass dieses Land an manchen Stellen schlecht funktioniert.

    Vielleicht funktioniert es an vielen Stellen erschreckend gut – nur für etwas, das längst kein lebenswertes Gemeinwesen mehr ergibt.

    Wir sprechen von Gesellschaft, als wäre sie eine Maschine.

    Sie soll funktionieren. Wachsen. Leisten. Wettbewerbsfähig sein.

    Aber eine Gesellschaft ist keine Maschine.

    Sie ist ein Beziehungsgeflecht.

    Ein verletzliches, widersprüchliches Gewebe aus Erinnerungen, Hoffnungen, Körpern, Erzählungen, Bedürfnissen und Macht.

    Wenn genügend Fäden reißen, hilft es nicht, das Bruttoinlandsprodukt neu zu lackieren.

    Dann zerfällt das Muster.

    Die Banalität der Zuständigkeit

    Ich würde Hannah Arendt rufen.

    Sie könnte uns erneut erklären, dass das Böse nicht immer brüllt.

    Es trägt nicht immer Uniform.

    Es sieht nicht immer aus wie ein Monster.

    Manchmal trägt es ein Hemd, sitzt in einem Büro und erklärt, es habe lediglich Vorschriften umgesetzt.

    Manchmal sagt es:

    „Dafür bin ich nicht zuständig.“

    Dieser Satz gehört zu den mächtigsten Sätzen der deutschen Sprache.

    Er schafft Distanz zwischen Handlung und Verantwortung.

    Niemand entscheidet.

    Alle bearbeiten.

    Niemand ist verantwortlich.

    Alle haben ihre Aufgabe erfüllt.

    Das Leid entsteht dann scheinbar von selbst.

    Wie Schimmel.

    Oder ein Softwarefehler.

    Möglicherweise ist Bürokratie deshalb nicht nur eine Verwaltungsform.

    Sie ist auch ein emotionales Schutzsystem.

    Sie erlaubt es Menschen, an Vorgängen mitzuwirken, ohne sich als Teil ihrer Folgen erleben zu müssen.

    Das Formular kennt keine Schuld.

    Nur fehlende Anlagen.

    Wen wir noch brauchen

    Ich würde bell hooks rufen.

    Damit Liebe endlich aufhört, als sentimentaler Privatkram behandelt zu werden.

    Liebe ist keine Duftkerze.

    Liebe ist keine Wohlfühltechnik für Menschen mit Yogamatte.

    Liebe ist eine politische Praxis.

    Sie zeigt sich darin, welche Leben wir schützen, wem wir zuhören, wer dazugehören darf und wessen Schmerz wir für zumutbar erklären, weil die Alternative unsere Bequemlichkeit stören würde.

    Und natürlich würde ich Hartmut Rosa rufen.

    Seine Resonanzthese wohnt ohnehin längst irgendwo in mir.

    Er könnte uns erklären, weshalb wir immer schneller werden und trotzdem nirgends mehr ankommen.

    Warum wir uns die Welt verfügbar machen und dabei die Beziehung zu ihr verlieren.

    Warum ein Land wirtschaftlich wachsen kann, während seine Menschen innerlich vertrocknen.

    Warum wir alles erreichen und uns nichts mehr erreicht.

    Und ich würde Albert Camus rufen.

    Gegen den Zynismus.

    Denn Zynismus ist oft nur verletzter Idealismus, der sich eine Lederjacke angezogen hat und nun behauptet, ihm sei alles egal.

    Zynismus schützt vor Enttäuschung.

    Aber er baut nichts.

    Er webt keinen einzigen gerissenen Faden zurück.

    Er steht nur daneben und erklärt, dass Stoff ohnehin eine bürgerliche Illusion sei.

    Und dann brauchen wir die Dichter.

    Nicht unbedingt als vollständige Leseliste mit Bildungsnachweis.

    Sondern als Menschen, die Sprache nicht benutzen, um Wirklichkeit zu verwalten, sondern um sie wieder fühlbar zu machen.

    Wir brauchen sie, weil eine Gesellschaft, die nur noch in Kennzahlen, Sicherheitslagen, Belastungsgrenzen, Standortfaktoren und Migrationsbewegungen spricht, irgendwann keine Menschen mehr erkennt.

    Sie sieht Fälle.

    Kosten.

    Risiken.

    Quoten.

    Kapazitäten.

    Aber keine Gesichter.

    Sprache kann Wirklichkeit öffnen.

    Sie kann sie aber auch versiegeln.

    Ein Mensch wird zur „illegalen Migration“.

    Ein Kind wird zum „Förderfall“.

    Ein Arbeitsloser wird zum „Leistungsbezieher“.

    Ein Toter wird zum „Kollateralschaden“.

    Und plötzlich ist alles korrekt bezeichnet.

    Nur nichts mehr lebendig.

    Ich vermisse das beseelte Gemeinwesen

    Wir brauchen große Geister.

    Keine der üblichen großen Gestalten, die auf Bühnen stehen und verkünden, sie allein könnten wieder Ordnung schaffen.

    Von denen hatten und haben wir genug.

    Wir brauchen Menschen mit einem Blick fürs Ganze.

    Dichter. Antizyniker. Unangepasste. Menschen, die Komplexität nicht als Schwäche empfinden.

    Menschen, die Widersprüche aushalten können, ohne sofort einen Feind daraus zu bauen.

    Menschen, die verstehen, dass Vernunft ohne Mitgefühl kalt wird.

    Und Mitgefühl ohne Haltung wirkungslos.

    Menschen, die die gelösten Fäden des Seins aufnehmen und beginnen, sie zurückzuweben.

    Nicht zur alten Ordnung.

    Die war für viele nie lebenswert.

    Sondern zu einer Materie, die wieder kohärent wird.

    Lebendig.

    Bewohnbar.

    Beseelt.

    Was ist also der Therapieauftrag?

    Die Frage jeder Therapie lautet irgendwann:

    Was soll sich verändern?

    Deutschland würde vermutlich antworten:

    „Die anderen.“

    Die Therapeutin würde schweigen.

    Deutschland würde unruhig.

    „Ist das jetzt diese Gesprächstechnik?“

    Ja.

    Denn vielleicht müsste dieses Land lernen, nicht jeden Schmerz sofort zu relativieren, zu lösen, abzuwehren oder in eine Talkshow zu verwandeln.

    Vielleicht müsste es lernen, Ambivalenz auszuhalten.

    Dass Wohlstand und Ausbeutung nebeneinander existieren können.

    Demokratie und autoritäre Sehnsucht.

    Erinnerungskultur und Rassismus.

    Fortschritt und Regression.

    Mitgefühl und Überforderung.

    Vielleicht müssten wir aufhören, jede Veränderung als Angriff auf unsere Identität zu erleben.

    Ein Tempolimit ist keine Kastration.

    Eine Wärmepumpe ist keine kommunistische Umerziehungsmaßnahme.

    Ein Pronomen ist nicht der Untergang des Abendlandes.

    Und ein Mensch, der Hilfe braucht, hat nicht automatisch einen moralischen Defekt.

    Vielleicht müssten wir neu lernen, was Stärke bedeutet.

    Stärke heißt nicht, nichts zu fühlen.

    Grenzen sind nicht dasselbe wie Mauern.

    Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass wir immer mehr Menschen zu Bedrohungen erklären.

    Und Verantwortung ist kein Zustand, den man irgendwann erreicht und dann besitzt.

    Verantwortung ist eine Praxis.

    Wie Demokratie.

    Wie Liebe.

    Erwachsen ist keine Gesellschaft ein für alle Mal.

    Sie muss es immer wieder werden.

    Die Diagnose

    Natürlich kann man einen Staat nicht therapieren.

    Ein Staat besitzt kein einheitliches Bewusstsein.

    Er besteht aus Institutionen, Machtverhältnissen, Geschichten, Milieus und Millionen Menschen, die sich widersprechen.

    Aber vielleicht ist genau das der Punkt.

    Deutschland liegt nicht irgendwo außerhalb von uns auf einer Couch.

    Deutschland steht am Stammtisch.

    Sitzt im Bundestag.

    Arbeitet im Jobcenter.

    Lehrt im Klassenzimmer.

    Entscheidet in Behörden.

    Leitet Unternehmen.

    Schreibt Kommentare.

    Wählt.

    Schweigt.

    Widerspricht.

    Hilft.

    Schaut weg.

    Deutschland sind auch wir.

    Und das ist schon irgendwie unangenehm, oder?

    Denn dann können wir nicht mehr einfach sagen:

    „Dieses Land müsste dringend etwas tun.“

    Dann müssten wir möglicherweise selbst beginnen.

    Hinsehen. Zuhören. Widersprechen. Trauern. Uns entschuldigen. Macht abgeben. Unsicherheit aushalten.

    Den eigenen Schatten nicht sofort dem Nachbarn ins Gesicht kleben.

    Und gelegentlich anerkennen, dass Empathie keine psychische Störung ist.

    Deutschland braucht einen Therapieplatz.

    Die Wartezeit beträgt aktuell ungefähr 18 Monate.

    In akuten Fällen wenden Sie sich bitte an Ihre Mitmenschen.

    Oder an die Demokratie.

    Die ist ebenfalls chronisch überlastet.

    Aber sie nimmt noch Neupatienten auf.

    be a rebel – widersprich dem Etikettiergerät.

    Heiko aka den sie "die Textmaschine" nennen

    #Deutschland #Demokratie #Gesellschaft #Psychologie #SystemischesDenken #Soziologie #Empathie #Haltung #Sprache #Resonanz #Essay #beARebel

  2. Was, wenn eine Schulung genau das Problem verschlimmert, das sie lösen soll?
    Das habe ich genau so erlebt - mehr dazu im Blogpost inklusive einer Rechnung und Möglichkeiten es anders zu machen: harald-schirmer.de/2026/07/03/
    #lms #organisationsrebell #systemischesdenken

  3. Was, wenn eine Schulung genau das Problem verschlimmert, das sie lösen soll?
    Das habe ich genau so erlebt - mehr dazu im Blogpost inklusive einer Rechnung und Möglichkeiten es anders zu machen: harald-schirmer.de/2026/07/03/
    #lms #organisationsrebell #systemischesdenken

  4. Was, wenn eine Schulung genau das Problem verschlimmert, das sie lösen soll?
    Das habe ich genau so erlebt - mehr dazu im Blogpost inklusive einer Rechnung und Möglichkeiten es anders zu machen: harald-schirmer.de/2026/07/03/
    #lms #organisationsrebell #systemischesdenken

  5. Was, wenn eine Schulung genau das Problem verschlimmert, das sie lösen soll?
    Das habe ich genau so erlebt - mehr dazu im Blogpost inklusive einer Rechnung und Möglichkeiten es anders zu machen: harald-schirmer.de/2026/07/03/
    #lms #organisationsrebell #systemischesdenken

  6. LINKSDERWOCHE | 23/2026: Produktivität, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung

    PRODUKTIVITÄT

    Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex

    Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich beständig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich für vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.

    https://share.transistor.fm/s/8154df0a

    Obsidian | Dynamische Projektübersicht

    Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als „Wissensinstrument“ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze übrigens Taskboard für die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschließlich mit den „Boardmitteln” zu arbeiten, war für mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    https://www.mathoi.at/2026/06/03/projektuebersichten-in-obsidian-teil-2-kanbanboard-dynamische-projektuebersicht/

    Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört

    Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfüllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: Für etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfüllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt für mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.

    https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/

    Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?

    Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter „Produktivität” einzuordnen. Ähnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer häufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Übrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der großen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ökologiebewegung beschreibt, scheint mir weit über dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berühmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.

    https://denkstil.bankstil.de/das-vergessene-erbe-ueber-den-verfall-systemischen-denkens-in-deutschland

    LEAN

    Entwickeln statt „Mieten“ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte

    Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig … Da er die Metapher vom Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemüht, dürfte die Botschaft relativ klar rüberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur „eingekaufte”, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.

    https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/

    Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung

    Es dürfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. Für diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nächsten Mal wird abgefragt.

    https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met

    PROJEKTMANAGEMENT

    Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst …

    Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den „Bremsern“. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und Ansätze, die man aufgreifen kann und sollte.

    https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/

    AGILE

    Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, über die wir reden wichtig ist …

    Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nämlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: „Auf welcher Flughöhe sind wir gerade – und ist das die, für die wir hier sitzen?” Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast 😉

    https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/

    Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind

    Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-Anhänger bin ich in Bezug auf „Flowmetriken” sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nämlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie für sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.

    https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see

    Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden …

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heißt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und ähnlichen Tools. Dank einer großen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!

    https://scamper.blog/miro-templates/

    Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen

    Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: „Vielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusätzlicher Prozess oder das nächste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.“ Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lässt sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?

    https://www.scrum.org/resources/blog/nach-10-jahren-it-diese-10-probleme-lahmen-eure-scrum-teams-weil-ihr-den-wichtigsten-hebel-ignoriert

    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

    Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei …

    Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin Öztürk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters über LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithält. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen „Kampf” der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den Brückenschlag.

    https://www.linkedin.com/pulse/10-fr%C3%BCher-gewann-das-beste-produkt-heute-gewinnt-system-martin-%C3%B6zt%C3%BCrk-y0szf/

    Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage

    Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendäre Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer Machtübernahme durch die Nicht-Alternative ist das übrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.

    https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/

    POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Verfassungstreue Beamte | Was sie müssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt

    Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, während sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrücken wollen – selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden –, dürfte jedem bekannt sein, der das großartige Glück hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu führen. Bedauerlicherweise sieht es gefährlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere für Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

    https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen

    Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert

    Ein großes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlägiger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite – selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man – zumindest im Kontext des Meta-Konzerns – nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: Einschlägige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrücklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.

    https://www.belltower.news/trend-nationalsozialismus-wie-tiktoks-antisemitismus-problem-eskaliert-165917/

    Politische Liturgie | Ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung

    Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den Nährboden zu entziehen. Er plädiert dabei für eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Übertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die Stärkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.

    https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/

    #A3Report #AfD #Agile #Antisemitismus #Entwickeln #Flowmetriken #Flughöhe #Gesellschaft #Leadership #Lean #Leidenschaft #Management #Meeting #MeisterKonfus #MiroTemplates #Obsidian #Politik #Produktivität #Projektmanagement #Prozesse #Purpose #Scrum #ScrumTeam #Selbstmanagement #Selbstorganisation #SocialMedia #Stakeholder #SystemischesDenken #Unverzichtbarkeit
  7. LINKSDERWOCHE | 23/2026: Produktivität, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung

    PRODUKTIVITÄT

    Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex

    Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich beständig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich für vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.

    https://share.transistor.fm/s/8154df0a

    Obsidian | Dynamische Projektübersicht

    Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als „Wissensinstrument“ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze übrigens Taskboard für die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschließlich mit den „Boardmitteln” zu arbeiten, war für mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    https://www.mathoi.at/2026/06/03/projektuebersichten-in-obsidian-teil-2-kanbanboard-dynamische-projektuebersicht/

    Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört

    Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfüllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: Für etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfüllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt für mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.

    https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/

    Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?

    Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter „Produktivität” einzuordnen. Ähnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer häufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Übrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der großen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ökologiebewegung beschreibt, scheint mir weit über dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berühmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.

    https://denkstil.bankstil.de/das-vergessene-erbe-ueber-den-verfall-systemischen-denkens-in-deutschland

    LEAN

    Entwickeln statt „Mieten“ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte

    Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig … Da er die Metapher vom Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemüht, dürfte die Botschaft relativ klar rüberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur „eingekaufte”, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.

    https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/

    Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung

    Es dürfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. Für diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nächsten Mal wird abgefragt.

    https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met

    PROJEKTMANAGEMENT

    Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst …

    Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den „Bremsern“. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und Ansätze, die man aufgreifen kann und sollte.

    https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/

    AGILE

    Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, über die wir reden wichtig ist …

    Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nämlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: „Auf welcher Flughöhe sind wir gerade – und ist das die, für die wir hier sitzen?” Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast 😉

    https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/

    Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind

    Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-Anhänger bin ich in Bezug auf „Flowmetriken” sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nämlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie für sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.

    https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see

    Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden …

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heißt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und ähnlichen Tools. Dank einer großen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!

    https://scamper.blog/miro-templates/

    Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen

    Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: „Vielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusätzlicher Prozess oder das nächste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.“ Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lässt sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?

    https://www.scrum.org/resources/blog/nach-10-jahren-it-diese-10-probleme-lahmen-eure-scrum-teams-weil-ihr-den-wichtigsten-hebel-ignoriert

    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

    Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei …

    Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin Öztürk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters über LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithält. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen „Kampf” der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den Brückenschlag.

    https://www.linkedin.com/pulse/10-fr%C3%BCher-gewann-das-beste-produkt-heute-gewinnt-system-martin-%C3%B6zt%C3%BCrk-y0szf/

    Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage

    Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendäre Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer Machtübernahme durch die Nicht-Alternative ist das übrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.

    https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/

    POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Verfassungstreue Beamte | Was sie müssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt

    Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, während sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrücken wollen – selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden –, dürfte jedem bekannt sein, der das großartige Glück hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu führen. Bedauerlicherweise sieht es gefährlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere für Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

    https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen

    Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert

    Ein großes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlägiger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite – selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man – zumindest im Kontext des Meta-Konzerns – nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: Einschlägige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrücklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.

    https://www.belltower.news/trend-nationalsozialismus-wie-tiktoks-antisemitismus-problem-eskaliert-165917/

    Politische Liturgie | Ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung

    Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den Nährboden zu entziehen. Er plädiert dabei für eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Übertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die Stärkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.

    https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/

    #A3Report #AfD #Agile #Antisemitismus #Entwickeln #Flowmetriken #Flughöhe #Gesellschaft #Leadership #Lean #Leidenschaft #Management #Meeting #MeisterKonfus #MiroTemplates #Obsidian #Politik #Produktivität #Projektmanagement #Prozesse #Purpose #Scrum #ScrumTeam #Selbstmanagement #Selbstorganisation #SocialMedia #Stakeholder #SystemischesDenken #Unverzichtbarkeit
  8. LINKSDERWOCHE | 23/2026: Produktivität, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung

    PRODUKTIVITÄT

    Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex

    Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich beständig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich für vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.

    https://share.transistor.fm/s/8154df0a

    Obsidian | Dynamische Projektübersicht

    Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als „Wissensinstrument“ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze übrigens Taskboard für die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschließlich mit den „Boardmitteln” zu arbeiten, war für mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    https://www.mathoi.at/2026/06/03/projektuebersichten-in-obsidian-teil-2-kanbanboard-dynamische-projektuebersicht/

    Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört

    Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfüllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: Für etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfüllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt für mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.

    https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/

    Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?

    Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter „Produktivität” einzuordnen. Ähnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer häufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Übrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der großen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ökologiebewegung beschreibt, scheint mir weit über dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berühmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.

    https://denkstil.bankstil.de/das-vergessene-erbe-ueber-den-verfall-systemischen-denkens-in-deutschland

    LEAN

    Entwickeln statt „Mieten“ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte

    Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig … Da er die Metapher vom Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemüht, dürfte die Botschaft relativ klar rüberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur „eingekaufte”, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.

    https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/

    Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung

    Es dürfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. Für diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nächsten Mal wird abgefragt.

    https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met

    PROJEKTMANAGEMENT

    Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst …

    Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den „Bremsern“. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und Ansätze, die man aufgreifen kann und sollte.

    https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/

    AGILE

    Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, über die wir reden wichtig ist …

    Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nämlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: „Auf welcher Flughöhe sind wir gerade – und ist das die, für die wir hier sitzen?” Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast 😉

    https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/

    Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind

    Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-Anhänger bin ich in Bezug auf „Flowmetriken” sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nämlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie für sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.

    https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see

    Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden …

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heißt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und ähnlichen Tools. Dank einer großen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!

    https://scamper.blog/miro-templates/

    Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen

    Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: „Vielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusätzlicher Prozess oder das nächste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.“ Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lässt sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?

    https://www.scrum.org/resources/blog/nach-10-jahren-it-diese-10-probleme-lahmen-eure-scrum-teams-weil-ihr-den-wichtigsten-hebel-ignoriert

    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

    Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei …

    Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin Öztürk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters über LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithält. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen „Kampf” der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den Brückenschlag.

    https://www.linkedin.com/pulse/10-fr%C3%BCher-gewann-das-beste-produkt-heute-gewinnt-system-martin-%C3%B6zt%C3%BCrk-y0szf/

    Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage

    Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendäre Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer Machtübernahme durch die Nicht-Alternative ist das übrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.

    https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/

    POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Verfassungstreue Beamte | Was sie müssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt

    Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, während sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrücken wollen – selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden –, dürfte jedem bekannt sein, der das großartige Glück hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu führen. Bedauerlicherweise sieht es gefährlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere für Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

    https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen

    Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert

    Ein großes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlägiger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite – selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man – zumindest im Kontext des Meta-Konzerns – nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: Einschlägige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrücklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.

    https://www.belltower.news/trend-nationalsozialismus-wie-tiktoks-antisemitismus-problem-eskaliert-165917/

    Politische Liturgie | Ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung

    Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den Nährboden zu entziehen. Er plädiert dabei für eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Übertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die Stärkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.

    https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/

    #A3Report #AfD #Agile #Antisemitismus #Entwickeln #Flowmetriken #Flughöhe #Gesellschaft #Leadership #Lean #Leidenschaft #Management #Meeting #MeisterKonfus #MiroTemplates #Obsidian #Politik #Produktivität #Projektmanagement #Prozesse #Purpose #Scrum #ScrumTeam #Selbstmanagement #Selbstorganisation #SocialMedia #Stakeholder #SystemischesDenken #Unverzichtbarkeit
  9. LINKSDERWOCHE | 23/2026: Produktivität, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung

    PRODUKTIVITÄT

    Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex

    Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich beständig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich für vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.

    https://share.transistor.fm/s/8154df0a

    Obsidian | Dynamische Projektübersicht

    Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als „Wissensinstrument“ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze übrigens Taskboard für die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschließlich mit den „Boardmitteln” zu arbeiten, war für mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    https://www.mathoi.at/2026/06/03/projektuebersichten-in-obsidian-teil-2-kanbanboard-dynamische-projektuebersicht/

    Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört

    Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfüllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: Für etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfüllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt für mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.

    https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/

    Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?

    Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter „Produktivität” einzuordnen. Ähnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer häufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Übrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der großen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ökologiebewegung beschreibt, scheint mir weit über dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berühmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.

    https://denkstil.bankstil.de/das-vergessene-erbe-ueber-den-verfall-systemischen-denkens-in-deutschland

    LEAN

    Entwickeln statt „Mieten“ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte

    Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig … Da er die Metapher vom Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemüht, dürfte die Botschaft relativ klar rüberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur „eingekaufte”, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.

    https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/

    Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung

    Es dürfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. Für diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nächsten Mal wird abgefragt.

    https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met

    PROJEKTMANAGEMENT

    Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst …

    Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den „Bremsern“. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und Ansätze, die man aufgreifen kann und sollte.

    https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/

    AGILE

    Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, über die wir reden wichtig ist …

    Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nämlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: „Auf welcher Flughöhe sind wir gerade – und ist das die, für die wir hier sitzen?” Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast 😉

    https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/

    Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind

    Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-Anhänger bin ich in Bezug auf „Flowmetriken” sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nämlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie für sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.

    https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see

    Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden …

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heißt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und ähnlichen Tools. Dank einer großen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!

    https://scamper.blog/miro-templates/

    Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen

    Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: „Vielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusätzlicher Prozess oder das nächste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.“ Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lässt sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?

    https://www.scrum.org/resources/blog/nach-10-jahren-it-diese-10-probleme-lahmen-eure-scrum-teams-weil-ihr-den-wichtigsten-hebel-ignoriert

    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

    Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei …

    Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin Öztürk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters über LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithält. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen „Kampf” der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den Brückenschlag.

    https://www.linkedin.com/pulse/10-fr%C3%BCher-gewann-das-beste-produkt-heute-gewinnt-system-martin-%C3%B6zt%C3%BCrk-y0szf/

    Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage

    Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendäre Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer Machtübernahme durch die Nicht-Alternative ist das übrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.

    https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/

    POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Verfassungstreue Beamte | Was sie müssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt

    Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, während sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrücken wollen – selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden –, dürfte jedem bekannt sein, der das großartige Glück hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu führen. Bedauerlicherweise sieht es gefährlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere für Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

    https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen

    Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert

    Ein großes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlägiger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite – selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man – zumindest im Kontext des Meta-Konzerns – nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: Einschlägige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrücklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.

    https://www.belltower.news/trend-nationalsozialismus-wie-tiktoks-antisemitismus-problem-eskaliert-165917/

    Politische Liturgie | Ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung

    Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den Nährboden zu entziehen. Er plädiert dabei für eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Übertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die Stärkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.

    https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/

    #A3Report #AfD #Agile #Antisemitismus #Entwickeln #Flowmetriken #Flughöhe #Gesellschaft #Leadership #Lean #Leidenschaft #Management #Meeting #MeisterKonfus #MiroTemplates #Obsidian #Politik #Produktivität #Projektmanagement #Prozesse #Purpose #Scrum #ScrumTeam #Selbstmanagement #Selbstorganisation #SocialMedia #Stakeholder #SystemischesDenken #Unverzichtbarkeit
  10. LINKSDERWOCHE | 23/2026: Produktivität, Lean, Projektmanagement, Agile, Management und Leadership, Politik und Verwaltung

    PRODUKTIVITÄT

    Mythos Unverzichtbarkeit | Wider de Unverzichtbarkeitsreflex

    Die aktuelle Podcastfolge von Ivan Blatter hat es in sich. Finde zumindest ich. Ein herrlicher Begriff, den er dabei benutzt: Unverzichtbarkeitsreflex. Passt. Alles drin. Hand aufs Herz: Sind wir wirklich beständig unverzichtbar? Können wir wirklich keinen zweiwöchigen Urlaub machen, ohne dass die Welt untergeht? Und selbst wenn dem so ist, ist das gesund? Ich persönlich finde es viel besser, wenn ich sagen kann, dass ich einen guten Job gemacht habe, und wenn ich für vier Wochen in der Versenkung verschwinden kann, ohne dass etwas schiefgeht.

    https://share.transistor.fm/s/8154df0a

    Obsidian | Dynamische Projektübersicht

    Ich kann Obsidian-Nutzern den Blog von Thomas Mathoi nur empfehlen. Er zeigt immer wieder sehr anschaulich, wie Obsidian als „Wissensinstrument“ zur Steuerung von Projekten genutzt werden kann. Ich persönlich nutze übrigens Taskboard für die Organisation meines Personal Kanbans in Obsidian, da das Add-on Kanban schon lange keine Updates mehr erhalten hat, und bin damit ganz zufrieden. Der Versuch, ausschließlich mit den „Boardmitteln” zu arbeiten, war für mich nicht ganz so befriedigend. Das ist aber sicherlich auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    https://www.mathoi.at/2026/06/03/projektuebersichten-in-obsidian-teil-2-kanbanboard-dynamische-projektuebersicht/

    Purpose und Leidenschaft | Weshalb beides zusammengehört

    Purpose oder Sinnhaftigkeit gilt manchen ja als Mantra, wenn es um die Frage geht, worauf es ankommt. Nur mal ganz ehrlich: Nur weil eine Sache einen sinnhaften Zweck erfüllt, bedeutet das nicht, dass ich mit Elan an die Sache gehe. Und umgekehrt: Für etwas eine Leidenschaft zu haben, bedeutet noch lange nicht, dass es einen sinnhaften Zweck erfüllt. Beides einzeln betrachtet bringt uns nicht weiter. Beides zusammen dann schon eher. So verstehe ich Dan Rockwell. Und das ergibt für mich persönlich sogar Sinn. Leidenschaft ist der Antrieb, der Zweck gibt die Richtung vor.

    https://leadershipfreak.blog/2026/06/05/dont-confuse-passion-with-purpose/

    Systemisches Denken | Haben wir es verlernt?

    Wo ordne ich systemisches Denken ein? Es passt zu fast allen Themenkomplexen der Links der Woche. Daher habe ich mich entschieden, es hier unter „Produktivität” einzuordnen. Ähnlich wie Ralf Keuper gewinne auch ich immer häufiger den Eindruck, dass wir das systemische Denken zunehmend verlieren. Und nein, ich meine nicht die vielen systemischen Coaches, auch wenn es Parallelen geben mag. Mir geht es um das Denken in Systemen, das Denken in zweiter und dritter Ordnung usw. Dinge. Übrigens denken echte Lean-Freaks in Systemen. Das ist ein Markenzeichen der großen Denker des Toyota Production Systems. Das nur am Rande bemerkt. Was Keuper am Beispiel der Ökologiebewegung beschreibt, scheint mir weit über dieses Thema hinaus der Fall zu sein. Und nein, hier geht es nicht um die Frage von gut oder schlecht, sondern um die berühmte adaptive Feedbackschleife, die organisationelles und institutionelles Lernen ermöglicht.

    https://denkstil.bankstil.de/das-vergessene-erbe-ueber-den-verfall-systemischen-denkens-in-deutschland

    LEAN

    Entwickeln statt „Mieten“ | Weshalb man die eigenen Mitarbeitenden entwickeln sollte

    Uiuiui, Mark Graban schreibt allen Ernstes, man solle nicht nur Menschen mit Berufserfahrung einstellen, sondern Menschen, die sich entwickeln wollen. Das ist doch viel zu teuer! Tja, kurzfristig vielleicht. Langfristig … Da er die Metapher vom Gärtner, der seinen Garten hegt und pflegt, damit er sich entwickeln kann, bemüht, dürfte die Botschaft relativ klar rüberkommen. Wer nur Personal anmietet und nicht selbst entwickelt, bekommt am Ende des Tages nur „eingekaufte”, keine selbstentwickelten Mitarbeiter und verliert so langfristig Wissen, Erfahrung und Kompetenz. Das ist langfristig ein hoher Preis.

    https://www.leanblog.org/2026/06/develop-your-own-people/

    Problemlösung im A3-Format | Der A3-Report als Werkzeug der kotinuierlichen Verbesserung

    Es dürfte kaum einen Lean-Enthusiasten geben, der den A3-Bericht nicht kennt. In puncto kontinuierliche Verbesserung kommt man nicht an ihm vorbei. Aus gutem Grund. Für diejenigen, die den Ansatz noch nicht kennen, hier entlang und gut aufpassen. Beim nächsten Mal wird abgefragt.

    https://leanbase.de/publishing/post/das-denken-auf-einem-blatt-papier-warum-die-a3-met

    PROJEKTMANAGEMENT

    Stakeholder | Die Bremser unter den Stakeholder und wie man die Bremse löst …

    Es gibt rund um jedes Projekt eine Vielzahl unterschiedlichster Anspruchsgruppen (Stakeholder), die sich in den sieben Typenbeschreibungen widerspiegeln, die Andrea Windolph hier zusammenfasst. Ihr Fokus in diesem Fall allerdings auf den „Bremsern“. Sie beschreibt die Typen und ihre Verhaltensweisen und gibt zu jedem Typ den jeweiligen Ansatz, um den Bedarfen und Bedürfnissen gerecht zu werden, ohne das eigene Projekt lahmzulegen. Eine durchaus interessante Idee und Ansätze, die man aufgreifen kann und sollte.

    https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/methoden/stakeholder/7-stakeholder-bremser/

    AGILE

    Flughöhe und Meetings | Weshalb die Flughöhe, über die wir reden wichtig ist …

    Nicht nur im Kontext selbstorganisierter Teams höre ich immer wieder, dass zu viele Meetings eine Belastung darstellen. Eine interessante Frage, die ich dabei auch immer wieder miteinbeziehe, ist die Flughöhe in den Meetings. Jede Flughöhe hat ihre eigenen Formate mit ihrem eigenen Fokus. Ein Schelm, wer dabei nicht an Obeya denkt. Pardon, aber das muss jetzt sein. Ich bin der Meinung, dass es durchaus hilft, Besprechungen sinnvoll zu gestalten, nämlich so, dass passend zur Flughöhe die geeigneten Personen mit am Tisch sitzen, die dazu etwas beitragen können. Ruedi Gysi fasst es ganz gut zusammen: „Auf welcher Flughöhe sind wir gerade – und ist das die, für die wir hier sitzen?” Diese Frage wirkt zwar keine Wunder, aber fast 😉

    https://agilereflection.org/auf-welcher-flughoehe-redet-ihr-gerade/

    Flowmetriken | Weshalb sie wertvoll sind

    Als Kanban-Fan, Scrum-Enthusiast und Lean-Anhänger bin ich in Bezug auf „Flowmetriken” sicherlich voreingenommen. Daher finde ich den Diskussionsbeitrag von Yuval Yeret sehr interessant. Was auch sonst? Er beschreibt nämlich klar und deutlich, welchen Mehrwert Flowmetriken liefern und weshalb ich sie für sinnvoll halte. Mehr muss ich nicht zum Anteasern mitgeben. Nachlesen könnt ihr es selbst an entsprechender Stelle.

    https://www.scrum.org/resources/blog/why-focus-flow-metrics-problems-they-help-you-see

    Miro-Templates | Man muss das Rad nicht neu erfinden …

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass ich gerne visuell arbeite. Das heißt, ich arbeite auch mal gerne mit Miro, Conceptboard und ähnlichen Tools. Dank einer großen Community gibt es einige gute Miro-Templates. Einige Klassiker sind die von Lars Richter aufgelisteten Miro-Templates, mit denen er gerne arbeitet. Und die sind gut. Man muss nicht immer alles selbst erfinden und entwickeln, sondern kann durchaus vorhandene Templates verwenden. In diesem Sinne: Schaut sie euch an!

    https://scamper.blog/miro-templates/

    Ignorierte Hebel | Was Teams bremst und welche Hebel helfen

    Simon Flossmann bringt es auf den Punkt: „Vielen Scrum-Teams fehlt nicht noch ein weiteres Werkzeug, ein zusätzlicher Prozess oder das nächste Meeting. Ihnen fehlt der Mut zu einem Ziel.“ Dies untermauert er mit zehn Problemen, die ihm und anderen immer wieder in der Praxis begegnen. Wenn die Probleme klar benannt sind, lässt sich eigentlich jedes Problem lösen und der Hebel umlegen, oder?

    https://www.scrum.org/resources/blog/nach-10-jahren-it-diese-10-probleme-lahmen-eure-scrum-teams-weil-ihr-den-wichtigsten-hebel-ignoriert

    MANAGEMENT UND LEADERSHIP

    Kampf der Systeme | Das Schneller zieht vorbei …

    Meister Konfus hat einen Verwandten: Prozess-Konfuzius. Martin Öztürk hat mittlerweile die 10. Ausgabe seines interessanten Newsletters über LinkedIn veröffentlicht, der immer interessante Impulse bereithält. So auch in dieser Ausgabe, in der er den Nagel auf den Kopf trifft: Wir erleben einen „Kampf” der Systeme, bei dem die schnelleren Systeme die Nase vorne haben. Ein gutes Produkt zu haben, reicht heute schon lange nicht mehr aus. Wichtig ist auch, schnell zu lernen und adaptiv vorzugehen. Wer auf Probleme mit mehr Regeln, mehr Vorschriften und mehr vom Gleichen reagiert, erzeugt unnötigen Ballast, der mehr bremst als hilft. Die Lösung ist nicht mehr Struktur, sondern andere Strukturen. Bedauerlicherweise werden viele nicken, doch nur die Wenigsten schaffen den Brückenschlag.

    https://www.linkedin.com/pulse/10-fr%C3%BCher-gewann-das-beste-produkt-heute-gewinnt-system-martin-%C3%B6zt%C3%BCrk-y0szf/

    Meister Konfus | Die hohe Kunst der organisatorischen Selbstsabotage

    Ich bin ein bisschen stolz, dass es Meister Konfus bereits zum zweiten Mal als Gastbeitrag im Blog der t2informatik geschafft hat. Zudem hat mich bereits die Bitte um einen dritten Gastbeitrag ereilt. Daher seht mir etwas Eigenwerbung nach. Meister Konfus, der legendäre Meister der Konfusion und Verschwendung, widmet sich hier der hohen Kunst der organisatorischen Selbstsabotage. Im Falle einer Machtübernahme durch die Nicht-Alternative ist das übrigens eine hervorragende Anleitung, zu der es hoffentlich niemals kommen wird.

    https://t2informatik.de/blog/hohe-kunst-organisatorischen-selbstsabotage/

    POLITIK UND GESELLSCHAFT

    Verfassungstreue Beamte | Was sie müssen wissen, wenn die AfD eine Landesregierung stellt

    Dass die Damen und Herren der Nicht-Alternative mit Meinungsfreiheit nur das Recht meinen, ihre eigene Meinung zu verbreiten, während sie gleichzeitig alle anderen Meinungen unterdrücken wollen – selbst wenn diese mit hoher Evidenz untermauert werden –, dürfte jedem bekannt sein, der das großartige Glück hatte, mit Vertretern dieser Fraktion einen Diskurs zu führen. Bedauerlicherweise sieht es gefährlich danach aus, dass eben jene Gruppierung in mindestens einem Bundesland gute Karten haben könnte, die Mehrheit bei einer Landtagswahl zu ergattern. Das sind keine schönen Aussichten, insbesondere für Staatsbedienstete, die ihren Eid auf das Grundgesetz ernst nehmen. Campact verdeutlicht sehr eindringlich, was dann droht. Noch ist der Abwehrkampf nicht verloren. Es liegt an uns. An jedem Einzelnen.

    https://www.campact.de/blog/2026/06/afd-in-sachsen-anhalt-was-beamtinnen-jetzt-wissen-muessen

    Antisemitimsus | Wie Tiktok Antisemtismus befördert

    Ein großes Problem bei der Verbreitung rechtsextremistischer und antisemitischer Inhalte sind die sozialen Medien. Durch die geschickte Nutzung einschlägiger Szenecodes erreichen sie ordentlich Reichweite – selbst dann, wenn dies laut den Gemeinschaftsregeln untersagt ist und deren Missachtung sanktioniert wird. Letzteres, so konnte ich in den letzten Tagen selbst feststellen, sollte man – zumindest im Kontext des Meta-Konzerns – nicht erwarten. Ganz im Gegenteil. Daher meine Empfehlung: Einschlägige Inhalte nicht bei der Plattform melden, sondern sauber dokumentieren und direkt bei den Strafverfolgungsbehörden anzeigen. Am Beispiel von TikTok zeigen die Belltower.News sehr eindrücklich, wie sich antisemitische Inhalte online verbreiten. Eine mehr als erschreckende Beobachtung.

    https://www.belltower.news/trend-nationalsozialismus-wie-tiktoks-antisemitismus-problem-eskaliert-165917/

    Politische Liturgie | Ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung

    Christian Wolff versucht, einen Weg zu finden, um der Nicht-Alternative den Nährboden zu entziehen. Er plädiert dabei für eine neue politische Liturgie. Mit anderen Worten ruft er dazu auf, ein neues Verständnis von politischer Dienstleistung zu etablieren, das folgende Elemente umfasst: eine kritische Bestandsaufnahme, die Erinnerung an und die Vergewisserung durch die eigene Programmatik, die Übertragung auf den Alltag mit Zuspruch und Anspruch, die Einbettung in das persönliche, gesellschaftliche und das Weltgeschehen, die Stärkung und der Zusammenhalt, die Hinwendung zu den Menschen und die positive, auf Frieden ausgerichtete Auseinandersetzung mit Problemen. Ich persönlich tue mich etwas schwer mit der Metapher der Kirchenliturgie, muss ich zugeben, aber den inhaltlichen Punkten kann ich durchaus etwas abgewinnen.

    https://www.blog-der-republik.de/politische-liturgie/

    #A3Report #AfD #Agile #Antisemitismus #Entwickeln #Flowmetriken #Flughöhe #Gesellschaft #Leadership #Lean #Leidenschaft #Management #Meeting #MeisterKonfus #MiroTemplates #Obsidian #Politik #Produktivität #Projektmanagement #Prozesse #Purpose #Scrum #ScrumTeam #Selbstmanagement #Selbstorganisation #SocialMedia #Stakeholder #SystemischesDenken #Unverzichtbarkeit
  11. Wichtiger Zwischenruf u.a. der DGSF.

    „DGSF und weitere Organisationen fordern: Kinderschutz wahren in der , Neuen Grundsicherung‘ - Sanktionen dürfen nicht das Existenzminimum von Kindern bedrohen“

    #sozialarbeit #DGSF #SystemischesDenken #sozialkultur

    dgsf.org/presse/stellungnahmen

  12. Das Machtvakuum: Tyrannei (1) Kämpfe der aristokratischen Populisten & Warlods (2) Losdemokratie (3)

    youtube.com/watch?v=o8UKkgNuG2Y

    #Macht #Politik #SystemischesDenken

  13. Das Machtvakuum: Tyrannei (1) Kämpfe der aristokratischen Populisten & Warlods (2) Losdemokratie (3)

    youtube.com/watch?v=o8UKkgNuG2Y

    #Macht #Politik #SystemischesDenken

  14. Das Machtvakuum: Tyrannei (1) Kämpfe der aristokratischen Populisten & Warlods (2) Losdemokratie (3)

    youtube.com/watch?v=o8UKkgNuG2Y

    #Macht #Politik #SystemischesDenken

  15. Das Machtvakuum: Tyrannei (1) Kämpfe der aristokratischen Populisten & Warlods (2) Losdemokratie (3)

    youtube.com/watch?v=o8UKkgNuG2Y

    #Macht #Politik #SystemischesDenken

  16. Es folgen Gedanken, die mir im Seminar entstanden sind: #SystemischesDenken ist kein Werkzeug, das man anwenden kann, sondern eine Lebensart, eine Kunst, eine #Haltung. Es beginnt mit dem, was wir wahrnehmen und auf was wir folglich reagieren. Es lohnt sich ständig daran zu arbeiten, mehr als nur den aktuellen Kontext wahrzunehmen, der unser Denken auf einen minimalen Teil des #System s beschränkt.

  17. Es folgen Gedanken, die mir im Seminar entstanden sind: #SystemischesDenken ist kein Werkzeug, das man anwenden kann, sondern eine Lebensart, eine Kunst, eine #Haltung. Es beginnt mit dem, was wir wahrnehmen und auf was wir folglich reagieren. Es lohnt sich ständig daran zu arbeiten, mehr als nur den aktuellen Kontext wahrzunehmen, der unser Denken auf einen minimalen Teil des #System s beschränkt.

  18. 2 Tage #Syst Seminar mit #NoraBateson beginnen und ich freue mich - #SystemischesDenken gibt mir so viele hilfreiche Antworten auf die Komplexität unserer Welt. Eins der größten Probleme scheint der Unterschied zwischen dem, wie die Welt ist und dem, wie die Menschen denken. (1/x)

  19. 2 Tage #Syst Seminar mit #NoraBateson beginnen und ich freue mich - #SystemischesDenken gibt mir so viele hilfreiche Antworten auf die Komplexität unserer Welt. Eins der größten Probleme scheint der Unterschied zwischen dem, wie die Welt ist und dem, wie die Menschen denken. (1/x)