Lebensbahn
Lebensschiene, langer Zug.
Fährst durch Täler, steigst auf Höhen.
Doch von der Strecke, weit genug,
sind nur Hauptbahnhöfe zu sehen.
Die Geburt, der erste Schrei,
Ein Startpunkt, hell erleuchtet.
Die Schulzeit folgt, wild und jung,
wird später zur Erinnerung.
Der erste Kuss und erste Liebe,
das Herz, es berstet fast vor Glück.
Berufseinstieg, mit Kraft und Triebe,
vor uns ein langes Wegestück.
Heirat, Kinder, eigenes Heim,
Highlights, die das Leben prägen.
Schicksalsschläge, die bewegen;
wir haben sie nicht kommen sehen.
Das Alter kommt, leise und sacht,
die Ernte gibt, manch Abschied nimmt.
Am Ende letzte Fahrt bei Nacht,
zum Reiseziel. Die Sicht verschwimmt.
~
Wir sitzen alle im gleichen Zug
und reisen quer durch die Zeit.
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.
Wir fahren alle im gleichen Zug.
Und keiner weiß, wie weit.
(Erich Kästner)
~
Wir kennen nur die Hauptstationen,
die Meilensteine sind uns klar.
Die Punkte dazwischen, die Variationen:
die machen uns einzig und tief.
Nicht wahr?
#Woerterwaldlyrik
#stalyso2024 2. woche – streckenplan
#Sammelstelle