Die absolute Videosensation!
Marble Madness wurde übrigens vom damals 17jährigen Mark Cerny entworfen, nachdem er sich selbst Assembler beigebracht hatte. Ja, es waren andere Zeiten als heute. Und deshalb gab es auch viel häufiger interessante neue Spielideen. Die Assemblerkenntnisse wären übrigens nicht nötig gewesen. Die Hardware hatte inzwischen einen Stand erreicht, dass man solche Spiele auch in C schreiben konnte. Nein, nicht das blähwütige C++ mit dem Weltrekordversuch „lass den Compiler die kryptischsten und unverständlichsten Fehlermeldungen der Welt ausgeben“, sondern C. Marble Madness war eines der ersten Beispiele. Aber auf der anderen Seite: Wenn man schon ein bisschen in Assembler denken kann, versteht man das Konzept eines Pointers in C schnell. C ist eine sehr einfache Programmiersprache… manchen würden auch von „primitiv“ sprechen.
Wer das Spiel nicht kennt: So sah das Gameplay aus. Der Sound war damals übrigens phänomenal und hat sich in seinem an die Spielsituation angepassten, filmmusikartigen Charakter deutlich vom melodisch unterlegten Piepsen und Knallen anderer Spiele dieser Zeit unterschieden. Sagte ich melodisch? Ja, manchmal war es das. Und manchmal klang es eher ein bisschen wie das drei Jahre ältere Xevious, das damals auch überall herumstand, weil es immer noch sehr gut lief.
Davon, dass bei Atari zumindest noch ein Prototyp für einen Nachfolger gemacht wurde, erfuhr ich erst, als ich mich ein wenig mit dem MAME-Projekt beschäftigte. Es haben sich wohl doch ein paar ROMs des Prototypen erhalten, und so gibt es auch hier Videomaterial vom Gameplay. Weil es ein Prototyp ist, wirkt vieles noch ein bisschen roh — die Spielmusik und das feine Abstimmen der Spielsounds wären ganz sicher noch etwas besser geworden. Natürlich sind auch noch ein paar kleine Fehlerchen drin, und nicht jede Spielidee wirkt reif. Das Spiel wurde, so weit ich weiß, nie fertiggestellt und veröffentlicht.
#1985 #AchtzigerJahre #Arari #Arcade #MarbleMadness #Rückblick #werbung