Don's Gedanken zur Lehre und KI
In ihren Anfängen war die Universität eine reine Elitenveranstaltung. Solche elitären Ausbildungen gibt es bis heute, aber daneben ist die Massenausbildung entstanden. Und die war nur möglich, weil man sie automatisiert hat.
Grundlage dieser Automatisierung war eine Asymmetrie: Texte zu erzeugen war deutlich aufwendiger als Texte zu prüfen. Mit der Zeit entstand immer mehr Literatur darüber, wie man solche Texte am besten schreibt, mit klarer Struktur und klarem Inhalt. Das senkte den Preis fürs Prüfen noch weiter.
Genau das hat indirekt die aktuellen LLMs zu dem gemacht, was sie sind: perfekte Texterzeuger, die diese Aufgaben lösen können, ohne den Inhalt verstehen zu müssen.
Damit ist die Asymmetrie gekippt. Texte erzeugen ist jetzt billiger als Texte sicher zu prüfen, die Hausarbeit als Werkzeug der Universität ist tot.
Das wird massive Auswirkungen auf die akademische Massenausbildung haben, denn sie ist so nicht mehr skalierbar. Wenn das Erzeugen von Texten keinen Preis mehr hat, müssen wieder Menschen diese Aufgabe übernehmen, aber die sind für Massenausbildung nicht verfügbar.
Was genau daraus folgt, ist mir nicht klar. Aber die Auswirkungen werden dramatisch sein, für unsere gesamte Gesellschaft, denn es stellt so vieles auf den Kopf, was wir bisher als selbstverständlich angenommen haben.
Vielleicht ist es an der Zeit, mal wieder an das Glasperlenspiel von Hesse zu erinnern, der schon damals erkannt hat, dass Lehren das höchste Gut ist, nicht der Nebeneffekt von etwas anderem.
#Hochschule #LLM #Prüfungskultur #Bildungspolitik