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#lebenspartnerschaft — Public Fediverse posts

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  1. CW: 25 Jahre "Homo-Ehe"

    Habe aus diesem Anlass mal wieder einen Blogartikel rausgekramt und finde den immer noch zutreffend.

    "Wenn einige Aktivist*innen, Medien und Politiker*innen es heute so aussehen lassen, als habe die gesamte queere Emanzipationsgeschichte nie auf irgendeinen anderen Zielpunkt zugestrebt als auf die Eheöffnung, dann ist das durchaus ein Akt des Ballastabwerfens und der Geschichtsklitterung. Es gilt, die Bewegungsgeschichte von ihren schmuddeligen Anteilen zu reinigen und die Forderungen nach freierer, ungebundenerer, selbstbestimmterer und nicht von traditionellen Ideologien und Normen eingehegter, queerer Sexualität, die diese Bewegung/en eben auch geprägt hatten, in die Vergessenheit zu drängen."
    [...]
    "Die bürgerliche Assimilationspolitik ging mit einer Verarmung der politischen Visionen einher: Bis in die 90er Jahre hinein hatten verschiedene Aktivist*innen an wirklichen Perspektivwechseln in der Familienpolitik gearbeitet. Sie hatten Konzepte für eine umfassendere gesellschaftliche Akzeptanz und Förderung verschiedener Beziehungsformen jenseits von Monogamie und Familie formuliert und diese endlich bis in die Parteien hineingetragen. Es wäre nun an der Zeit gewesen, über konkrete Umsetzungen nachzudenken. Aber das alles wurde von den Bildern fliegender Brautsträße hinweggefegt, als habe es nie stattgefunden. Oder ist irgendwo eine wirklich moderne Reform des Familienrechts in Sicht? Irgendeine frische Vision noch im Gespräch? Die Fixierung auf die Ausdehnung der bestehenden Privilegien auf einen weiteren Kreis (seriell-) monogamer Paare bei gleichzeitiger Verdrängung politischer Konzepte, die eine größere Vielfalt von Lebensmodellen und die Bedürfnisse anderer deprivilegierter Menschen einschließen wollten, hatte einen politischen Preis, den nun die gesamte Gesellschaft zahlt. Die Bedürfnisse von Menschen, die wirklich anders leben als die bisher Privilegierten kommen in der politischen Praxis weiterhin kaum vor."

    (2015)

    derzaunfink.wordpress.com/2015

    #LGBTQIA* #HomoEhe #Lebenspartnerschaft #QueereGeschichte

  2. 25 Jahre "Homo-Ehe".

    Am 1. August 2001 konnten die ersten gleichgeschlechtlichen Paare in Deutschland eine eingetragene Lebenspartnerschaft registrieren lassen.

    Das "Gesetz zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften" bestand vorwiegend aus Diskriminierungen.

    Diese wurden von der Öffentlichkeit weitgehend aktiv ignoriert oder aktiv begrüßt. Das bald geläufige Wort "Homo-Ehe" drückte passenderweise genau diesen Widerspruch zwischen imaginierter Gleichbehandlung und fortbestehender Ungleichbehandlung und -Bewertung aus.

    Die Diskriminierungen, die das Gesetz fortschrieb, wurden in den Folgejahren nicht etwa durch politische Entscheidungen beseitigt, sondern mussten Schritt für Schritt vor Gerichten abgeräumt werden, weil sie schlichtweg verfassungswidrig waren.

    Dieser gefeierte Sieg der Bewegung war alles andere als ein bedingungsloses Ja der Regierung zur vollen Gleichberechtigung, wie der zynische Gesetzestitel vorlog.

    Eher war das ein widerwillig geöffneter Türspalt, durch den sich die Bürgerrechtsaktivistys dann in jahrelangen Gerichtsverhandlungen hindurchquetschen mussten - wie die queeren Architekt*innen dieser Strategie allerdings auch geplant hatten.

    Vollständige Gleichstellung im Familienrecht gibt es bis heute nicht.

    -

    Dieser Radiobeitrag vom 1. August 2001 gibt etwas von der damaligen Stimmung wieder, die insgesamt zwischen Problemleugnung, gesellschaftlicher Selbstbeweihräucherung, Normalitätsfetischisierung, Verwunderung über die eigene Toleranz und weiter bestehender Homofeindlichkeit mäanderte.

    Hörbeitrag, knapp 5 Minuten, kein Transkript.

    swr.de/swrkultur/wissen/archiv

    #LGBTQIA* #Lebenspartnerschaft #HomoEhe #QueereGeschichte