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  1. Der Baucan- Von John Burnside – Regie Klaus Buhlert

    SWR Kultur – Montag, 25. Mai 2026 um 18:20 Uhr

    »Schottlands Anderwelt ist unbeschreiblich grün und geheimnisvoll. In Wäldern und auf Wiesen leben Brownies – das sind Feen im braunen Mäntelchen, Kobolde oder ein anderer Unhold, namens Baucan, der durch Geräusche oder sein Schweigen auffällig wird – einmal Mann, dann wieder Frau. Dann unsichtbar. Aber immer präsent und effektiv in seinem Wirken … Je nach Bedarf und Eigensinn.

    Schottlands Wälder und seine Wiesen gehören Wenigen. Das war schon immer so. Wird auch immer so bleiben. Hin und wieder braucht Sir Landlord noch ein wenig mehr Geld. Dann will er auf den Wiesen Wohnblöcke oder Müllverbrennungsanlagen errichten. Die Schotten der Anderwelt werden nicht gefragt. Sie werden beschissen – genau wie der zurückgezogen lebende namenlose Aussteiger in John Burnsides Stück beschissen werden soll. Die Wiese ist alles, was er hat. Götter sind es nicht, die helfen. Die Beiden selbst müssen ihr bedrohtes Paradies vom Müll der Gegenwart befreien. Ein selten seltsames akustisches Biotop musste da zusammengefügt werden, auf ganz schottische Art und irgendwie analog zu Stevensons Novelle “Dr. Jekyll und Mr. Hyde”. Aber bei Burnside überwinden ein schottischer Eigenbrötler und ein mythischer Unhold ihre gottgegebenen Grenzen – und so etwas musste nach meiner Vorstellung ebenso für ihre klanglich, akustischen Welten möglich sein …« Klaus Buhlert

    https://www.swr.de/swrkultur/hoerspiel/der-baucan-hoerspiel-2026-05-25-100.html

    #Akustik #Anderwelt #DerBaucan #Hören #Hörspiel #JohnBurnside #Klang #KlausBuhlert #News #Schottland #SWRKultur #Termin
  2. absolute zero!

    Wo verlaufen die Grenzen zwischen „anything goes!“ und „absolut zero!“? Geschult an der Literatur von Thomas Pynchon, inszeniert Klaus Buhlert den Übergang von postmoderner Willkür zu unerwartetem Stillstand.
    Ein imaginärer Ort: das Studio in der Hitze der Nacht.
    Eine Konstruktion, ein körperloser Ort, Sammelpunkt von Emigranten, Heimatlosen, Spinnern, Träumern. Hier werden Sendungen produziert, die keiner mehr hören wird, Wahrheiten aufgezeichnet, die niemals das Ohr eines Hörers erreichen können. Experten sind hier, um dort Unruhe zu schaffen, wo sie herkamen. Jeder sendet täglich einen Bericht, frei, ganz nach individuellem Ermessen. Scheinbar die totale künstlerische Freiheit – aber alles ist Fiktion: Das Sendekabel liegt abgeschnitten draußen vor der Studiotür im Straßengraben: No ear – no sound! Jeder spricht über eine Welt, die es nicht mehr gibt. So, als gäbe es sie noch …Mitwirkende:Bibiana Beglau + Jens Harzer+ Wolfram Koch + Franz Pätzold + Stefan Wilkening und Klaus Buhlert

    https://www.hoerspielundfeature.de/absolute-zero-100.html

    #absoluteZero #DLF #Hören #Hörspiel #hörspielundfeatureDe #KlausBuhlert #Radio
  3. Aminadab (1/3) – Hörspiel nach Maurice Blanchot

    Thomas folgt einem winkenden Mädchen in ein fremdes Haus und gerät in ein Labyrinth aus verschiedenen Räumen. In dieser kafkaesken Welt voller unklarer Regeln und Verbote begegnet er Hausbewohnern und Bediensteten. Die Freiheit, die sie ihm versprechen, erweist sich als Illusion – Thomas wird gefangen und an einen anderen Mann gekettet. Das Hörspiel basiert auf Maurice Blanchots Text, der das Desaster des 20. Jahrhunderts thematisiert. 

    Bearbeitung und Regie: Klaus Buhlert – Mit: Jens Harzer, Bibiana Beglau, Dimitrij Schaad, Manuel Harder, Johannes Silberschneider, Marina Galic, Franz Pätzold, Wolfram Koch, Jan Bülow, Manfred Zapatka

    https://www.hoerspielundfeature.de/aminadab-teil-1-100.html

    https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:19b77f5a86479add/

    https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:a4fe17a9772e3784/

    #aminadab #ardaudiothel #horspiel #horspielundfeatureDe #jensHarzer #klausBuhlert #mauriceBlanchot

  4. Klaus Buhlert: absolute zero!

    DLF, Sa, 14.09.2024, 20.05 bis 20.55 Uhr
    DLF Kultur So, 15.09.2024, 18.30 bis 19.20 Uhr

    Der isolierte Raum eines Hörspielstudios, dessen Sendekabel nach draußen gekappt ist: Autor Klaus Buhlert verharrt mit „absolute zero!“ im Schneckengang des schalltoten Raumes. Aber vielleicht ist draußen ja auch nichts mehr.

    Ein Hörspielstudio ist schon per Definition ein isolierter Raum. Eine Umhausung, die manchmal auch noch zusätzlich einen bisweilen schneckenförmigen, reflexionsarmen Raum, den sogenannten schalltoten Raum, enthält. Hier wird produziert, was später in aller Opulenz über den Sender geht, damit es die Hörräume des Publikums beschallt – oder auch nur dessen kopfhörerabgeschirmte Ohren.

    Klaus Buhlert begibt sich mit seinem neuen 50-minütigen Hörspiel „absolute zero!“ an einen Nullpunkt des Radios. Denn sein Hörspielstudio ist ein imaginärer Ort: „Hier werden Sendungen produziert, die keiner mehr hören wird, Wahrheiten aufgezeichnet, die niemals das Ohr eines Hörers erreichen können. Das Sendekabel liegt abgeschnitten draußen vor der Studiotür“, wird das Stück eingeleitet. Was im Studio drin ist, ist in den Köpfen der Protagonisten und vor allem in dem des Autors und Regisseurs Klaus Buhlert – und das ist nicht wenig.

    In insgesamt 14 Abschnitten kommt Tyrone Slothorp aus Thomas Pynchons Mammutwerk „Die Enden der Parabel“ („Gravity’s Rainbow“) vor, das Buhlert 2020 zu einem 14-stündigen Hörspiel verarbeitet hat. Ebenfalls dabei ist Vernon Subutex, Held der Romantrilogie von Virginie Despentes. William S. Burroughs, Meister der mehr oder weniger zufälligen „Cut-up“-Schnitttechnik, steht Pate und Bankräuber John Dillinger wohnt neben dem Klangpionier der musique d’ameublement, Eric Satie.

    Los geht es allerdings mit dem Hit „Let’s do it“. Bibiana Beglau, Jens Harzer, Wolfram Koch, Franz Pätzold, Stefan Wilkening und Graham F. Valentine, die schon im Pynchon-Projekt dabei waren, sprechen hier den Cole-Porter-Song aus dem Jahr 1928 auf eine Weise, die der Vorlage jede frivole Leichtigkeit austreibt. Der Text ist eingedeutscht – nie hatte dieses Verb mehr Berechtigung als hier. Wo es im Englischen „even educated fleas“ getan haben, tun es bei Buhlert die Ostseequallen vor Rügen. Darunter hüpft ein schneller Basslauf, Schlagzeug und Saxofon von Buhlerts „Another plus“-Band tun das ihre, um insgesamt drei Mal im Hörspiel komplett unsinnlich zu körperlicher Ertüchtigung zu animieren.

    Der Reigen der Bezüge dreht sich vom postmodernen „anything goes“ zu einem „absolute zero“, an dem sich nichts mehr bewegt. Denn irgendwann gehen die Referenzen im Rauschen unter. „Wir oder wirr … ruff stuff oder nur verdreht?“, heißt denn auch der 13. Abschnitt des Hörspiels und man fragt sich, ob der abgeschlossene „körperlose Raum“ (was soll das sein?) des Tonstudios nicht zu gut isoliert ist und ein allzu selbstgenügsames Stück hervorgebracht hat.

    Ein Stück, das nirgendwo hin will und aus dem Schneckengang des schalltoten Raums nicht herausfindet. Vielleicht ist da ja auch nichts mehr: „Jeder spricht über eine Welt, die es nicht mehr gibt. So als gäbe sie es noch …“ Warum sollte die auch jemanden interessieren.

    Jochen Meißner, KNA Mediendienst, 20.09.2024

     

    https://hoerspielkritik.de/sich-selbst-genug/

    #absoluteZero_ #DLF #KlausBuhlert

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