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#kennedybrucke — Public Fediverse posts

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  1. Kaputt

    Wie billig sind heute Führerscheine? Wo gibt es noch funktionierende Telefone?

    Mein Führerschein ist seit Jahrzehnten weg. Ich weiss nicht wo. Er ist jetzt 51 Jahre alt, 13 Fahrstunden, davon 6 auf Schaltwagen, 650 Mark. Haben meine Eltern zum Abi spendiert. Ich erinnere mich noch genau. Z.B. an die Bedeutung von Stoppschildern. Oder daran, dass auf eine Kreuzung oder einen Fussgängerüberweg erst aufgefahren werden darf, wenn sie frei sind und ohne Hindernis überquert werden können. Haha, da lachen wir Beueler*innen. Wir haben in den gegenwärtigen Staus noch niemand entdeckt, der*die sich daran erinnern kann.

    So blockieren sie sich alle, bleiben auf Strassenbahnschienen stehen, allein um die Schadenfreude zu geniessen, die deren Passagier*inn*e*n beim Überfahren der Kennedybrücke empfinden, selbst wenn sie dabei dichtgedrängt stehen müssen. Gäbe es jemand, die*der derartigen Rechtsbruch protokolliert, wäre der Stadthaushalt innerhalb einer Woche saniert. Aber wer wird schon gerne von wütenden Autofahrer*inne*n gelyncht? Bonns OB ist seine Angst im Mienenspiel anzusehen, als sei er ein offenes Buch.

    Die Einzigen, die nicht aufzuhalten sind, trotz aller verkehrspolitischer Schikanen, die die CDU-Stadtführung aufzufahren versucht, sind die Radfahrer*innen. Das mit Abstand schnellste Verkehrsmittel der Stadt. Nur leider sind unter seinen Nutzer*innen ungefähr genau so viele Asis unterwegs, wie in den Blechkisten. Dann nehme ich mir lieber Zeit, und vermeide den Stress, der in dieser kaputten Stadt längst allgegenwärtig ist. Und gehe zu Fuss, abseits der Abgasrouten.

    Der “Schleichverkehrsrückstau” in der Rheindorfer Strasse, der die dortigen Buslinien effektvoll blockiert, reichte gestern morgen vom Adenauerplatz bis fast zur Doppelkirche, genauer drei Bushaltestellen bis Schwarzrheindorf Schule. Warum die, die diesen Stau bilden, glauben, sie seien schneller, müssten sie mal befragt werden. Zeit genug dafür ist ja, nur leider in vergifteter Atemluft. Ist es die Google-KI im Navi, die bekanntlich lügt?

    Kein Telefon?

    Zuhause habe ich ein Festnetztelefon. Junge Menschen wissen gar nicht, was das ist. Meine Nummer steht im öffentlichen Telefonbuch. Kennt auch keine*r mehr. Wenn ich früher politische Probleme hatte, rief ich mit diesem Telefon gute Freund*inn*e*n oder Bündnispartner*innen an, um ohne gruppendynamischen oder Medien-Stress die Interessen abzugleichen und nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Bei solchen entspannten Telefongesprächen war sogar paralleles (Nach-)Denken möglich, erlaubt, und kam sympathisch ans andere Ende der Festnetzleitung rüber. War ‘ne schöne Zeit. Ich gewann so Freund*inn*e*n dazu.

    Und heute? Die arme, geplagte grüne Landeswirtschaftsministerin muss bei einer Pressekonferenz den WDR nutzen, um ihren Berliner Parteifreund*inn*en ihre Meinung zu übermitteln. Sie hat ja sonst nichts. Wie wird sie dreingucken, wenn Berliner*innen ihr im Frühjahr nach der NRW-Landtagswahl am 25.4. Ratschläge in geöffneten Briefumschlägen übersenden? Immerhin kontrolliert sie ihre öffentlichen Bilder besser als der Bundeskanzler. Ungefähr so ein Gesicht wird sie dann machen. Gar nicht so einfach zu finden. Wie gesagt: Google lügt 😉

  2. #stadtfest in #bonn also #bonnfest
    Die Straßen rund um City und #Kennedybrücke noch erstaunlich leer, die Fußgängerzone und Straßencafés dafür schon gut besucht.
    Und mitten auf dem schönen #marktplatz da wo sonst die Marktstände stehen, jetzt der Werbestand vom Autohändler mit zig #Kfz
    Wir könnten ja eigentlich auch zurück in die 70er oder bis wann das so war und aus dem Marktplatz wieder einen Parkplatz machen, ist doch fast das Gleiche🤷‍♀️🙄

  3. Quiz: Wer sitzt denn hier auf dem Denkmal? Er soll schon um 53 v. Chr. die Grenzen des römischen Imperiums bis an den Rhein vorgeschoben haben; auch das rechte Rheinufer gehört seitdem zum gesicherten römischen Militärgebiet.

    Übrigens: die Statue war Schmuck der ehemaligen Rheinbrücke, die an der Stelle der heutigen #Kennedybrücke stand.

    #bonn #bonngreeters #greeter #greeters #travel #stadtrundgang #beuel

  4. Linienbusse sollen auf der Kennedybrücke zukunftig die Stadtbahngleise mitnutzen. Der dafür notwendige Umbau verzögert sich stark.#WDR #Bonn #Kennedybrücke #Linienbusse #Busse #Umbau #NRW
    Umbau Bonner Kennedybrücke: Deswegen verschiebt sich die Verkehrsmaßnahme
  5. Kein einziges Auto wird durch die vierspurige Führung auf der #Adenauerallee schneller über die #Kennedybrücke kommen.

    Anstatt 200m einspurig, stehen dort dann alle Autofahrenden 100m zweispurig Richtung Norden zum Koblenzer Tor im Stau.

    Alle müssen sich danach beim Koblenzer Tor einfädeln und brauchen genauso lang wie vorher.

    So schaut es hinter dem einspurigen(!) Koblenzer Tor auf dem einspurigen (!) Rechtsabbieger auf die Kennedybrücke nachmittags regelmäßig aus.

  6. Wem gehören welche Wege?

    Beuel: Kampf auf Leben und Tod – das muss nicht sein

    Seit ich diesen Blog betreibe, am 1.9. sind es zehn Jahre, warne ich vor den Verkehrsverhältnissen auf dem Schwarzrheindorfer Rheindeich, der Kennedybrücke und anderen Wegen Beuels. Von der Medienöffentlichkeit und der von ihr vor sich her getriebenen Politik weitgehend unbeachtet bleiben die Verkehrskonflikte, die den veralteten Autoverkehr längst hinter sich gelassen haben.

    Nun kämpft zum ersten Mal ein Opfer dieser Konflikte um ihr Leben. Die Frage “muss es erst Tote geben?” hat sich damit beinahe beantwortet.

    Tatsache ist, dass sich Fussgänger*innen und motorisierter Verkehr nicht vertragen. Rennräder und ihre mehrheitlich männlichen Fahrer sind dabei in ihrer Geschwindigkeit dem motorisierten Verkehr gleichgestellt. Sie fahren auch mal 70 – weil sie es können. Mit der Strassenverkehrsordnung hat das selbstverständlich nichts zu tun.

    Vernunftappelle haben noch nie was genutzt. Die Reichweite von Regeln ist leider ebenfalls so begrenzt, wie es ihre Kontrolle ist. Am Ende hilft nur ebensolche Kontrolle verbunden mit empfindlichem Bussgeld. Und dass sich das rumspricht.

    Ein erster Schritt dazu sind freilich Regeln. Eine müsste theoretisch und praktisch lauten: Trennung von Fuss- und motorisiertem Verkehr aller Art. Ausnahme: ÖPNV, der von hochqualifizierten und stressresistenten Fahrer*inne*n gesteuert wird – die nette und junge Busfahrerin des 640 am Samstagmorgen von Schwarzrheindorf Schule Richtung Beuel City war so eine.

    Auf der Kennedybrücke und am Rheinufer müssen die Flächen für Räder und Geher*innen baulich getrennt werden. In der Friedrich-Breuer-Strasse sind alle Gäste der Fussgänger*innen und müssen sich entsprechend verhalten, wie es z.B. in “Shared Spaces” normal ist: mit Schrittgeschwindigkeit.

    Fünf Jahre Rot-Rot-Grün in Bonn (2020-25) waren untätig geblieben. Ob der Bonner CDU-OB aus Beuel irgendwas davon kapiert? Ich fürchte: nein. Was nun?

    Was fährt überhaupt noch? – Wundersame Bahn CCLV

    Die Hiobsnachrichten über den Verkehr in dieser Stadt reissen nicht ab. Die herrschende Kommunalpolitik strebt – wie die Bundesregierung – danach, diesen Zusammenbruchs- und Klimawandelprozess zu beschleunigen statt zu bekämpfen. Die “beste” Nachricht ist vielleicht noch, dass in den letzten Ferientagen am Konrad-Adenauer-Platz phasenweise gar kein Stau mehr zu sehen war. U.a. weil, wie der ADFC meldet, der Radverkehr über die Kennedybrücke sich mehr als verdoppelt hat. Und zwar ohne mich; mir ist da zu voll und zu viel Hektik der aufs Rad umgestiegenen Porschefahrer.

    Wer dagegen in Beuel gar nicht mehr fährt, ist die Deutsche Bahn, und zwar – geplant! – bis kurz vor Weihnachten. Und Überraschung! In der durchgentrifizierten Bonner Südstadt klagen sie jetzt über den Güterzuglärm – eine Schadenfreude, auf die wir Beueler*innen gerne verzichten täten. Denn ihr Ende ist absehbar, oder?

    Was demnächst vielleicht/wahrscheinlich auch nicht mehr fährt, sind die Stadtbahn-/U-Bahnlinien, weil die Kölner*innen ihr Wagenmaterial noch in diesem Monat wieder selber brauchen. Und das Bonner Waggonmaterial bis dahin nicht fertigrenoviert ist. Auf Schienen fährt dann von und nach Beuel nur noch die Strassenbahn 62 (und vorläufig auch die umgeleitete 61), weil für die noch rechtzeitig neue Fahrzeuge gekauft und geliefert wurden.

    Was dagegen “pünktlich” zum Ferienende zwei Wochen lang (geplant!) auch nicht mehr fahren soll, ist der deutschlandticketrelevante RE5 von Koblenz ins Ruhrgebiet. Er wird gar nicht erst umgeleitet (wie der RE1 von Aachen), weil mutmasslich die Gleiskapazitäten dafür nicht ausreichen (danke Herr Mehdorn ff., und natürlich die fabulöse Bundesregierung!).

    Unsere ehemalige OB und ehemalige Berliner WG-Kollegin des heutigen NRW-Landesverkehrsministers könnte vielleicht realistisch abschätzen, wie lange der noch Spass an seinem Job in diesem stillgelegten Bundesland hat. Sein Amtsvorgänger 2017-21 hingegen soll noch grosse Pläne haben. Manche sind da ganz schmerzfrei …

  7. 📝 Kennedybrücke nun ohne Zweirichtungsradwege

    Auf der Kennedybrücke wurden die Zweirichtungsradwege aufgehoben, nun muss man immer auf die richtige Seite wechseln. Die einen freut es, die anderen stört es. Viele haben es noch nicht gemerkt, was wieder andere zum Ausrasten brachte.

    Ganzer Beitrag: martin-ueding.de/posts/kennedy

    #Verkehr #Bonn #Radwege #Kennedybrücke

  8. Achtung #fahrradfahrer Auf der #kennedybrücke. Sieht so aus, als würde Polizei /Ordnungsamt kassieren, wenn ihr auf der "falschen" Brückenseite fahrt.
    Warum man jetzt die Radfahrer*innen zur Kasse bittet? "Schlechte politische Entscheidungen am konkreten Fall"
    #bonn

  9. Am Konrad-Adenauer-Platz von Bus auf Bahn umsteigen war wohl die richtige Entscheidung.
    Trotz 7 Minuten Wartezeit waren wir vor dem Bus am Bertha-von-Suttner-Platz.

    #Kennedybrücke

  10. Frage an #ÖPNV Experten in #Bonn: Warum fahren die Busse auf der #Kennedybrücke eigentlich immer noch in der gleichen Fahrspur wie die im Stau stehenden PKW? Naiv von außen betrachtet finde ich den technischen Grund nicht, warum sie nicht die gleiche Spur benutzen könnten, wie die Straßenbahnen (die Strecke scheint über die gesamte Distanz eine Kombination aus Straßenbelag und Schiene zu sein).

  11. Heute morgen habe ich schon meine Vermutung geäußert, was es mit der Sperrung der Doetschstraße am Ende der #Kennedybrücke auf sich haben könnte. Die Stadt sagt, der Autofluss auf der Kennedybrücke werde so verbessert, indem Autos hier nun eben nicht mehr rechts abbiegen dürfen. Die Kreuzung dahinter ist für Räder allerdings viel gefährlicher. Ich befürchte, hier wird die Umleitungsroute für den Radverkehr vorbereitet (s. Bild). Beschreibung, auch Nordumfahrung im ALT-Text.

    #Bonn #Nordbrücke

  12. Stadteinwärts ist das Rechtsabbiegen hinter der #Kennedybrücke für Autos nun nicht mehr möglich. Das ganze wurde direkt mit Pollern manifestiert. Ich gehe davon aus, dass der Radverkehr nun hinter der Brücke abgeleitet werden soll und unter der Brücke durch und dann durch die Rathausgasse geführt werden soll. Um wieder zum Alten Friedhof zu kommen, müsste man allerdings Am Alten Hauptbahnhof fahren, die Straße hat Schienen und kreuzende Busse. Attraktive Umleitung ist anders.

    #Bonn #Nordbrücke

  13. @BundesstadtBonn hat man sich über die erhöhte Belastung der #Kennedybrücke im Vorfeld Gedanken gemacht? Wird diese das nächste Sorgenkind werden?

    Oder sind das alles Probleme des Zukunfts-Bonn?

    Und wäre es nicht sinnvoller den Radverkehr zu fördern in der jetzigen Situation? Berufspendler aufs Rad und in den ÖPNV damit Handwerker und Co. die Infrastruktur nutzen können, sollte auch im Interesse der #ihkbonn sein, oder?

  14. @martin_ueding

    Okay, ich hoffe, ich werde hier nicht gelyncht. Ich erkläre mal kurz meine Überlegungen. Weiteres im ALT-Text.

    Die Kennedybrücke ist momentan das Nadelöhr beim innerstädtischen Autostau. Sie ist für motorisierten Verkehr einspurig befahrbar. Um einen besseren Verkehrsfluss zu ermöglichen, muss der Abfluss hinter der Brücke verbessert werden. Hier die rechtsrheinische Seite (Konrad-Adenauer-Platz/Hermannstraße).

    #Bonn #Kennedybrücke #Oxfordstraße #Nordbrücke

  15. @bonnbike
    Es gibt wieder Zahlen für die Südseite der #Kennedybrücke, sehr gut.

    Die 5000 von gestern kommen mir erstaunlich wenig vor.
    Allerdings gibt es jetzt auch nun die Zahlen der vergangenen Tage nachträglich zu sehen.

    Am Dienstag sind an der Südseite 10440 und damit insgesamt 19096 Fahrräder gezählt worden. Das sind 35% mehr als der alte Rekord von 14136 aus 2022.
    @radentscheid_bonn

    #Bonn #Fahrrad

  16. @bonnbike Ob dem OB und dem Rat die Zahlen bekannt sind, ihnen dadurch bewusst ist, daß man den Radverkehr aktuell besser nicht behindert, z.B. durch Wegnahme von Fahrradstreifen. Das würde vermutlich mehr Autos in die Stadt spülen. Da scheinen die Bürger*innen weitsichtig, wenn sie vermehrt auf das Rad steigen. (Gefühlte) Sicherheit ist auf dem Rad sehr wichtig. Weniger Radwege = weniger Sicherheit = weniger Radnutzung.

    #bonn #Kennedybrücke #nordbrücke #fahrradbubble #verkehrskonzept @pasuca

  17. #Oxfordstraße und Am Alten Friedhof

    Diese Radspuren dürfen auf keinen Fall wie von der Taskforce vorgeschlagen zurückgebaut werden.

    Auch hier gilt wie in der Adenauerallee, dass diese zentrale #OstWestAchse, die den erheblichen Radverkehr aus Richtung #Kennedybrücke aufnimmt, auf mehreren Abschnitten einspurig verläuft. Diese Route ist eine der wichtigsten Radverkehrsverbindungen in der Innenstadt und darf nicht zur Disposition stehen.
    X/4

  18. RE: bonn.social/@bonnbike/11671825

    Die Zählstelle auf der Südseite der #Kennedybrücke liefert seit letzter Woche Donnerstag keine Daten mehr.
    Wahrscheinlich fehlen da also nochmal über 8000 in der Statistik und dann ist das tatsächlich ein sehr starker Anstieg gegenüber letzter Woche.

    Super, dass so viele Menschen auf das #Fahrrad umsteigen. Wenn die alle wieder in Autos sitzen würden hilft auch keine Öffnung der Fahrradspuren, um sie alle aufzunehmen.

    #Bonn #Nordbrücke

  19. Das kommt

    Vieles in den Niederlanden steht uns noch bevor – aber manches ist jetzt schon schlimmer

    Der Deutschlandfunk kann auch schnell. Soeben ist die gesendete Sendung zuende – und sofort online: Kerstin Schweighöfer in der sowieso exzellenten Reihe “Gesichter Europas” mit einem noch exzellenteren Radiofeature: “Voller, schneller, gefährlicher – Radfahren in den Niederlanden” (Audio 55 min).

    Im Teaser zu diesem wertvollen Beitrag textet der Sender: “Die Niederlande gelten als Paradies für Radfahrer: Die ‘Fietsers’ haben ihren eigenen Kreisverkehr, eigene Ampeln, Tunnel, Brücken und immer mehr Schnellstraßen. Auch steuerliche Anreize sollen dafür sorgen, dass der Weg zur Arbeit mit dem Rad und nicht mit dem Auto zurückgelegt wird. Doch auf den breiten Radwegen ist es voller geworden, aufgrund von E-Bikes und Speed Pedelecs schneller – und damit gefährlicher. Inzwischen wird sogar über die Einführung einer Helmpflicht diskutiert, für niederländische Radfahrer bis vor kurzem undenkbar. Wie sieht die Zukunft der Fietsers aus? Wie kann Radfahren trotz dieser Entwicklungen attraktiv und vor allem sicher bleiben?” (Fettschrift von mir)

    Zunächst ein Kompliment an die Kompetenz der Autorin. Da sie nur drei Jahre jünger ist als ich, fürchte ich, dass wir als Publikum sie bald an die Rente verlieren werden. Ein Fachkraftverlust für uns als Publikum. Und ihr Sender wird dadurch auch nicht besser.

    Zur verkehrspolitischen Sache: das langsame hinterwäldlerische Deutschland wird das fahrradpolitische Niveau der Niederlande, oder auch nur Kopenhagens, nie erreichen. Nicht in meiner Lebenszeit, und auch nicht in der der Kinder und Enkel – es sei denn, sie entschliessen sich zur Überwindung des real existierenden Auto-Kapitalismus. Tatsächlich ist aber, was ich oben fett hervorgehoben habe, längst auch auf den engen Radwegen Bonns der Fall.

    Ich bin seit meinem 8. Geburtstag Radfahrer. Meine ersten 10 Radfahrerjahre verbrachte ich im Ruhrpott im Städtedreieck Essen/Gelsenkirchen/Gladbeck. Die spärlichen und ungepflegten Radwege hatte ich dort mit meinen Mitschüler*innen für uns allein. Mit der Lebensgefahr durch die Autostaus lernten wir umzugehen – und waren auf unseren Wegen durchweg schneller als die – und als der ÖPNV. Ausserdem verkehrten wir auch nachts, wenn alle ihren Betrieb eingestellt hatten.

    So war es auch lange Zeit in Bonn, bis 1994 durchgehend CDU-regiert. In meiner Studentenzeit und darüber hinaus waren die Radwege spärlich, aber auch spärlich genutzt. Es gab nutzbare Routen, die die ADFC-Stadtkarten seit den 80ern für jede*n sichtbar und effektiv benutzbar machten. Auf all diesen Wegen störte niemand. Ich kam gut voran. Die übersichtliche Stadt “gehörte mir”. Das ist vorbei.

    Heute muss ich auf dem Schwarzrheindorfer Deich so viel Vorsicht walten lassen, wie bei meinem Volksschulweg über die gefährlichste durch eine Autobanhbrücke verdunkelte Kreuzung Gladbecks (Landstrasse/Im Linnerott). Wie gut, dass mir meine Mutter das im Alter von 6 Jahren sorgfältig beigebracht hat – “Mama-Taxis” waren seinerzeit unbekannt, “Frau am Steuer” war Volksmund-Fluch.

    Heute entstehen auf der Kennedybrücke u.a. Radwegen längst die Staus, von denen Frau Schweighöfer oben berichtet – nur auf weit beengterem Raum. Entsprechend nimmt die Aggressivität und Hektik überproportional zu.

    Bei mir mit dem Effekt, dass ich darauf keine Lust mehr habe, und seit etlichen Jahren bekennender, geniessender und bei Bedarf kämpfender Fussgänger bin. Wir haben es gut in Beuel. Und es geht noch viel besser.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
    Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger

  20. The Winner is Bahn&Rad

    Im absehbaren Bonner Stau-Desaster – Wundersame Bahn CCXLVI

    Das Geheule um die kaputte Nordbrücke ist gross. Der menschenführungsuntalentierte Oberbürgermeister soll eine “Taskforce” eingerichtet haben. Leute, die seine Videoclips angucken, beschreiben es als lustiger als die heute-show. Der Bundesverkehrsminister, dessen Namen niemand kennt, reist an, um mitzuteilen, dass die Sache ganz, ganz wichtig sei. Derweil kochen die echten Menschen, die auf die falsche Rheinseite oder von ihr weg wollen, über. Die abgewählte grüne Oberbürgermeisterin Katja Dörner kann drei Kreuze machen dafür, dass sie ihr Amt nicht weiterführen musste. Denn das Desaster war seit Jahren absehbar. Jetzt ist es eben eingetroffen.

    Wäre ich jetzt Oberbürgermeister, würde ich die gute Idee der Stadtmauer wiederbeleben. Keine Durch- und Einfahrt mehr für auswärtige motorisierte Fahrzeuge. Denn die einzige Lösung für das aktuell brennende Problem sind die Stadtbahnen und Fahrräder. Beide kommen auf der Kennedybrücke zügig an jedem Stau vorbei. Die Busse leider nicht.

    Sie bleiben im Stau stecken. Und zwar auch in den Wohngebieten Combahnviertel/Rheindorfer Str./von-Sandt-Strasse. Diese Strassen, ohnehin schon komplett zugeparkt, angeblich durch “Anwohner”, werden vom neunmalklugen Schleichverkehr verstopft und vergiftet. Hier verenden dann auch die Buslinien.

    Als mein Busfahrer sich heute im Stau der Rheindorfer Strasse vorschriftsgemäss weigerte, Fahrgäste ca. 50m vor der Haltestelle Konrad-Adenauer-Platz aussteigen zu lassen, rettete nur ein einsetzender Platzregen die Stimmung im Bus. Es hätte ein Pogrom werden können.

    Und das war ja nur der “Brückentag”. Der eigentliche Berufsverkehr kommt ja noch. Ich wünsche allen einen ruhigen und friedlichen Montag.

    Über Martin Böttger:

    Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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