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#haushaltskultur — Public Fediverse posts

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  1. Zwischen den Jahren – nicht mystisch, sondern menschlich

    (Fediversfreundlich, lang, leicht süffisant und historisch halbbedacht)

    Man könnte ja meinen, das Waschverbot „zwischen den Jahren“ sei ein heidnisches Geisterbannen mit Raunachtschimmer, aber nö – viel profaner, viel lustiger und so richtig alltagshistorisch-blöd:

    Es geht schlicht um die Zeit zwischen dem Ende des Kirchenjahres (Christkönigssonntag) und dem Ende des Kalenderjahres. Dort liegt die Adventszeit – heute Glühweinsprintzone, früher jedoch Buß- und Fastenzeit. Ernst, still, gottgefällig. Wenig Konsum, wenig Lärm, wenig Spaß. Theoretisch.

    Und nun stelle man sich den Waschplatz vor: Am Bach, am Fluss, am Brunnen. Kalte Finger, nasse Röcke, wiederkehrender Alltagstrott. Was macht man, wenn man lange schrubbt und der Rücken zwickt? Na klar: tratschen. Nicht twittern, nicht Mastodon, nicht WhatsApp – das war alles noch in Alpha.

    Das gefiel den Geistlichen so mittel. Buße heißt: keine Vergnügungen. Tratschen gilt vielen Theologen als Einfallstor für Sünde, üble Nachrede, weltliches Geschwätz. Kurz: Klatsch korrodiert die Tugend.

    Also wurde das Waschen verboten. Nicht weil Wäsche schlecht trocknet. Nicht wegen Dämonen im Schleudergang. Sondern weil man beim Waschen zu viel redet.

    Wie streng war das? Offiziell teils bis zu sechs Wochen, praktisch eher so:

    „Wenn’s dringend ist, bring’s in die Beichte – und halt bitte den Mund dabei.“

    Die Lösung des Problems war also kein technisches Wunder, sondern ein kirchlich geregelter Anti-Tratsch-Zeitslot mit Waschmaschinenaufschub.

    Heute waschen wir ganzjährig. Aber der Satz lebt als Mem aus Buße, Dorfleben und sozialem Kontrollinstrument weiter.

    Und vielleicht – nur ein Gedanke – liegt in jedem Waschverbot die stille Erinnerung daran, dass Gemeinschaft früher an Flussufern stattfand und die größte Sünde manchmal nur ein gut erzählter Satz war.

    #zwischenDenJahren #Geschichte #Kirchenjahr #Advent #Fastenzeit #Volkskunde #Wäschewaschen #Tratsch #Sozialgeschichte #Patriarchat #FrauenAlltag #Haushaltskultur #HumorMitQuelle #Fediverse #Dorfwissen #WerWeißDasSchon

  2. Zwischen den Jahren – nicht mystisch, sondern menschlich

    (Fediversfreundlich, lang, leicht süffisant und historisch halbbedacht)

    Man könnte ja meinen, das Waschverbot „zwischen den Jahren“ sei ein heidnisches Geisterbannen mit Raunachtschimmer, aber nö – viel profaner, viel lustiger und so richtig alltagshistorisch-blöd:

    Es geht schlicht um die Zeit zwischen dem Ende des Kirchenjahres (Christkönigssonntag) und dem Ende des Kalenderjahres. Dort liegt die Adventszeit – heute Glühweinsprintzone, früher jedoch Buß- und Fastenzeit. Ernst, still, gottgefällig. Wenig Konsum, wenig Lärm, wenig Spaß. Theoretisch.

    Und nun stelle man sich den Waschplatz vor: Am Bach, am Fluss, am Brunnen. Kalte Finger, nasse Röcke, wiederkehrender Alltagstrott. Was macht man, wenn man lange schrubbt und der Rücken zwickt? Na klar: tratschen. Nicht twittern, nicht Mastodon, nicht WhatsApp – das war alles noch in Alpha.

    Das gefiel den Geistlichen so mittel. Buße heißt: keine Vergnügungen. Tratschen gilt vielen Theologen als Einfallstor für Sünde, üble Nachrede, weltliches Geschwätz. Kurz: Klatsch korrodiert die Tugend.

    Also wurde das Waschen verboten. Nicht weil Wäsche schlecht trocknet. Nicht wegen Dämonen im Schleudergang. Sondern weil man beim Waschen zu viel redet.

    Wie streng war das? Offiziell teils bis zu sechs Wochen, praktisch eher so:

    „Wenn’s dringend ist, bring’s in die Beichte – und halt bitte den Mund dabei.“

    Die Lösung des Problems war also kein technisches Wunder, sondern ein kirchlich geregelter Anti-Tratsch-Zeitslot mit Waschmaschinenaufschub.

    Heute waschen wir ganzjährig. Aber der Satz lebt als Mem aus Buße, Dorfleben und sozialem Kontrollinstrument weiter.

    Und vielleicht – nur ein Gedanke – liegt in jedem Waschverbot die stille Erinnerung daran, dass Gemeinschaft früher an Flussufern stattfand und die größte Sünde manchmal nur ein gut erzählter Satz war.

    #zwischenDenJahren #Geschichte #Kirchenjahr #Advent #Fastenzeit #Volkskunde #Wäschewaschen #Tratsch #Sozialgeschichte #Patriarchat #FrauenAlltag #Haushaltskultur #HumorMitQuelle #Fediverse #Dorfwissen #WerWeißDasSchon