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#fritzeckenga — Public Fediverse posts

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  1. Peinlich devot II

    Aber Journalismus ist möglich

    Küppi meinte eben, “wenn einem dazu nichts mehr einfällt, ist man noch nicht zynisch geworden”. So gesehen sieht das hier bei mir nicht gut aus. Aber zunächst das Positive.

    Journalismus ist möglich. Sogar bei der taz. Das beweisen:

    1. Unser langjähriger Mitautor Andreas Zumach.

    2. Eric Bonse, dem ich schon Ende der 70er in der NRW-Jugendpresse begegnet bin, und der schon damals ein seriöser Bündnispartner war: “EU im Irankrieg: Europas moralisches Versagen – Europäische Spitzenpolitiker verfolgen den Krieg gegen Iran kommentarlos. Sie sind zu feige, sich deutlich gegen Trump und Netanjahu zu positionieren.”

    3. Karim El-Gawhary, mit dessen Vater ich zur gleichen Zeit (s. Bonse) in der Anti-Apartheid-Bewegung zusammengearbeitet habe: “Waffenstillstand im Irankrieg: Fragile Feuerpause – Iran soll die Straße von Hormus wieder öffnen, die USA sollen Iran nicht mehr angreifen. Was hinter dem Deal steckt und wie es jetzt weitergeht.”

    Diesen Kollegen vertraue ich.

    Und nun die Anderen.

    Was ist das beim ZDF? Nur da?

    Mein Vertrauen in die Arbeit der telepolis-Redaktion ist in der jüngeren Vergangenheit gesunken, da geht es mir ähnlich wie unserem Mitautor Gilbert Kolonko. Zwar besuche ich die Seite weiter regelmässig, lese aber spürbar weniger. Und hierbei wurde ich zynisch (s.o.):

    Luca Schäfer: “ZDF übernimmt Trumps Sanktionslisten – und nennt es Compliance – US-Sanktionslisten werden im deutschen Fernsehen willig umgesetzt: Was das ZDF eine Compliance-Reform nennt, ist in Wahrheit ein Zensur-Türöffner.”

    Normalerweise ein Fall für Böhmermann. Aber der bekommt dummerweise genau von dort sein Geld …

    Ein Einzelfall? Keineswegs. Die Sache ist grösser.

    EU – Blödheit oder Strategie?

    Tomas Rudl meldet bei unseren netzpolitik-Freund*inn*en das: “Neues Gremium geplant: EU will Trump bei Digitalgesetzen entgegenkommen – Donald Trump poltert bei jeder Gelegenheit gegen die EU und ihre Digitalregeln. Künftig soll ein neues Gremium der US-Regierung offenbar Mitsprache einräumen, berichtet das Handelsblatt. Im Gegenzug soll es Zollerleichterungen geben.”

    Das führt mich zu den Führungsfiguren der – noch demokratischen – Konservatven Deutschlands und Europas, personifiziert in den Gestalten Flinten-Uschi und Merzfriedrich, zwei, die Angela Merkel nicht gerne in ihrer Nähe hatte. Ist das, was Zumach am Beispiel ihres Gesandten Mark Rutte skizziert, ernsthaft ihre Strategie? Mutieren sie also, wie ihre politischen Vorfahren in der Weimarer Republik, zu den bewussten Abbruchunternehmer*inne*n der bürgerlichen Demokratie? (Dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywallarchiv).

    Das wäre die “Verschwörungstheorie”. Manche Verschwörungen gibt es wirklich. Oder ist es bewusstlose Blödheit? Ich fürchte ja ernsthaft Letzteres …

    Und wenn Sie jetzt was brauchen damit es Ihnen wieder besser geht, dann hören Sie doch nur kurz 2 Minuten den guten, alten Fritz Eckenga (71), direkt aus Dortmund.

  2. Eckenga verpasst

    Aktuelle Probleme meiner Mediendiät – Eckenga und Becker in einem Bundesland, es ist furchtbar, aber es geht … sehr gut!

    Ich liebe sie beide. Sie verkörpern den Rheinländer und den Westfalen auf sympathischste Weise. Der Eine, Jürgen, ist zwei Jahre jünger als ich, hat aber schon viel weissere Haare. Der Andere, Fritz, ist zwei Jahre älter als ich, und ihn nerven und erfreuen die gleichen Sachen wie mich. Nur dass er eine andere Borussia hat, und dass er, wie so viele, total genervt ist von Claudia Roth, während ich sie besser kenne. Ich bin also in der Mitte zwischen den beiden, was sich biografisch darin symbolisiert hat, dass ich als Schüler mehrmals täglich die Demarkationslinie zwischen Rheinland und Westfalen mit dem Fahrrad überquert habe – im Städteviereck Essen-Bottrop-Gladbeck-Gelsenkirchen. Ich bin also die personifizierte Multikultur. Danach wurde ich Beueler.

    In Gelsenkirchen hat Eckenga jüngst sein Soloprogramm aufgeführt. Unmöglich, von Beuel dahin zu kommen. Fragen Sie mal die Bahn! Aber dafür gibt es ja Radio. WDR5 sendete letzte Woche “Hirnschmelze”. Normalerweise schaue ich jeden Samstag nach, was die bringen. Und wenn es was mit Becker oder Eckenga (oder Schmickler) ist, höre ich es live zum Warten auf den Bundesliga-Schlusspfiff.

    Letzten Samstag nicht. Warum bloss? Ich marterte meine Erinnerung, und dann fiels mir wieder ein. Beim Mittagessen im Beueler l’Olivo – samstagsmittags ist immer die ruhigste Zeit im Lokal, abends ist immer ausgebucht, und sonntags ebenfalls voller – überraschte mich ein befreundetes Ehepaar, ich legte mein Tablet weg, und wir unterhielten uns, wie Menschen das früher so gemacht haben. Mein Lesepensum am Tablet habe ich nach dem Essen zuhause nachgeholt, und so Eckenga verpasst. Also Nachholspiel heute nachmittag.

    Warum ist das so besonders?

    Jürgen Becker hat das mal offen von sich erzählt. Sein erstes Soloprogramm “Biotop für Bekloppte” war ein grosses Abenteuer. Und ein riesiger Erfolg. Als er es seinerzeit im Bonner Pantheon aufführte, hatte ich dank Rita Baus zwei Plätze in der ersten Reihe. Als Becker das “bandkeramische Dorf in Köln-Lindenthal” vorstellte, rief meine Freundin mit türkischer Mutter hinein: “Da bin ich geboren!” Der Saal tobte, und der Komiker war amüsiert. Und wie Sie hier sehen, war alles sauber recherchiert von dem ähnlich genialen Texter Martin Stankowski, und ist von weltweiter wissenschaftlicher Prominenz.

    Becker hatte sich selbstständig gemacht, nach seiner Präsidentenregentschaft in der megaerfolgreichen Stunksitzung (Donnerstag und Samstagnacht im WDR-TV, und nächsten Samstagnachmittag im Radio). Der Erfolg war so riesig, dass er es sieben Jahre in der ganzen Republik rauf und runterspielte, ohne dass er nachliess. Konnte er es wagen, ein neues Programm zu erfinden? Die Schwelle war hoch und wurde immer höher. Dann machte er zuerst ein gemeinsames Programm mit dem Beueler Westfalen-Performer Rüdiger Hoffmann, bevor er es 1998 wieder wagte. Und siehe, es ging. Becker hat ein Teamplayer-Talent, das ihm komfortables berufliches Künstler-Überleben sicherte.

    Er brachte es bisher auf 7 Soloprogramme, bei dem vier Jahre älteren Eckenga – schon 71, wow! – ist es jetzt das Elfte, wenn ich richtig gezählt habe. Und das ist auch schon wieder drei Jahre alt. Aber Vollprofis wie diese Jungs schaffen die Aktualisierungen mühelos hineinzuimprovisieren.

    Bemerkenswert bei Fritz: er gehörte zum Team der epochemachenden Veröffentlichung “Häuptling Eigener Herd”. Der geniale Herausgeber kocht heute noch. Alle, die da mitgemacht haben, der tote Wiglaf Droste war es, Jenni Zylka ist es u.v.a., sind eine verschworene Bande für Humor mit Bisskraft, gutes Essen und Trinken und die Verteidigung der Lebensfreude gegen alle Angriffe und Depressionsattacken von Rechts. Ich freue mich schon auf heute nachmittag.

  3. Kinderhörspiel: Wat soll dat denn?! Schräge Sagen aus dem Ruhrgebiet – WDR 5

    Sagen und Legenden gibt es nicht nur von den alten Griechen, von Rübezahl oder der Loreley am Rhein, es gibt sie auch sehr zahlreich aus dem Ruhrgebiet. Auswahl:
    – Wie der Schweinehirte Jürgen die Kohle entdeckte – Warum der Teufel einen Pferdefuß hat – Der Raubritter Joost von Burg Blankenstein – Emscher Neck und Emscher Nixe – Der Werwolf am Bahnwärterhäuschen – Die Teufelssäule von Essen

    https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/341/3411803/3411803_65337866.mp3

    Erzähler sind unter anderem Jochen Malmsheimer und Fritz Eckenga

    #FritzEckenga #JochenMalmsheimer #Kinderhörspiel #WatSollDatDennSchrägeSagenAusDemRuhrgebiet #WDR5