home.social

#essaydiskurs — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #essaydiskurs, aggregated by home.social.

  1. Lernen

    Sternstunde Publizistik: “Obsolentials” und “Die Geschichte Chinas” (1839 bis heute)

    Mögen die Stadtplanungsämter dieses und vieler anderer Länder hiervon erleuchtet werden. Beim “bauen, bauen, bauen-“Bundeskanzler müssen wir diese Hoffnung wohl aufgeben. Wenn Wissenschaft noch einen Sinn hat, dann diesen:

    Sabine Tastel/DLF-“Essay&Diskurs”: Zukunft des Urbanen: Aus Bestehendem schöpfen: Das Potenzial obsoleter Stadträume – Unsere Großstädte stehen unter enormem Druck. Es werden Flächen benötigt – für neue und bezahlbare Wohnungen, Grünräume, soziale Infrastrukturen und eine nachhaltige Mobilität. Doch wo sind diese zu finden?”

    Ich zitiere hier gerne zusätzlich den DLF-Teaser aus seiner Programmvorschau: “Ein Wachstum der Städte nach außen ist schon lange keine Lösung mehr: Jede neu versiegelte Fläche vernichtet wichtige Natur- und Agrarräume und beschleunigt den Klimawandel. Aber: Unsere Städte besitzen eine entscheidende Ressource. Vom Kaufhaus über das Kino bis zum Parkplatz und Friedhof – immer mehr Gebäude und Flächen fallen aus der Nutzung. Treiber dieser Entwicklung sind die Megatrends Digitalisierung, Verkehrswende und Wandel der Religiosität. Vor dem Hintergrund der planetaren Grenzen stellt die Transformation obsoleter Stadträume die entscheidende Ressource für eine zirkuläre Stadtentwicklung dar. Es genügt jedoch nicht, Gebäude für Gebäude, Fläche für Fläche umzunutzen, ohne das Ganze im Blick zu haben – damit das Obsolete zur Quelle einer nachhaltigen Stadtentwicklung wird.”

    Jüngst hörte ich Schreckensnachrichten aus diesem Sender. Es gebe Pläne zum “Durchmoderieren” der Programmtage, wie ich es von all dem Formatwellen-Trash sonstiger ARD-Sender kenne, und immer davor geflohen bin. Wenn solche Qualitäts- und Fachredaktionsinseln auf diese Weise planiert werden, bin ich vom Medium Radio ganz weg …

    “Die Geschichte Chinas” auf Arte

    Da habe ich noch was gelernt, vor allem beim ersten Teil (1839-1908). Dass es schon im 19. Jahrhundert in China eine revolutionäre religiöse Sekte gab, die den Rheinländer Karl Marx angeblich faszinierte, das wusste ich nicht. Offenbar hatte die schon vieles von den menschenfeindlichen Zügen späterer “realsozialistischer” Stalinismen vorweggenommen. Nur schade, dass Europa nicht bereit war, davon zu lernen. Es war halt voll mit kolonialistischer Weltbeherrschung ausgelastet, und lebte das genozidal aus – u. a. gegen China!

    Vieles davon war mir mit meiner Abitur-1 in Geschichte weder bekannt noch bewusst. Wieviele hierzulande wissen davon? Ich schätze unter tausend. Das, was hier niemand weiss, prägt den chinesischen Nationalismus, der von der Kommunistischen Partei stets gehegt und gepflegt wurde, bis in die Gegenwart. Mein Rat also: schauen Sie sich das an.

    Ilana Navaro, Karim Miské/Arte: Die Geschichte Chinas – Die dreiteilige Doku erzählt anhand außergewöhnlicher Archivbilder von Chinas Aufstieg und Fall im Laufe der Geschichte. Dank der Einordnungen internationaler Historiker:innen entsteht eine völlig neue Perspektive auf 150 Jahre chinesischer Geschichte.” Verfügbar bis 13.7.

    Die Vorgeschichte der europäischen Kolonialismus-Aggressionen und Menschheitsverbrechen machen erst vieles der späteren chinesischen Kommunismus-Geschichte verständlich. Ohne im weiteren Verlauf dieses Filmwerkes die späteren Verbrechen von Mao und seinen Freun*dinn*en und Feind*inn*en zu verniedlichen oder gar zu entschuldigen. Zurecht werden die europäischen Sekten, die diesen brutalen Grausamkeiten politisch zu folgen bereit waren, nicht verschwiegen, aber auch nicht überbewertet.

    Ein starkes Werk. Finde ich. Danke an alle Mitwirkenden.

  2. Lernen

    Sternstunde Publizistik: “Obsolentials” und “Die Geschichte Chinas” (1839 bis heute)

    Mögen die Stadtplanungsämter dieses und vieler anderer Länder hiervon erleuchtet werden. Beim “bauen, bauen, bauen-“Bundeskanzler müssen wir diese Hoffnung wohl aufgeben. Wenn Wissenschaft noch einen Sinn hat, dann diesen:

    Sabine Tastel/DLF-“Essay&Diskurs”: Zukunft des Urbanen: Aus Bestehendem schöpfen: Das Potenzial obsoleter Stadträume – Unsere Großstädte stehen unter enormem Druck. Es werden Flächen benötigt – für neue und bezahlbare Wohnungen, Grünräume, soziale Infrastrukturen und eine nachhaltige Mobilität. Doch wo sind diese zu finden?”

    Ich zitiere hier gerne zusätzlich den DLF-Teaser aus seiner Programmvorschau: “Ein Wachstum der Städte nach außen ist schon lange keine Lösung mehr: Jede neu versiegelte Fläche vernichtet wichtige Natur- und Agrarräume und beschleunigt den Klimawandel. Aber: Unsere Städte besitzen eine entscheidende Ressource. Vom Kaufhaus über das Kino bis zum Parkplatz und Friedhof – immer mehr Gebäude und Flächen fallen aus der Nutzung. Treiber dieser Entwicklung sind die Megatrends Digitalisierung, Verkehrswende und Wandel der Religiosität. Vor dem Hintergrund der planetaren Grenzen stellt die Transformation obsoleter Stadträume die entscheidende Ressource für eine zirkuläre Stadtentwicklung dar. Es genügt jedoch nicht, Gebäude für Gebäude, Fläche für Fläche umzunutzen, ohne das Ganze im Blick zu haben – damit das Obsolete zur Quelle einer nachhaltigen Stadtentwicklung wird.”

    Jüngst hörte ich Schreckensnachrichten aus diesem Sender. Es gebe Pläne zum “Durchmoderieren” der Programmtage, wie ich es von all dem Formatwellen-Trash sonstiger ARD-Sender kenne, und immer davor geflohen bin. Wenn solche Qualitäts- und Fachredaktionsinseln auf diese Weise planiert werden, bin ich vom Medium Radio ganz weg …

    “Die Geschichte Chinas” auf Arte

    Da habe ich noch was gelernt, vor allem beim ersten Teil (1839-1908). Dass es schon im 19. Jahrhundert in China eine revolutionäre religiöse Sekte gab, die den Rheinländer Karl Marx angeblich faszinierte, das wusste ich nicht. Offenbar hatte die schon vieles von den menschenfeindlichen Zügen späterer “realsozialistischer” Stalinismen vorweggenommen. Nur schade, dass Europa nicht bereit war, davon zu lernen. Es war halt voll mit kolonialistischer Weltbeherrschung ausgelastet, und lebte das genozidal aus – u. a. gegen China!

    Vieles davon war mir mit meiner Abitur-1 in Geschichte weder bekannt noch bewusst. Wieviele hierzulande wissen davon? Ich schätze unter tausend. Das, was hier niemand weiss, prägt den chinesischen Nationalismus, der von der Kommunistischen Partei stets gehegt und gepflegt wurde, bis in die Gegenwart. Mein Rat also: schauen Sie sich das an.

    Ilana Navaro, Karim Miské/Arte: Die Geschichte Chinas – Die dreiteilige Doku erzählt anhand außergewöhnlicher Archivbilder von Chinas Aufstieg und Fall im Laufe der Geschichte. Dank der Einordnungen internationaler Historiker:innen entsteht eine völlig neue Perspektive auf 150 Jahre chinesischer Geschichte.” Verfügbar bis 13.7.

    Die Vorgeschichte der europäischen Kolonialismus-Aggressionen und Menschheitsverbrechen machen erst vieles der späteren chinesischen Kommunismus-Geschichte verständlich. Ohne im weiteren Verlauf dieses Filmwerkes die späteren Verbrechen von Mao und seinen Freun*dinn*en und Feind*inn*en zu verniedlichen oder gar zu entschuldigen. Zurecht werden die europäischen Sekten, die diesen brutalen Grausamkeiten politisch zu folgen bereit waren, nicht verschwiegen, aber auch nicht überbewertet.

    Ein starkes Werk. Finde ich. Danke an alle Mitwirkenden.