Gestern ist es mal wieder passiert. Die Binge-Störung hat gnadenlos nach altem Muster zugeschlagen. Von einer Minute auf die andere war mein Kopf wie umgepolt, als hätte jemand den Schalter einfach umgelegt, und ich habe eine riesige Portion Chicken Wings mit Pommes in mich hineingeschlungen. Ohne Genuss, ohne Freude. Einfach nur reingestopft.
Mein Kopf war ohnehin schon nicht in guter Verfassung, dazu kam der Ärger über eine bestimmte Sache, und dann wurde in der Nachbarschaft gegrillt. Die Düfte zogen durchs Fenster, und das reichte, um den Teufel in meinem Kopf zu wecken.
Doch schlimmer als das Essen selbst war, dass ich von dem Essen riesigen Durst bekam. Habe fast drei Liter Wasser getrunken, und mit dem, was ich über den Tag verteilt schon hatte, wurden es fast fünf Liter. Die Quittung kam prompt, heute Morgen Ödeme im Gesicht, und mein rechter Arm und die Hand waren nach dem Schlafen stark geschwollen. Körperlich und mental fühle ich mich miserabel.
Natürlich kam direkt nach dem Essen die übliche Lawine: Schuldgefühle, Selbsthass, Hoffnungslosigkeit. Aber zum Glück ist das heute schon wieder ein Stück weit in den Hintergrund getreten.
Das einzig Positive: ich habe nicht auch noch zu Süßkram gegriffen. Ein kleiner Lichtblick im Chaos.
Ursprünglich wollte ich am Montag auf die Waage, aber das verschiebe ich um eine Woche. 36 Stunden nach so einem Anfall, noch dazu mit Wassereinlagerungen auf die Waage zu steigen, wäre pure Selbstsabotage. Das Ergebnis würde mich direkt in die nächste Krise stürzen.
Also nehme ich es, wie es ist. Heute gibt es angepasstes Futter: Skyr und Brokkoli. Zusammen mit meinen Supps habe ich damit die Grundversorgung gesichert und kann wenigstens ein Teil von gestern wieder ausgleichen.
Jetzt heißt es: tief durchatmen, den Blick nach vorn richten – und erst einmal durch diesen Tag kommen.
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