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#dieterbott — Public Fediverse posts

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  1. Dieter Bott gestorben

    mit update 9.5.

    Unser Freund und Autor Dieter Bott ist gestern gestorben. Ein herzlicher Dank geht an unsere gemeinsame Freundin Gisela Schauer. Zusammen mit ihr besuchte er im vergangenen Jahr noch Bonn, und ich durfte ihm einige prägnante Stellen unserer schönen Stadt zeigen. Bundesweit bekannt wurde und blieb er als politischer Gründervater eines der ersten Fanprojekte im deutschen Profifussballbetrieb. Immer wieder eckte er mit seiner – mir sympathischen – Neigung zu politischen Widerworten an.

    Darum führte ihn sein Berufsweg u.a. zu Fanprojekten in Bochum und Duisburg, sowie zu damit inhaltlich zusammenhängenden Lehraufträgen in Düsseldorf. Er wandte sich immer kritisch gegen eine unpolitische Sozialarbeit. Politisierung führte ihn zu den zahlreichen sein Leben begleitenden Konflikten. Dafür nahm er auch längere “Hartz-IV”-Perioden in Kauf. Immer und überall in dichtem Kontakt mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten diversester Art. Das macht einen klugen Kopf.

    Für mich war Dieter die personifizierte Öffnung und Verkörperung der “Kritischen Theorie” der berühmten “Frankfurter Schule”, zu der ich zuvor nie einen persönlichen Zugang gefunden hatte. Alles, was ich über seinen Lehrer Theodor W. Adorno weiss, und das ist einiges mehr, als in Wikipedia steht, weiss ich von Dieter 😉

    Es war mir eine Freude mit ihm zusammengearbeitet zu haben, und dass wir dabei Freunde wurden. Ich weiss von Mitmenschen, die ihn als Nervensäge sahen. Dieters bewundernswerte bis ins hohe Alter temperamentsvolle Renitenz war immer politisch und wissenschaftlich grundiert. Von dieser Art widerständigen Nervensägen hat unsere Gesellschaft entschieden zu wenig. Wieder einer weniger. Er wird der Demokratie fehlen. Solchen Menschen sind wir zu besonderem Dank verpflichtet.

    Update 9.5.

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte veröffentlichte diesen Nachruf auf Dieter:

    Nachruf auf Dieter Bott

    Am 26.04.2026 ist der Soziologe und Fanforscher Dieter Bott im Alter von 82 Jahren verstorben.

    Dieter Bott gehörte zu den Pionieren der Fansozialarbeit und hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Fanprojektarbeit dorthin entwickelt hat, wo sie heute steht.

    Sein Wirken war geprägt von der Frankfurter Schule. Bei deren Hauptvertreter, dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, studierte Dieter Bott in den 60er Jahren. Interdisziplinäres Arbeiten, Kritik an Machtstrukturen und sozialer Kontrolle waren für Dieter Bott in all seinem Wirken leitend.

    Die Entstehungsphase der ersten Fanprojekte hat er sehr nah begleitet, teilweise auch bei diversen Neugründungen vor Ort mitgewirkt und Leitungsaufgaben übernommen. Dabei war er stets kritisch und hat die Wichtigkeit, strukturelle und konzeptionelle Gegebenheiten nicht als selbstverständlich hinzunehmen und diese stattdessen zu hinterfragen und dabei auch mal fordernd laut zu sein, immer wieder betont.

    Er scheute keinen Diskurs, stellte unbequeme Fragen und suchte stets die inhaltliche Auseinandersetzung. Dabei ließ er sich weder von institutionellen Hierarchien noch von Autoritäten beeindrucken. Sein Denken war unabhängig, seine Haltung klar.

    Viele Kolleginnen und Kollegen verdanken ihm wichtige Impulse, Inspiration und auch die Ermutigung, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten. Es zeichnete ihn aus, dass er bei seinem Wirken an den verschiedenen Standorten stets den Blick für den Nachwuchs in der Sozialen Arbeit hatte und diesen immer förderte und immer wieder forderte.

    Wir verlieren mit Dieter Bott nicht nur einen prägenden Wegbereiter, sondern auch einen leidenschaftlichen Mitstreiter.

    Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.
    Dieter wird uns fehlen.

  2. Dieter Bott gestorben

    mit update 9.5.

    Unser Freund und Autor Dieter Bott ist gestern gestorben. Ein herzlicher Dank geht an unsere gemeinsame Freundin Gisela Schauer. Zusammen mit ihr besuchte er im vergangenen Jahr noch Bonn, und ich durfte ihm einige prägnante Stellen unserer schönen Stadt zeigen. Bundesweit bekannt wurde und blieb er als politischer Gründervater eines der ersten Fanprojekte im deutschen Profifussballbetrieb. Immer wieder eckte er mit seiner – mir sympathischen – Neigung zu politischen Widerworten an.

    Darum führte ihn sein Berufsweg u.a. zu Fanprojekten in Bochum und Duisburg, sowie zu damit inhaltlich zusammenhängenden Lehraufträgen in Düsseldorf. Er wandte sich immer kritisch gegen eine unpolitische Sozialarbeit. Politisierung führte ihn zu den zahlreichen sein Leben begleitenden Konflikten. Dafür nahm er auch längere “Hartz-IV”-Perioden in Kauf. Immer und überall in dichtem Kontakt mit gesellschaftlichen Wirklichkeiten diversester Art. Das macht einen klugen Kopf.

    Für mich war Dieter die personifizierte Öffnung und Verkörperung der “Kritischen Theorie” der berühmten “Frankfurter Schule”, zu der ich zuvor nie einen persönlichen Zugang gefunden hatte. Alles, was ich über seinen Lehrer Theodor W. Adorno weiss, und das ist einiges mehr, als in Wikipedia steht, weiss ich von Dieter 😉

    Es war mir eine Freude mit ihm zusammengearbeitet zu haben, und dass wir dabei Freunde wurden. Ich weiss von Mitmenschen, die ihn als Nervensäge sahen. Dieters bewundernswerte bis ins hohe Alter temperamentsvolle Renitenz war immer politisch und wissenschaftlich grundiert. Von dieser Art widerständigen Nervensägen hat unsere Gesellschaft entschieden zu wenig. Wieder einer weniger. Er wird der Demokratie fehlen. Solchen Menschen sind wir zu besonderem Dank verpflichtet.

    Update 9.5.

    Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte veröffentlichte diesen Nachruf auf Dieter:

    Nachruf auf Dieter Bott

    Am 26.04.2026 ist der Soziologe und Fanforscher Dieter Bott im Alter von 82 Jahren verstorben.

    Dieter Bott gehörte zu den Pionieren der Fansozialarbeit und hat maßgeblichen Anteil daran, dass sich die Fanprojektarbeit dorthin entwickelt hat, wo sie heute steht.

    Sein Wirken war geprägt von der Frankfurter Schule. Bei deren Hauptvertreter, dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, studierte Dieter Bott in den 60er Jahren. Interdisziplinäres Arbeiten, Kritik an Machtstrukturen und sozialer Kontrolle waren für Dieter Bott in all seinem Wirken leitend.

    Die Entstehungsphase der ersten Fanprojekte hat er sehr nah begleitet, teilweise auch bei diversen Neugründungen vor Ort mitgewirkt und Leitungsaufgaben übernommen. Dabei war er stets kritisch und hat die Wichtigkeit, strukturelle und konzeptionelle Gegebenheiten nicht als selbstverständlich hinzunehmen und diese stattdessen zu hinterfragen und dabei auch mal fordernd laut zu sein, immer wieder betont.

    Er scheute keinen Diskurs, stellte unbequeme Fragen und suchte stets die inhaltliche Auseinandersetzung. Dabei ließ er sich weder von institutionellen Hierarchien noch von Autoritäten beeindrucken. Sein Denken war unabhängig, seine Haltung klar.

    Viele Kolleginnen und Kollegen verdanken ihm wichtige Impulse, Inspiration und auch die Ermutigung, eigene Positionen zu entwickeln und zu vertreten. Es zeichnete ihn aus, dass er bei seinem Wirken an den verschiedenen Standorten stets den Blick für den Nachwuchs in der Sozialen Arbeit hatte und diesen immer förderte und immer wieder forderte.

    Wir verlieren mit Dieter Bott nicht nur einen prägenden Wegbereiter, sondern auch einen leidenschaftlichen Mitstreiter.

    Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.
    Dieter wird uns fehlen.

  3. Nachruf auf die Republik

    mit Update nachmittags

    Hartmut Palmer spielte bei meiner jugendlichen Politisierung in den 70er Jahren eine Schlüsselrolle. Im damals noch aufregend hörenswerten WDR, nach meiner Erinnerung war es das Kritische Tagebuch, hörte ich einen Kommentar von ihm zum faschistischen Militärputsch in Chile 1973. Darin verschonte er auch die damalige sozialliberale Bundesregierung von Willy Brandt nicht mit Kritik. Ich nahm das Thema in die damals von mir redigierte Schülerzeitung der Essener Jungdemokraten auf. Palmers Laufbahn von der Süddeutschen zum Spiegel verfolgte ich mit Interesse. Und also auch seinen aktuellen Nachruf auf seinen Spiegel-Kollegen Koch im “Blog der Republik” von Alfons Pieper.

    Meine Informationen über den “Spiegel” bezog ich damals schon von seinem gefeuerten Redakteur und konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza. Der liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und es deckte sich mit den Erfahrungen, die wir als Jungdemokraten mit diesem Medium gemacht hatten. Im Zweifel liessen sich die Spiegel-Kollegen (Gendern unnötig) immer von der FDP instruieren, die wir 1982 kollektiv verlassen hatten.

    Darum pflegten wir eine skeptische Distanz, als wir in den Jahren 1985-87 unser Mittagspausenlokal mit der Bonner Spiegel-Redaktion teilten. In der “Laterne” in der Ermekeilstrasse sassen wir Tisch an Tisch. Während wir, Harald Jansen, Georg Hundt, Reiner Rosner und ich zum Nachtisch noch eine Runde flipperten, mussten die Spiegel-Fuzzis wieder arbeiten gehen. Die einstige “Schumann-Klause” (Ecke Schumann-/Weberstrasse) hatte sich in “Laterne” und “Südbahnhof” gespalten.

    An die Herren Koch und Wirtgen, beide in Palmers Nachruf namentlich erwähnt, kann ich mich noch gut erinnern. Tragisch, dass Koch in seinem Lebenskampf gegen Kohl politisch verloren hat. Immerhin hat er ihn deutlich überlebt, und diese Jahre hoffentlich genossen.

    Ich will den Kollegen nicht zu nahe treten. Sie haben zweifellos ihre politischen und journalistischen Verdienste. Die wichtigsten sind in Palmers Nachruf benannt.

    Aber was ist an Substanz geblieben?

    Update nachmittags
    Lesen Sie dazu zunächst das Gespräch zweier vernünftiger alter weisser Männer, Wolfgang Storz und Klaus Lang/bruchstuecke: “Die Brandmauer steht oder die Union geht unter”. Darin rufen sie dazu auf, “die jetzige Regierung daran zu erinnern, dass es ihre verdammte Verantwortung ist, in Stil und Inhalt gut zu regieren und damit der AfD den Boden zu entziehen.” Gute Idee, aber ein bisschen spät, oder? Update Ende.

    Diese Frage warf René Martens/MDR-Altpapier, den ich in den 90ern bei einem Fussball-Fantreffen in Erkenschwick kennenlernte, wo Dieter Bott ihn mir vorstellte, als der ebenfalls noch für Gremlizas konkret schrieb, gestern völlig zurecht auf:

    Wachen wir noch rechtzeitig auf? – 2026 könnte das ‘Schicksalsjahr’ des Journalismus werden. Soll sich das ‘Schicksal’ zum Guten wenden, müssten Redaktionen ihre Berichterstattung über Klima, Umwelt und Trump ändern.”

    Ich wage eine Vorhersage: sie werden es nicht tun.

  4. Nachruf auf die Republik

    mit Update nachmittags

    Hartmut Palmer spielte bei meiner jugendlichen Politisierung in den 70er Jahren eine Schlüsselrolle. Im damals noch aufregend hörenswerten WDR, nach meiner Erinnerung war es das Kritische Tagebuch, hörte ich einen Kommentar von ihm zum faschistischen Militärputsch in Chile 1973. Darin verschonte er auch die damalige sozialliberale Bundesregierung von Willy Brandt nicht mit Kritik. Ich nahm das Thema in die damals von mir redigierte Schülerzeitung der Essener Jungdemokraten auf. Palmers Laufbahn von der Süddeutschen zum Spiegel verfolgte ich mit Interesse. Und also auch seinen aktuellen Nachruf auf seinen Spiegel-Kollegen Koch im “Blog der Republik” von Alfons Pieper.

    Meine Informationen über den “Spiegel” bezog ich damals schon von seinem gefeuerten Redakteur und konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza. Der liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und es deckte sich mit den Erfahrungen, die wir als Jungdemokraten mit diesem Medium gemacht hatten. Im Zweifel liessen sich die Spiegel-Kollegen (Gendern unnötig) immer von der FDP instruieren, die wir 1982 kollektiv verlassen hatten.

    Darum pflegten wir eine skeptische Distanz, als wir in den Jahren 1985-87 unser Mittagspausenlokal mit der Bonner Spiegel-Redaktion teilten. In der “Laterne” in der Ermekeilstrasse sassen wir Tisch an Tisch. Während wir, Harald Jansen, Georg Hundt, Reiner Rosner und ich zum Nachtisch noch eine Runde flipperten, mussten die Spiegel-Fuzzis wieder arbeiten gehen. Die einstige “Schumann-Klause” (Ecke Schumann-/Weberstrasse) hatte sich in “Laterne” und “Südbahnhof” gespalten.

    An die Herren Koch und Wirtgen, beide in Palmers Nachruf namentlich erwähnt, kann ich mich noch gut erinnern. Tragisch, dass Koch in seinem Lebenskampf gegen Kohl politisch verloren hat. Immerhin hat er ihn deutlich überlebt, und diese Jahre hoffentlich genossen.

    Ich will den Kollegen nicht zu nahe treten. Sie haben zweifellos ihre politischen und journalistischen Verdienste. Die wichtigsten sind in Palmers Nachruf benannt.

    Aber was ist an Substanz geblieben?

    Update nachmittags
    Lesen Sie dazu zunächst das Gespräch zweier vernünftiger alter weisser Männer, Wolfgang Storz und Klaus Lang/bruchstuecke: “Die Brandmauer steht oder die Union geht unter”. Darin rufen sie dazu auf, “die jetzige Regierung daran zu erinnern, dass es ihre verdammte Verantwortung ist, in Stil und Inhalt gut zu regieren und damit der AfD den Boden zu entziehen.” Gute Idee, aber ein bisschen spät, oder? Update Ende.

    Diese Frage warf René Martens/MDR-Altpapier, den ich in den 90ern bei einem Fussball-Fantreffen in Erkenschwick kennenlernte, wo Dieter Bott ihn mir vorstellte, als der ebenfalls noch für Gremlizas konkret schrieb, gestern völlig zurecht auf:

    Wachen wir noch rechtzeitig auf? – 2026 könnte das ‘Schicksalsjahr’ des Journalismus werden. Soll sich das ‘Schicksal’ zum Guten wenden, müssten Redaktionen ihre Berichterstattung über Klima, Umwelt und Trump ändern.”

    Ich wage eine Vorhersage: sie werden es nicht tun.