home.social

#blogderrepublik — Public Fediverse posts

Live and recent posts from across the Fediverse tagged #blogderrepublik, aggregated by home.social.

fetched live
  1. Die gute Nachricht

    … steht heute, mann glaubt es kaum, im Spiegel und wird paywallfrei von einem echten Wissenschaftler überbracht

    Der ist – wenig überraschend – Christian Stöcker und ist, Schadenfreude muss sein, eine schlechte Nachricht für die Lobbyistin mit Staatsamt, die Roland Appel in seinen Textentwürfen geradezu vorsätzlich immer wieder falsch schreibt, und ich korrigiere, Katherina Reiche:

    “Batteriegroßspeicher: Selbst ihre Fans haben diese Technik dramatisch unterschätzt – Fast unbemerkt vollzieht sich im deutschen Stromnetz eine Revolution. Die Gesamtkapazität aller Batteriegroßspeicher könnte um den Faktor 27 wachsen – und damit das Stromsystem verändern.”

    Es gibt also Fortschritt, der sich selbst von der amtierenden Bundesregierung trotz ihrer geradezu übermenschlichen Anstrengungen nicht aufhalten lässt. Das hätte ich mir bei dem folgenden Thema auch gewünscht.

    Die schlechte Nachricht

    Arno Gottschalk/”Blog der Republik”: “Erst der hybride Krieg, dann die Beweise? – Wie aus einem ungeklärten Anschlagsversuch die Begründung für den Umbau der inneren Sicherheit wird”

    Den können Sie als Ergänzung zu Petra Erler lesen. Der Autor ist SPD-Parlamentarier in Bremen und erfüllt alle Erwartungen an entsprechende Verzweiflung.

    Kein Eskapismus: gutes Essen in und aus Italien – im DLF

    Wie immer das Anhören wert und – folgerichtig? – von einer Programmreform bedroht der DLF-Sonntagsspaziergang (Audio 80 min.) mit diesen auch einzeln anhörbaren Beiträgen:

    Manfred E. Schuchmann: “An der Wiege der italienischen Anti-Fast Food-Bewegung” (Audio 25 min.). Hier geht es natürlich um die in Italien geborene Slowfood-Bewegung.

    Jasmin Kröger: “Erbstück Esskultur: Wie eine toskanische Familie Tradition am Leben hält” Audio 18 min.

    Anna Dotti: “Auf der Suche nach der authentischen Küche in Rom” (Audio 11 min.)

    Gudrun Fischer: “Auf dem Zitronenweg von Minori nach Maiori an der Amalfiküste” (Audio 11 min.)

    Noch ein kleines Vergnügen für die Älteren

    Marc Hankmann/heise erinnert an “IFA: Zwischen Mythos und Verkaufsschau – Die IFA ist ein Schaufenster in die Zukunft. Der Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch: Nicht alles, was hier gezeigt wird, hat Bestand.”

    Ich erinnere mich bei der IFA an drei ereignisreiche Berlin-Reisen 97-03, die der WDR traditionell für seinen Rundfunkrat und die Medienpolitiker*innen der NRW-Landtagsfraktionen organisierte. Neben den üblichen Messerundgängen gipfelte das am letzten Abend in einem Abendessen in einem nicht ganz billigen Berliner Hotel, bei dem Intendant Fritz Pleitgen als bekannte TV-Nase auf diverse Tische verteilte Provinzpolitiker*innen mit Smalltalk und seinen professionellen Unterhaltungstalenten versorgte. Nach Verzehr der festen Nahrung gipfelte es in einen Ausscheidungswettbewerb beim Konsum legaler Drogen in flüssigem Zustand. Und was soll ich sagen (den Spielbericht erhielt ich am nächsten Morgen beim Frühstück im noch nicht abgerissenen Palast-Hotel): unvergesslich, wie mein damaliger Chef und Ostkontakte-erfahrener Ex-Jungdemokrat Roland Appel ins Finale gegen den UdSSR- und DDR-gestählten Fritz Pleitgen einzog. Dort aber klar unterlag – ohne Verlängerung.

  2. Bequemer Pessimismus

    Lutz Heuken war nach meiner Lesererinnerung in seinem Berufsleben, das sich bei der einst wichtigen und mächtigen WAZ abspielte, ein durchgehend anständiger Journalist. Unvergesslich bleibt mir, dass er sich Ende der 90er als Ressortchef und Leitartikler gegen den “völkerrechtswidrigen” (zit. der damals amtierende Kanzler Schröder) Kosovo-Feldzug der seinerzeit rot-grünen Bundesregierung und der Nato ausgesprochen hat. Auch heute gibt er im “Blog der Republik” seines früheren Arbeitskollegen Alfons Pieper Einschätzungen zum Ausdruck, denen ich und viele meiner Freund*inn*e*n folgen können. Darum benenne ich hier heute für mich eine Ausnahme.

    “Wir haben versagt – jetzt zahlen wir den Preis” – mit dem ersten Wort fängt es schon an. Das vereinnahmende “Wir” wird auch von mir gelegentlich angewandt, und beste Freund*inn*e*n rügen mich dafür. Mit Recht.

    Heukens “Wir” zieht sich durch den gesamten Text. Er nivelliert damit nicht nur Klassen- und andere -Widersprüche und politische Gegensätze. Wird nicht ansonsten immer wieder über angeblich schreckliche “Polarisierung” gejammert? Die fehlt hier. Dabei gibt es sie wirklich. Sie wird nur von der herrschenden real existierenden und vermachteten Medien- und Parteienlandschaft nicht abgebildet und repräsentiert. Diese wird von Heuken mit Recht kritisiert, aber unzulässig auf ein “Wir” verallgemeinert. Vielleicht, weil er zu anderen, nur teilweise besseren, Zeiten selbst ein Teil davon war?

    Zweifellos gibt er mit seinem an Jammer nicht sparenden Text den Gefühlen und Einschätzungen vieler meiner Freund*inn*e*n Ausdruck. Doch ich fürchte, diese vorgebliche Verzweiflung und Machtlosigkeit dient nur dem Selbstbetrug: ich bin dagegen, aber auf mich hört ja keiner, ich kann ja nichts machen. Falsch.

    Pieper und Heuken trete ich sicherlich nicht zu nahe, wenn ich ihre politische Sozialisation und Denkweise in die Nähe der deutschen Sozialdemokratie rücke. Nirgends ist die politische Verzweiflung heute grösser, als dort. Doch aus der gleichen publizistischen Küche, nur ohne deutsche oder mitteleuropäische Scheuklappen, kommt das:

    Chiara Cordelli/IPG-Journal: “Die Tragödie unserer Zeit – Aus Krise wächst Hoffnung: Wie Autoritarismus und Klimachaos neuen demokratischen Aufbruch befeuern.”

    Signora Cordelli hat verstanden, dass der Fortschritt nie linear ist oder sein kann. Er ist immer ein Resultat dialektischer Prozesse und Finessen. Fortschrittliche Kräfte, die nicht dumm bleiben wollen, studieren solche Prozesse aufmerksam, und lernen daraus. So, wie es die Rechten leider auch tun. Heutigen alten und jungen Linken täte es gut, die grassierende machttechnologische Welle zu begreifen, wie es hier ein junger netzpolitik-Praktikant fertigbringt. Zielsicher erfasst der junge Kollege das Zentrum der unbegrenzten Bereicherung durch die Menschheitsplagen unserer Zeit, die sich in Gestalten wie Trump, Musk u.v.a. austoben. Warum sind so viele zu dumm für das, was Denis Glismann kann?

    Am Ende siegen die … nein, falsch. Es gibt kein Ende. Es geht immer weiter, so lange es Menschen gibt – eine Klimakatastrophe kann immer “dazwischen kommen” … Siegen werden immer die, die mehr Menschen und soziales Engagement mobilisieren. “Polarisierung” kann dem sogar dienlich sein. Sie muss halt an elementaren gesellschaftlichen Widersprüchen ansetzen, und darf sich nicht durch von den Herrschenden mobilisierte Scheinwidersprüche spalten lassen.

    Der sog. “konstruktive Journalismus”, nach dem eine mutmassliche Mehrheit sogar hungert und dürstet, damit sie nicht Heuken-artig unter der Wucht der Aufmerksamkeitsökonomie zusammenbricht, hat das noch nicht begriffen. Niemand da draussen kennt ihn, den es z.B. hier oder hier geben soll … Statt brav Fördergelder zu verbrauchen, auch mal in Konflikte reingehen, Gegnerschaft und Interessen benennen, Kampfbereitschaft zeigen – dann würde es vielleicht bemerkt.

    Gesellschaftliche Bündnispolitik ist eine hohe Kunst. Es gab Zeiten, zu denen die SPD diese Kunst beherrschte. Die Grünen schaffen es bis heute nicht. Ob die US-Demokrat*inn*en es wieder erlernen, kann für den Planeten lebenswichtig werden.

    Die chinesischen Oligarchen wissen übrigens schon lange von Signora Cordellis Erkenntnissen. Systemkonkurrenz.

  3. Festival für Krieger

    Die nahende Fussball-WM (der Herren) und die, die sie bezahlen

    mit Update 4.1.

    Wer mag nur diese schwachsinnige dpa-Meldung initiiert haben? Wer hat in der Schule bei Kopernikus und Galilei nicht aufgepasst? Ich weiss spätestens seit der Mondlandung 1969 und der Boxkämpfe von Muhammad Ali, was es damit auf sich hat. Unvergesslich die WM 1970 in Mexico. Beim 3:4 n.V. gegen Italien weckten mich meine Eltern nach dem Ausgleichstor von Schnellinger (“Schnellinger, ausgerechnet Schnellinger werden die Italiener sagen” rief Ernst Huberty, für seine coolen Verhältnisse geradezu ekstatisch). Da war die Schule am nächsten Morgen dann doch egal.

    Spätestens da wusste jedes Kind: die Erde ist eine (geneigte) Kugel, die sich in 24 Stunden um sich selbst dreht, was zu den Sonnenauf- und -untergängen und dem Wechsel von Tag und Nacht führt. Was daran ist schwer zu verstehen?

    Die weltumsatzstärkste Mafia-Organisation Fifa hatte sich nun nach 1994 ein weiteres Mal dazu entschlossen, ihre WM (der Herren) im wesentlichen in die USA (mit ein bisschen Canada und Mexico dazu) zu vergeben. Wer diesen Kriminellen dann die Millionen und Milliarden für Medienrechte hinterherwirft, weiss, was er tut (Gendern nicht erforderlich).

    Der politische Zweck

    Der Fifa-Präsident Infantino, hier nach wie vor am analytisch schärfsten erfasst, hat seinen Wohnsitz schon bei der letzten WM im idyllischen Qatar gewählt. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist er nun in den Enddarm von Donald Trump umgezogen. Das hat einen guten Grund.

    Donald Trump ist in Not. Im November sind in seinem schönen weiten Land der Freien und Tapferen – immer noch – Parlamentswahlen. Seine Fans sind sauer auf ihn. Der Verbrecher Epstein interessiert mehr die Medien als die Leute. Eltern müssen eben besser auf ihre Töchter aufpassen, wie ja auch unser Bundeskanzler gerne betont. Aber: Trotz Donalds Zoll-Theater-Aufführungen wird das Leben im Land nicht besser sondern schlechter. Das Deportieren von Migrant*inn*en bringt niemandem Vorteile – ausser Trump und seinen Medien. Mord und Totschlag geht weiter. Infrastruktur (Strassen, Brücken, Bahnen, Versorgung) bleibt so scheisse, wie sie schon immer war. Kranke, die arm sind, müssen sterben. Arme, die kein Haus besitzen, dürfen frieren, hängen öffentlich irgendwo rum und versauen das Stadtbild. Warum sind sie nicht reich geworden, wie jeder anständige weisse Mann? Hier mal ein Krieg (Iran), da mal ein Krieg (Venezuela) – aber wo genau und warum? Welche*r Wähler*in will das wissen? Jeder weisse Mann hat das Recht, auch mal einen umzulegen – wenn es für einen guten Zweck ist. Und durch Ausbeutung Anderer Milliardär zu werden. Jeder kann es schaffen, er muss es nur wollen.

    Also mal eine fette Party, mit spannenden Wettkämpfen, die die USA am Ende gegen den Rest der Welt triumphal gewinnen. Und an der Spitze der den Ruhm feiernden und geniessenden der grosse einmalige Donald. Wer würde da noch eine “Opposition” – wer oder was soll das sein? – wählen?

    Und bitte, ihr Deppenmedien: ihr seid dazu da, das zu finanzieren und in die Welt hinauszutragen. Wer das verschläft ist selber schuld und verschläft am Ende noch das Feuerwerk, das Donald ihm frei Haus schickt.

    Die Welt kann so geil sein, wenn mann ein alter weisser Mann ist. Und wer das nicht verstehen will, muss eben dazu gezwungen werden. Wofür sonst sind Waffen da?

    Was davon, Deutsche Telekom (“Magenta-TV”), ARD und ZDF (und dpa) habt ihr nicht verstanden?

    Update 4.1.

    Den passenden Komentar zum Überfall der USA auf Venezuela finden Sie bei Robert Misik/taz, und das, obwohl der beim Schreiben noch nichts davon wusste:

    “Hitlers Kronjurist und US-Gotteskrieger: Politische Theologie für Spinner – Carl Schmitt war Nazi-Jurist und Staatstheoretiker. In den USA erlebt er bei rechten Akteuren wie Peter Thiel und J. D. Vance ein Comeback.”

    Gute alte WAZ-Schule

    Mit geübter Prägnanz schreibt Lutz Heuken/Blog der Republik alle vernünftigen politischen Gedanken zum Überfall auf Venezuela auf, wie sie mir auch nicht besser gekommen wären:

    “Venezuela – oder: Die brutale Aufteilung der Welt”.

  4. Nachruf auf die Republik

    mit Update nachmittags

    Hartmut Palmer spielte bei meiner jugendlichen Politisierung in den 70er Jahren eine Schlüsselrolle. Im damals noch aufregend hörenswerten WDR, nach meiner Erinnerung war es das Kritische Tagebuch, hörte ich einen Kommentar von ihm zum faschistischen Militärputsch in Chile 1973. Darin verschonte er auch die damalige sozialliberale Bundesregierung von Willy Brandt nicht mit Kritik. Ich nahm das Thema in die damals von mir redigierte Schülerzeitung der Essener Jungdemokraten auf. Palmers Laufbahn von der Süddeutschen zum Spiegel verfolgte ich mit Interesse. Und also auch seinen aktuellen Nachruf auf seinen Spiegel-Kollegen Koch im “Blog der Republik” von Alfons Pieper.

    Meine Informationen über den “Spiegel” bezog ich damals schon von seinem gefeuerten Redakteur und konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza. Der liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und es deckte sich mit den Erfahrungen, die wir als Jungdemokraten mit diesem Medium gemacht hatten. Im Zweifel liessen sich die Spiegel-Kollegen (Gendern unnötig) immer von der FDP instruieren, die wir 1982 kollektiv verlassen hatten.

    Darum pflegten wir eine skeptische Distanz, als wir in den Jahren 1985-87 unser Mittagspausenlokal mit der Bonner Spiegel-Redaktion teilten. In der “Laterne” in der Ermekeilstrasse sassen wir Tisch an Tisch. Während wir, Harald Jansen, Georg Hundt, Reiner Rosner und ich zum Nachtisch noch eine Runde flipperten, mussten die Spiegel-Fuzzis wieder arbeiten gehen. Die einstige “Schumann-Klause” (Ecke Schumann-/Weberstrasse) hatte sich in “Laterne” und “Südbahnhof” gespalten.

    An die Herren Koch und Wirtgen, beide in Palmers Nachruf namentlich erwähnt, kann ich mich noch gut erinnern. Tragisch, dass Koch in seinem Lebenskampf gegen Kohl politisch verloren hat. Immerhin hat er ihn deutlich überlebt, und diese Jahre hoffentlich genossen.

    Ich will den Kollegen nicht zu nahe treten. Sie haben zweifellos ihre politischen und journalistischen Verdienste. Die wichtigsten sind in Palmers Nachruf benannt.

    Aber was ist an Substanz geblieben?

    Update nachmittags
    Lesen Sie dazu zunächst das Gespräch zweier vernünftiger alter weisser Männer, Wolfgang Storz und Klaus Lang/bruchstuecke: “Die Brandmauer steht oder die Union geht unter”. Darin rufen sie dazu auf, “die jetzige Regierung daran zu erinnern, dass es ihre verdammte Verantwortung ist, in Stil und Inhalt gut zu regieren und damit der AfD den Boden zu entziehen.” Gute Idee, aber ein bisschen spät, oder? Update Ende.

    Diese Frage warf René Martens/MDR-Altpapier, den ich in den 90ern bei einem Fussball-Fantreffen in Erkenschwick kennenlernte, wo Dieter Bott ihn mir vorstellte, als der ebenfalls noch für Gremlizas konkret schrieb, gestern völlig zurecht auf:

    “Wachen wir noch rechtzeitig auf? – 2026 könnte das ‘Schicksalsjahr’ des Journalismus werden. Soll sich das ‘Schicksal’ zum Guten wenden, müssten Redaktionen ihre Berichterstattung über Klima, Umwelt und Trump ändern.”

    Ich wage eine Vorhersage: sie werden es nicht tun.

  5. #gesichtzeigen Für ein weltoffenes Deutschland wird 25 Jahre alt. Ich habe im #BlogderRepublik beschrieben, warum die Arbeit unserer NGO heute wichtiger ist, denn je: Rechtsextremismus war in Deutschland nie ein Randphänomen! blog-der-republik.de/seit-25-j

  6. Für die @unoflucht habe ich im #BlogderRepublik über die besorgniserregende Debatte zu Flucht und Migration bei uns und in ganz Europa geschrieben:
    blog-der-republik.de/flucht-un

  7. US-Geschichte in Mediatheksperlen

    Empfehlung für morgen: 3sat

    mit Update nachmittags: Friedensbemühungen

    Markus Kompa/telepolis empfiehlt: “JFK – Das Rätsel um den Jahrhundertmord steht vor der Auflösung – 60. Jahrestag zu Kennedy-Attentat in Dallas wirft seine Schatten voraus. Die Berichterstattung dazu ist ein brauchbarer Gradmesser für die Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit von Medien”. Bei ihm erfahre ich, dass der Kampfbegriff “Verschwörungstheorie” 1967 von der CIA erfunden worden sei. Waren die also doch zu was nutze?

    Kompas Empfehlung ist Oliver Stones aktualisiertes Werk, das morgen Abend nach der Tagesschau auf 3sat läuft: “JFK Revisited – Die Wahrheit über den Mord an John F. Kennedy – Der Mord an John F. Kennedy gilt als der spektakulärste Kriminalfall des 20. Jahrhunderts. US-Regisseur Oliver Stone zeichnet nach ‘Tatort Dallas’ nun ein neues Bild des Anschlags.” Verfügbar bis 13.2.2024. Ich habs noch nicht gesehen. Die Urversion Stones von 1991 läuft parallel bei Kabel1.

    Ghislaine Maxwell – politisch zu oberflächlich ausgeleuchtet

    Gesehen habe ich “Wer ist Ghislaine Maxwell? – Die Bienenkönigin”, nur noch bis morgen verfügbar. Mrs. Maxwell als Papas (Robert Maxwell) Tochter, die sich von ihrem Ersatz-Papa Jeffrey Epstein zur Puffmutter instrumentalisieren liess, und für hunderte traumatisierte Frauen zu einem gefährlichen Monster mutierte. So weit, so furchtbar klar.

    Viele wichtige Fragen bleiben jedoch sperrangelweit offen, und darum ist die kurze Verfügbarkeit nur wenig tragisch. Nur angedeutet bleibt, dass Mrs. Maxwell der Selbstmordtheorie über das Ableben ihres Vaters nicht glaubt. Robert Maxwell war der strategische Rivale Rupert Murdochs auf dem englischsprachigen Medienmarkt. Nach seinem Tod konnte nichts und niemand mehr Murdoch aufhalten. Diese Rahmenhandlung bleibt in dem Film komplett und sträflich unbeachtet.

    Ebenso wird mit keinem Wort das Geschäftsmodell des “Multimillionärs” oder wahlweise “Milliardärs” Jeffrey Epstein analysiert. Die Bildsprache wuchert mit den Visagen der Herren Clinton, Trump und (Andrew) Windsor, doch die Politik dahinter bleibt ausgespart. Und zwar sehr sorgfältig, in einem Dreiteiler. Bleibt die Frage: warum wohl?

    Update nachmittags

    Friedensbemühungen

    Wenn Sie wie ich ein Bedürfnis haben, etwas für Frieden und gegen Krieg unternehmen zu wollen, dann ist diese Handreichung des Schweizers Guido Biland/overton hilfreich: “Die Seuche des 21. Jahrhunderts: Parteinahme – Konflikte werden nicht gelöst, indem man möglichst laut und theatralisch Partei ergreift, sondern indem man den Parteien diskret hilft, eine faire Lösung zu finden. Das nannte man früher Friedensdiplomatie.”

    Es gibt auch wieder eine Demo: “Nein zu Kriegen – Rüstungswahnsinn stoppen – Zukunft friedlich und gerecht gestalten” am kommenden Samstag in Berlin. Für meinen Geschmack hätte dem Aufruf ein Halbsatz zur Solidarität mit Flüchtlingen, insbesondere Kriegsdienstverweigerer*inne*n gut getan, um ungebetene Gäste fernzuhalten. Aber nicht nur deswegen, sondern vor allem, weil es wichtig ist. Die Präsentationsformen der Aufrufunterzeichner*innen ist divers. Beim Blog-der-Republik z.B. finden Sie eine Naturfreunde-Version.

    Ich persönlich habe noch ein anderes Problem. Berlin ist mir den Aufwand von Zeit, Kosten und Kraft nicht wert. Das einzige Argument für diesen Demonstrationsort ist, dass “da die Medien sind”. Die wollen aber nicht, wie hier die Junge Welt beklagt. Was spräche also gegen Kundgebungsorte wie z.B. Hannover, Dortmund oder Frankfurt? Das sind wenigstens Ballungsräume mit Verkehrsanschluss.

  8. Blinded

    Mediathekperle + Best of Wochenende
    Mir ist zu heiss, viel zu schreiben. Aber das ist zu schade zu verpassen. “Blinded”. Die grosse böse Finanzwelt in seriös gearbeiteter schwedischer Krimikost verpackt. Die erste Staffel habe ich gesehen. Keine Ahnung, warum Hauptdarstellerin Julia Ragnarsson wasserstoffblond spielen muss. Aber immerhin […]

    https://extradienst.net/2023/07/10/blinded/

  9. Deutsche Stars

    Extradienst-Leser*innen wissen, dass ich ein Fan von Malaika Mihambo bin. Sie hat nun – leistungssportlich betrachtet – eine aufregend-spannende Kronprinzessin gefunden: sie heisst Mikaelle Assani, und eine mächtige globale Suchmaschine hat für die Eingabe ihres Namens noch keine Auto-Vervollständigung. Frau Assani kommt wie Frau Mihambo (Heidelberg) aus […]

    https://extradienst.net/2023/07/05/deutsche-stars/

  10. Nicht übertreiben

    Grenzen des Scholz-Verstehens – Best of 30. Januar 2023: DLF-Abschiede, Denkpanzer, Kujat, sich flach hinlegen/Tang Ping, Nazis im Fussball, Erdrotation, Weltraumschrott Mit dem Aufwachen, ich habe es noch mal mit dem Deutschlandfunk gewagt, zeigte Sophia Boddenberg, die gelegentlich auch für die taz und die Ila schreibt, die Grenzen des Scholz-Vestehens in 4 Minuten (audio) präzise auf: “Streit um Lithiumabbau in Chile – Gefahren für indigene Gemeinden und Ökosystem”. Und hier wird das gleiche Thema von […]

    https://extradienst.net/2023/01/30/nicht-uebertreiben/

Share on Mastodon

Enter the server where you have an account.