RE: https://mastodon.social/@tazgetroete/117163669648218987
Wir sind nicht wütend genug auf das, was die schweigende Mehrheit künftigen Generationen antut!
Die Kurzfassung von Gilda Sahebi in der taz ⬇️
und die Langfassung von Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier im Buch "Kinder, Minderheiten ohne Schutz - Aufwachsen in der alternden Gesellschaft"
»Die gemeinsame Erfahrung, die diese junge Generation teilt, lässt sich als Aufwachsen in einem andauernden Ausnahmezustand beschreiben. Genau genommen ist für sie der Ausnahmezustand der Normalzustand. Und die meiste Zeit ihres Lebens erleben sie in ihrem Nahumfeld gestresste Eltern, überforderte Lehrkräfte, orientierungslose Erwachsene und Institutionen, die nicht verlässlich funktionieren. All das ist für sie genauso normal wie Rechtspopulismus, dauerhaft polarisierte öffentliche Diskurse oder TikTok. Sie kennen keine Zeit ohne all das. Was für Ältere neu ist oder ein Ausnahmezustand darstellt, ist für die Jungen normal. Hingegen haben sie die zentralen Elemente des immer noch propagierten deutschen Selbstbildes, etwa Ordnung und Verlässlichkeit, kaum erlebt.
[…]
Und am schwersten wiegt, dass sich das begründete Gefühl bereitmacht, dass sie (mit Ausnahme Ihrer Familie) für kaum jemanden eine Bedeutung haben, dass sie nicht gesehen werden und dass sie im politischen Diskurs kaum eine Rolle spielen.« (S.209/210)
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