#autofiktion — Public Fediverse posts
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Die Sonne blinzelte mir ins Gesicht. Ich zog die Kapuze meines Hoodies über und ging zum Hafenbüro, das hinter den Fischerbooten wie aus einem Hobbit-Film aussah. Drinnen begrüßte mich der Hafenmeister, ein blonder Hüne Mitte 30, der direkt aus einer Flensburger-Werbung stammen könnte. „Kein Hobbit“, dachte ich schmunzelnd.
„Moin“, sagte er knapp. Ein großer Tresen trennte uns, an der Wand eine Seekarte, darunter Prospekte für Funkkurse. In der Ecke ein Defibrillator. Auf dem Tresen stand ein Spenden-Schiffchen der Seenotrettungsgesellschaft.
„Moin“, erwiderte ich.
„Gestern ganz schön was abgekriegt“, sagte ich und erklärte ihm, warum ich bleiben wollte. „Werde wohl mindestens paar Tage hier sein, bis alles wieder Klarschiff ist.“
Er überlegte kurz, dann antwortete er: „Bleiben Sie ruhig, aber fahren Sie nicht weg, nach Hamburg oder so. Ich muss Sie wahrscheinlich verlegen, wenn’s hier Ostern voll wird.“
„Okay, ich bleibe.“, sagte ich schnell.
Hamburg, das, was ich dort zurückgelassen hatte – nein, ich hatte sicher keine Lust zurückzufahren. Ich bedankte mich, machte mich auf den Weg zu den Sanitäranlagen. Zumindest hatte ich für ein paar Tage ein Zuhause.
Als ich zurück zu meinem Boot kam, war die Sonne schon wieder weg, ein feiner Regen trieb über die Förde.
Die Fischer saßen unter der Markise des Fischbrötchen-Kiosks und tranken Bier. Ihr Arbeitstag hatte Pause bis zum Nachmittag, dann würden sie wieder rausfahren, die Netze ein weiteres Mal den Fischen auf den Kopf werfen.
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