Passend dazu dann immer mal wieder den wunderbaren Günter Anders lesen ("Die Antiquiertheit des Menschen"). Technikphilosoph und viel zu sehr in Vergessenheit geratener Denker.
In Anders' Denken liegt ein tiefes Misstrauen gegenüber der Vorstellung, die Menschen würden schon deshalb eine Lösung finden, weil sie die Katastrophe selbst hervorgebracht hat. Unsere technischen Fähigkeiten können längst Folgen erzeugen, die unsere Vorstellungskraft, unser Verantwortungsgefühl und unsere Fähigkeit, diese Folgen emotional zu begreifen, übersteigen.
Das ist Anders' prometheischen Diskrepanz: Wir können mehr herstellen und anrichten, als wir uns vorstellen und gefühlsmäßig aneignen können.
Die Hoffnung kann diese Diskrepanz verdecken. Sie kann uns erlauben, die Möglichkeit der Rettung zu denken, ohne das Ausmaß der Bedrohung wirklich an uns heranzulassen.
Aber! Aber Anders würde vermutlich nicht sagen: "Hoffe nicht". Er würde verlangen, dass wir uns die Wirklichkeit der Gefahr so weit wie möglich zumuten, anstatt uns durch beruhigende Zukunftsbilder zu entlasten.
Wir müssen dabei nicht nur wissen, was wir anrichten können. Wir müssen lernen, es uns vorzustellen und zu fühlen!
Die apokalyptische Lage anzuerkennen ist lediglich der Anfang. Es geht darum, die eigene Vorstellungskraft so zu erweitern, dass das Ausmaß der drohenden Zerstörung unser Handeln tatsächlich erreicht.
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