Andy Gudera
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Das Leiden der anderen: Neurodiversität endet nicht an der Schädeldecke
Neurodiversität ist ein schönes Wort. Es klingt nach Regenbogen im Kopf, nach toleranter Gesellschaft, nach „anders, aber nicht falsch“. Alles richtig. Alles wichtig. Und trotzdem fehlt in vielen Debatten eine unbequeme Hälfte oder vielleicht auch das Dreiviertel: Neurodiversität passiert nicht im luftleeren Raum. Sie hat Mitbewohner, Partner, Kinder, Eltern, Kollegen, Freunde, Nachbarn und manchmal auch Kellner, die gerade Pech hatten. Wer über Neurodiversität spricht, spricht oft über das Leiden der Betroffenen. Über Masking, Reizüberflutung, Missverständnisse, Ausgrenzung, Diagnosescham und chronische Selbstkorrektur. Das ist berechtigt. Aber es ist nicht vollständig. Denn rings um neurodivergente Menschen leben andere Menschen, die ebenfalls sortieren, puffern, übersetzen, auffangen und reparieren.
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