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1000 results for “tomaz_weiss”

  1. <- As I am trying to learn about the Union (and express myself) I am finding a strange discrepancy between

    first

    the number of people and institutions and projects, and the volume of matterials produced and

    second

    the general knowledge of the Union...

    More here: trojkatretiho.cz/viewtopic.php

    @abolitionniste @Akshay @DetersHenning @dingemansemark @elCelio @HistoPol @kmetz @leftyknowitall @nooartur @paul_ward_irl @pmroman @RainerMuehlhoff @SylviaFysica @thilosophus @tomas_weiss @Veza85UE

    #MyEU

  2. <- @Veza85UE , I like your rage :-)

    I am saying this not the first time: Let us find (or create!) something for yours and mine cooperation.

    I am not completely happy with Jules Eisenchteter's article. I found @tomas_weiss .

    Let us do something together.

    Have a look at trojkatretiho.cz . For example, in my latest post, there are some proposal what we should do about the Confusion of languages ​​- #BabelEU : trojkatretiho.cz/viewtopic.php .

    @kmetz @leftyknowitall

    #MyEU

  3. This is the key role of the supervisor: To calm down the completely lost first-year PhD student.
    ---
    RT @ithinkwellHugh
    Starting a #PhD? Warning: Steep learning curve ahead.
    As you start reading the literature you will begin to realise how little you know. That's OK. It's normal. You are learning. That's why you're doing the PhD. #PhDchat #PhDforum #gradschool #PhDLife
    twitter.com/ithinkwellHugh/sta

  4. Heute Abend in Berlin.

    Soli Party für Rave The Planet ab 23 Uhr im Weißen Hasen.

    Line Up:

    ANDRÉ GAWLITZA
    DAZA
    FOREIGN DIGITS
    KLARER BERNSTEIN
    PETDUO
    SYLENT
    SYLVIE MILES
    TOMASZ GUIDDO
    VACCARO
    HASEN RESIDENTS

    Special Guest #Westbam

    Link zu IG : instagram.com/p/CzCEHzjhCi2/
    -
    #ravetheplanet #techno #tonight #Berlin #weisserhase

  5. Wann platzt die KI-Blase?

    Die SZ thematisiert es heute mal wieder, selbstverständlich digital eingemauert für ihre solventen Abonnent*inn*en: “Umstrittene Kredite: Es riecht nach Finanzkrise – Schattenbanken haben Kredite in Billionenhöhe vergeben. Erste Unternehmen fallen aus, Fonds müssen die Rückgabe aussetzen. Jetzt redet die Finanzbranche über zwei unappetitliche Dinge: einen Crash – und Kakerlaken.” So geht es nun schon seit Monaten. Oder gar Jahren? Sicher ist: es wird kommen. Nur wann? Und wer weiss es zuerst?

    Ex-taz-Redakteur Felix Lee schreibt hinter der gleichen Mauer – “Lesedauer 16 Minuten” – das hier: “Billiger Strom ist Chinas groser Trumpf im KI-Wettlauf … Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus …” Dä.

    Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Wie hängt das mit Trumps und Netanyahus Irankrieg zusammen? Wollen sie die Blase jetzt platzen lassen? Und sich, weil sie es vorher wissen, an den Monsterspekulationsgewinnen laben? Ich weisses doch auch nicht. Doch mittlerweile müssen wir alles für möglich halten.

    Und hier können Sie es paywallfrei lesen:

    Tomasz Konicz/Jungle World: KI-Blase: Kapitale Kannibalen – Das disruptive Potential der KI-Entwicklung manifestiert sich bereits deutlich in der wachsenden Labilität der Finanzmärkte in den USA.”

    Und eine medial unterbelichtete Ergänzung zu den Mördern und Kriegsstrategen gibt es hier:

    Stephan Roll/Qantara: Angriff auf Iran: Wollten die Saudis diesen Krieg? – Saudi-Arabiens Kalkül könnte ein anderes sein, als viele denken. Zwar fliegen Raketen und Drohnen auf Doha, Dubai und auch auf Riad. Doch einiges spricht dafür, dass sich das Königreich vom Irankrieg auch Vorteile erhofft.”

  6. Wann platzt die KI-Blase?

    Die SZ thematisiert es heute mal wieder, selbstverständlich digital eingemauert für ihre solventen Abonnent*inn*en: “Umstrittene Kredite: Es riecht nach Finanzkrise – Schattenbanken haben Kredite in Billionenhöhe vergeben. Erste Unternehmen fallen aus, Fonds müssen die Rückgabe aussetzen. Jetzt redet die Finanzbranche über zwei unappetitliche Dinge: einen Crash – und Kakerlaken.” So geht es nun schon seit Monaten. Oder gar Jahren? Sicher ist: es wird kommen. Nur wann? Und wer weiss es zuerst?

    Ex-taz-Redakteur Felix Lee schreibt hinter der gleichen Mauer – “Lesedauer 16 Minuten” – das hier: “Billiger Strom ist Chinas groser Trumpf im KI-Wettlauf … Während US- und EU-Rechenzentren unter Kosten und Engpässen leiden, baut China im Rekordtempo aus …” Dä.

    Und jetzt stellen wir uns mal ganz dumm. Wie hängt das mit Trumps und Netanyahus Irankrieg zusammen? Wollen sie die Blase jetzt platzen lassen? Und sich, weil sie es vorher wissen, an den Monsterspekulationsgewinnen laben? Ich weisses doch auch nicht. Doch mittlerweile müssen wir alles für möglich halten.

    Und hier können Sie es paywallfrei lesen:

    Tomasz Konicz/Jungle World: KI-Blase: Kapitale Kannibalen – Das disruptive Potential der KI-Entwicklung manifestiert sich bereits deutlich in der wachsenden Labilität der Finanzmärkte in den USA.”

    Und eine medial unterbelichtete Ergänzung zu den Mördern und Kriegsstrategen gibt es hier:

    Stephan Roll/Qantara: Angriff auf Iran: Wollten die Saudis diesen Krieg? – Saudi-Arabiens Kalkül könnte ein anderes sein, als viele denken. Zwar fliegen Raketen und Drohnen auf Doha, Dubai und auch auf Riad. Doch einiges spricht dafür, dass sich das Königreich vom Irankrieg auch Vorteile erhofft.”

  7. Von Trumps Gnaden

    TV-Landschaft der USA

    Der US-Satiriker Stephen Colbert darf ein Interview nicht ausstrahlen, während die CBS-News-Redaktion kaum noch frei von politischem Druck arbeiten kann. Was ist da los in der US-Fernsehlandschaft?

    Über 7 Millionen Mal wurde inzwischen ein Interview angesehen, das nicht ausgestrahlt werden durfte. Statt wie geplant am Montag im US-Fernsehen zu laufen, ist es nun auf dem YouTube-Kanal des Satirikers Stephen Colbert zu finden. Einmal mehr hat der Streisand-Effekt zugeschlagen: Schuld an den ungewöhnlich hohen Zugriffszahlen, auch abseits von YouTube, ist weniger das Interview mit einem texanischen Politiker, sondern das politisch motivierte Sendeverbot.

    Vor der Sendung hatte die Rechtsabteilung des Senders, CBS, laut Colbert „unmissverständlich“ klar gemacht, dass das Interview nicht ausgestrahlt werden könne. Es bestehe die Gefahr, gegen eine Regel der Federal Communications Commission (FCC) zu verstoßen („equal time rules“). Demnach muss in Wahlkämpfen anderen Kandidat:innen die gleiche Sendezeit eingeräumt werden. Neben James Talarico, der sich derzeit um die demokratische Kandidatur für den US-Senat bewirbt, hätte die Talkshow also auch seine Mitbewerberin, die Abgeordnete Jasmine Crockett, und vermutlich auch Ahmad Hassan einladen müssen.

    Allein: Besagte FCC-Regeln, die für terrestrisches Fernsehen, aber nicht für Kabel-TV oder das Internet gelten, enthalten Ausnahmen für Interviews in Nachrichten- oder Unterhaltungssendungen. US-Medien zufolge ist es das erste Mal, dass eine Talkshow derart zensiert wurde. Schlimmer noch, offenkundig war vorauseilender Gehorsam im Spiel. CBS wollte vermeiden, noch stärker ins Visier des ultrakonservativen FCC-Chefs Brendan Carr zu gelangen.

    Trump-kritische Sendungen unter der Lupe

    Carr hatte im Januar neue FCC-Leitlinien vorgestellt, um ebenjene Ausnahmen abzuschaffen. Wen er dabei besonders im Blick hat, ist kein Geheimnis. Populäre Talkshow-Hosts wie Stephen Colbert (CBS), Seth Meyers (NBC) und Jimmy Kimmel (ABC) lassen kaum eine Gelegenheit aus, sich über den orangenen Man im Weißen Haus lustig zu machen.

    Das treibt nicht nur Trump, der Colbert als „erbärmlichen Versager“ bezeichnete und ihn am liebsten „einschläfern“ würde, auf die Palme. Selbst wenn Republikaner alle wichtigen US-Institutionen im Griff haben, fühlen sie sich benachteiligt. Im Sommer klagte etwa das konservative Media Research Center darüber, wie linkslastig die Talkshow-Landschaft doch wäre.

    Regelmäßig droht Trump TV-Sendern damit, ihre Sendelizenz zu entziehen, wenn sie sich kritisch über ihn oder seine Mitstreiter:innen äußern. Immer wieder zeigt dies Wirkung, ganz ohne offizielle Anweisung. Jimmy Kimmel verschwand etwa im Herbst für eine Woche von der TV-Bildfläche, nachdem er die Ermordung des Rechtsaußen-Aktivisten Charlie Kirk und die folgende gesellschaftliche Debatte thematisierte. Wer nicht spurt, muss Konsequenzen fürchten. Die Talkshow „The View“, die ebenfalls auf ABC läuft, muss sich nun einer FCC-Untersuchung zu den „equal time rules“ stellen, wie Carr am Mittwoch auf Fox News bestätigte.

    Journalismus im Visier

    Der steigende politische Druck auf TV-Sender macht bei Talkshows nicht Halt. Den bekommen auch renommierte Nachrichtensendungen wie „60 Minutes“ von CBS News zu spüren. Als Folge der Übernahme des CBS-Eigners Paramount im Vorjahr begann David Ellison, Sohn des Tech-Oligarchen Larry Ellison, umgehend mit dem Umbau zu einem Trump-freundlichen Medienunternehmen. Für rund 150 Millionen US-Dollar kaufte er das Start-up „The Free Press“ auf und installierte die Gründerin und umstrittene Kommentatorin Bari Weiss als Chefredakteurin von CBS News.

    Weiss, die sich zuvor einen Namen als vermeintliche Hüterin der Meinungsfreiheit gemacht hatte, ließ gleich ihre Muskeln spielen. Rund 100 Mitarbeiter:innen verloren ihren Job, betroffen waren laut Medienberichten vor allem Minderheiten und Frauen. Im Dezember verhinderte Weiss die Austrahlung des Nachrichtensegments „Inside CECOT“, das über die unmenschlichen Bedingungen des Hochsicherheitsgefängnisses in El Salvador berichtete. Dort leiden aus den USA abgeschobene Migrant:innen unter Folter und Misshandlungen.

    Weiss zufolge hatte der Bericht die Perspektive der Trump-Regierung nicht ausreichend berücksichtigt. Der Bericht wurde zwar später mit nur minimalen Änderungen offiziell ausgestrahlt – zuvor drehte die ungeschnittene Fassung eines kanadischen Senders eine virale Runde durchs Internet -, aber der Schaden war bereits angerichtet. Es kam zu tumultartigen Szenen in der CBS-News-Redaktion, die weitgehend geschlossen hinter der verantwortlichen Investigativjournalistin Sharyn Alfonsi stand. In einem internen Memo sprach Alfonsi von einer politischen, nicht journalistischen Entscheidung, die Weiss getroffen habe.

    Zerfallende Redaktion

    Das Nachbeben ist immer noch zu spüren, zuletzt verließ der prominente Moderator Anderson Cooper das Unternehmen. Und es erfasste auch weitere CBS-Abteilungen. Letzte Woche nahmen elf Mitarbeiter:innen von CBS Evening News ihren Hut. Dort firmiert inzwischen der Moderator Tony Dokoupil als neues Gesicht der Nachrichtensendung. Aufgefallen ist er bislang vor allem durch seine Trump-freundliche Perspektive statt kritischer Berichterstattung, was sich in sinkenden Einschaltquoten widerspiegelt.

    Unabhängiges journalistisches Arbeiten sei bei CBS kaum noch möglich, kritisierte die Produzentin Alicia Hastey in einem Abschiedsschreiben: „Geschichten werden nicht nach ihrem journalistischen Wert, sondern danach beurteilt, ob sie bestimmten ideologischen Erwartungen entsprechen – eine Dynamik, die Produzenten und Reporter unter Druck setzt, sich selbst zu zensieren oder herausfordernde Narrative zu vermeiden, die Gegenreaktionen oder unangenehme Schlagzeilen auslösen könnten.“

    Politische Abhängigkeiten

    Dabei spielt auch die geplante Expansion des Medienimperiums von Ellison eine Rolle. Paramount will sich den Hollywood-Riesen Warner Bros. einverleiben, zu dem traditionelle Filmstudios, aber auch der Nachrichtensender CNN gehören. Absegnen müssten einen potenziellen Deal jedoch Regulierungsbehörden, die allesamt in republikanischer Hand sind.

    Um den Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen, braucht es keinen Trump-Vertrauten wie Ellison an der Unternehmensspitze. Unmittelbar vor der Übernahme von Paramount einigte sich das Unternehmen auf einen Vergleich mit Trump. Dieser hatte 60 Minutes vorgeworfen, ein Interview mit der damaligen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris unzulässig editiert zu haben und verlangte Schadensersatz in der Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Medienexpert:innen räumten der Klage zwar keine realistischen Chancen ein, am Ende knickte das Unternehmen jedoch ein und zahlte 16 Millionen US-Dollar an Trump. Kurz danach winkte die FCC die Fusion von Paramount mit Skydance Media von Ellison durch.

    Ein weiteres Opfer der Übernahme wurde ausgerechnet Stephen Colbert. Seine Talkshow, die er im Jahr 2015 von David Letterman übernommen hatte, läuft nur mehr bis zum Mai. Danach ist Schluss. Es habe sich um eine „rein finanzielle Entscheidung“ gehandelt, beteuerte CBS im Sommer. Sie stehe „in keinerlei Zusammenhang mit der Leistung, dem Inhalt oder anderen Angelegenheiten der Sendung“ – etwa der Kritik, die Colbert an dem millionenschweren Vergleich geübt hatte.

    Tomas Rudl ist in Wien aufgewachsen, hat dort für diverse Provider gearbeitet und daneben Politikwissenschaft studiert. Seine journalistische Ausbildung erhielt er im Heise-Verlag, wo er für die Mac & i, c’t und Heise Online schrieb. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Bluesky. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

  8. Hallo taz!

    Das "Es war ein Erstflug der besonderen Art. Zum ersten Mal hat das amerikanische Militär einen Atomreaktor per Flugzeug transportiert. ..."

    ist in so vielerlei Hinsicht falsch. U.a. deshalb, weils gewiss nicht der erste "kleine" Reaktor an Bord eines Flugzeugs war.

    #ANP #NEPA #Atomkraft #Kernenergie #NB36H #Presse #Recherche #taz #TOPAZ

    Quelle: taz.de/Atomkraft-in-den-USA/!6 20.2.2026

  9. Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe

    Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.

    Im Mai 2025 behandelte Tomas Gärtner die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ von Susanne Dagen und ihren Kompliz*innen prominent in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). In seinem Artikel räumte Gärtner Dagen viel Platz ein, die darin die Messe in Halle als legitime Ergänzung zum politischen Diskurs verklärte. Ein Diskurs, der laut Dagen „politisch immer enger“ werde, weswegen es einer „alternativ ergänzenden“ Buchmesse bedürfe. Dagen bezeichnet dies als „geistige Notwehr“. Für den DNN-Autor „taugt das schlichte Links-Rechts-Schema schlecht zur Beschreibung eines umfassenderen Spektrums“, welches sich in Halle angekündigt hatte.

    Susanne Dagen (rechts) mit Familie Kubitschek/Kositza. Quelle: Youtube

    Die Messe selbst, welche trotz Dagens Beteuerung wohl nicht zufällig auf das Wochenende vom 8. und 9. November 2025 fiel, sollte Tomas Gärtners Aussage dann ad absurdum führen. Wie zu erwarten bot die Messe kein „umfassendes Spektrum“, sondern war ein Stelldichein und Vernetzungsevent verschiedener Facetten der extremen Rechten. Und während Susanne Dagen im Vorfeld der Messe in der DNN bemängelte, dass die großen Messen „immer homogener“ und „politisch immer enger“ würden, war die Messe „Seitenwechsel“ was? Genau. Politisch sehr eng gefasst, ja geradezu homogen.

    Extrem rechtes Stelldichein

    Unmaskiert: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein. Quelle: EXIF Recherche

    Den über 6.000 Besucher*innen präsentierte sich ein Querschnitt der extrem rechten Szene: Angefangen bei den Dagen vertrauten Salonfaschist*innen Götz Kubitschek und Ellen Kositza, über Aron Pielka („Shlomo Finkelstein“), seinerseits Anführer einer extrem rechten Trollarmee an der Kulturkampffront, der unter anderem wegen Volksverhetzung und des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen noch 2025 in Haft saß, bis hin zum immernoch umtriebigen Gründer der Skinheads Sächsische Schweiz Thomas Sattelberg, Betreiber des regionalen Neonazi-Hotspots „Haus Montag“ in Pirna.  Zusammen mit Thomas Sattelberg reiste ein weiterer langjähriger Neonazikader aus der Region an: Constantin Mayer. Angeboten wurde unter anderem Druckerzeugnisse des MetaPol-Verlages, der Freien Sachsen/Die Heimat oder die offen NS-verherrlichenden Schriften des Chemnitzer Zeitenstrom Antiquariats. Eine ausführliche Reportage über die Teilnehmenden und Aussteller*innen der extrem rechten Messe wurde bereits von EXIF-Recherche vorgelegt – obwohl die Veranstaltenden versuchten genau solch kritische, journalistische Recherche per Auflage zu unterbinden.

    Thomas Sattelberg (links, markiert) und Constantin Mayer (rechts, markiert) bei der Messe „Seitenwechsel“. Quelle: Rechtsimbild

    Schon ein kurzer Blick auf das faschistische, teils neonazistische Schaulaufen zeigt, was bei dieser Messe als „konservativ“ chiffriert wird und dem öffentlichen Diskurs als „alternativ ergänzend“ an die Hand geben werden soll.

    Türöffner Zwerenz-Gruppe

    Großen Anteil an der Reichweite der Messe hat die Zwerenz-Gruppe mit Sitz auf der Elisabethstraße 9 in Dresden-Bühlau. Geleitet wird die Unternehmensgruppe vom Ehepaar Roland Wilhelm (Diplom-Physiker, geb, 1957 in Hungen) und Beate Zwerenz (Kauffrau, geb. 1965, geborene Schreiber), sowie vom Sohn Beate Zwerenz‘ Peter Schreiber.  Die Vermietung der Messehalle in Halle läuft über die hundertprozentige Tochtergesellschaft M.A.T. Objekt GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Sitz unter der gleichen Adresse. Mit weiteren Tochtergesellschaften wurde die Organsiation der Messe abgewickelt. Über die Halle Messe GmbH liefen Kommunikation und Werbung. Die Impuls Veranstaltungs GmbH wiederum war verantwortlich für die Anmeldung der Messeaussteller. Für den Messebau war die creatyp GmbH zuständig, für den Verkauf von Onlinetickets die MAE Systems GmbH. Aus ihrem Engagement machen die Firmen kein Geheimnis: Auf der Website zur Seitenwechsel-Messe sind die Logos der beteiligten Unternehmen aus der Zwerenz-Gruppe offen als „Service-Partner“ benannt.

    Roland Zwerenz (markiert) schaut nach den Rechten bei der Messe „Seitenwechsel“ . Quelle: Rechtsimbild

    Nach einer reinen Geschäftsbeziehung sieht das Verhältnis der Zwerenz-Gruppe sowohl zur Veranstalterin als auch zu den dargebotenen Messe-Inhalten nicht aus. Gegenüber der Berliner Zeitung gab Dagen an, sie habe „ihren Vermieter“ Roland Zwerenz in einer „weinseligen Runde“ im Sommer oder Herbst 2024 kennengelernt. Seit November 2024 arbeite man zusammen an der Umsetzung des Projekts.

    Mit einschlägig extrem rechten Veranstaltungen hat die Zwerenz-Gruppe schon in der Vergangenheit Erfahrung gemacht: Am 16. Juni 2024 feierte das rechtsaußen Portal „Tichys Einblick“ in der Messe Halle zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2025 startete die AfD ihren Bundestagswahlkampf am selben Ort. Eine andere Location der Zwerenz-Gruppe sind die Hessenhallen in Gießen, wo sich die faschistische Junge Alternative im November 2025 zur „Generation Deutschland“ umlabelte. Entgegen eigener Aussagen hätte die Zwerenz-Gruppe die Veranstaltung in Gießen absagen können. Andere Messebetreiber taten genau das, Zwerenz wollte nicht.

    Gewinnträchtige Verbindung mit der DDV-Mediengruppe

    Dass eine Firmengruppe, die Messen veranstaltet, über ein großes Netzwerk verfügt, ist nicht überraschend. So organisiert die Zwerenz-Gruppe in Cottbus die „Impuls“, die nach eigenen Angaben größte Job- und Bildungsmesse im Land Brandenburg. Bei Klick auf die Messe-Website fällt schnell das Grußwort von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidtke ins Auge. Pikant ist aber besonders das Netzwerk in Dresden: Über eine weitere Tochtergesellschaft, die ORTEC Messe und Kongress GmbH, ist die Zwerenz-Gruppe direkt mit der DDV-Mediengruppe verbunden. Das ist die Mediengruppe, die hinter der Sächsischen Zeitung, Tag24 und PostModern steht und zum 1. Mai 2024 von Bertelsmann und der SPD-eigenen ddvg an die Madsack-Gruppe verkauft wurde. Zwerenz-Gruppe und DDV sind beide Gesellschafter von ORTEC, 51% der Anteile hält DDV, 49% die Zwerenz-Gruppe. Die Geschäftsführung teilen sich Beate Zwerenz, ihr Sohn Peter Schreiber und Tobias Spitzhorn. ORTEC sitzt zusammen mit anderen Zwerenz-Unternehmen auf der Bertolt-Brecht-Alle 24 und organisiert die großen Messen in Dresden, darunter die Feuerwehrmesse „Florian“, die Baumesse „HAUS“ oder die Messe „KarriereStart“. Das sind durchaus gewinnträchtige Unternehmungen: 2024 schloß ORTEC mit einem Gewinn von über 1,4 Millionen Euro. 49% davon dürften in die Taschen der Familie Zwerenz fließen.

    Roland Zwerenz (markiert) ist Mitglied im Arbeitskreis „Dresdner Veranstaltungswirtschaft“ der IHK. Quelle: Facebook

    In der hießigen Industrie- und Handelskammer ist Roland Zwerenz zudem Mitglied der Vollversammlung und wählt dort zusammen mit den 69 weiteren Mitgliedern u.a. den Präsidenten und entscheidet über den Etat der Kammer. Außerdem ist er Beisitzer im Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden, eine parteipolitische Vereinigung der CDU.

    Unternehmer für die extreme Rechte

    Das Wirken der Zwerenz-Gruppe ist bemerkenswert, aber nicht einzigartig. Schon seit einer Weile agieren eine Reihe an Unternehmer*innen als Türöffner für extrem rechte Umtriebe. In Bautzen fördert Jörg Drews von Hentschke-Bau ein extrem rechtes Netzwerk, in Görlitz ist es der Millionär Winfried Stöcker, der meint der AfD und ihrem Vorfeld zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Mit der Zwerenz-Gruppe ist nun auch in Dresden ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen zu finden, dass sich aktiv für die Belange neofaschistscher Akteur*innen einsetzt. Das allerdings muss nicht so bleiben: Als Messeunternehmen ist die Zwerenz-Gruppe von der Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen abhängig. Ob die dieses Gebahren einfach akzeptieren wollen, ist keineswegs sicher. Vielleicht triftt dann auch zu, was die Mittelstandsunion auf ihrer Website als besonderen Wert des Mittelstandes hervorhebt: die Bereitschaft zur Haftung mit eigenem Vermögen. Wie hoch die bei der Familie Zwerenz ausgeprägt ist, gilt es herauszufinden.

    #AfD #AronPielka #ConstantinMayer #DDVMediengruppe #EllenKositza #GötzKubitschek #Mittelstandsunion #RolandZwerenz #Seitenwechsel #ShlomoFinkelstein #SusanneDagen #ThomasSattelberg
  10. Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe

    Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.

    Im Mai 2025 behandelte Tomas Gärtner die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ von Susanne Dagen und ihren Kompliz*innen prominent in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). In seinem Artikel räumte Gärtner Dagen viel Platz ein, die darin die Messe in Halle als legitime Ergänzung zum politischen Diskurs verklärte. Ein Diskurs, der laut Dagen „politisch immer enger“ werde, weswegen es einer „alternativ ergänzenden“ Buchmesse bedürfe. Dagen bezeichnet dies als „geistige Notwehr“. Für den DNN-Autor „taugt das schlichte Links-Rechts-Schema schlecht zur Beschreibung eines umfassenderen Spektrums“, welches sich in Halle angekündigt hatte.

    Susanne Dagen (rechts) mit Familie Kubitschek/Kositza. Quelle: Youtube

    Die Messe selbst, welche trotz Dagens Beteuerung wohl nicht zufällig auf das Wochenende vom 8. und 9. November 2025 fiel, sollte Tomas Gärtners Aussage dann ad absurdum führen. Wie zu erwarten bot die Messe kein „umfassendes Spektrum“, sondern war ein Stelldichein und Vernetzungsevent verschiedener Facetten der extremen Rechten. Und während Susanne Dagen im Vorfeld der Messe in der DNN bemängelte, dass die großen Messen „immer homogener“ und „politisch immer enger“ würden, war die Messe „Seitenwechsel“ was? Genau. Politisch sehr eng gefasst, ja geradezu homogen.

    Extrem rechtes Stelldichein

    Unmaskiert: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein. Quelle: EXIF Recherche

    Den über 6.000 Besucher*innen präsentierte sich ein Querschnitt der extrem rechten Szene: Angefangen bei den Dagen vertrauten Salonfaschist*innen Götz Kubitschek und Ellen Kositza, über Aron Pielka („Shlomo Finkelstein“), seinerseits Anführer einer extrem rechten Trollarmee an der Kulturkampffront, der unter anderem wegen Volksverhetzung und des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen noch 2025 in Haft saß, bis hin zum immernoch umtriebigen Gründer der Skinheads Sächsische Schweiz Thomas Sattelberg, Betreiber des regionalen Neonazi-Hotspots „Haus Montag“ in Pirna.  Zusammen mit Thomas Sattelberg reiste ein weiterer langjähriger Neonazikader aus der Region an: Constantin Mayer. Angeboten wurde unter anderem Druckerzeugnisse des MetaPol-Verlages, der Freien Sachsen/Die Heimat oder die offen NS-verherrlichenden Schriften des Chemnitzer Zeitenstrom Antiquariats. Eine ausführliche Reportage über die Teilnehmenden und Aussteller*innen der extrem rechten Messe wurde bereits von EXIF-Recherche vorgelegt – obwohl die Veranstaltenden versuchten genau solch kritische, journalistische Recherche per Auflage zu unterbinden.

    Thomas Sattelberg (links, markiert) und Constantin Mayer (rechts, markiert) bei der Messe „Seitenwechsel“. Quelle: Rechtsimbild

    Schon ein kurzer Blick auf das faschistische, teils neonazistische Schaulaufen zeigt, was bei dieser Messe als „konservativ“ chiffriert wird und dem öffentlichen Diskurs als „alternativ ergänzend“ an die Hand geben werden soll.

    Türöffner Zwerenz-Gruppe

    Großen Anteil an der Reichweite der Messe hat die Zwerenz-Gruppe mit Sitz auf der Elisabethstraße 9 in Dresden-Bühlau. Geleitet wird die Unternehmensgruppe vom Ehepaar Roland Wilhelm (Diplom-Physiker, geb, 1957 in Hungen) und Beate Zwerenz (Kauffrau, geb. 1965, geborene Schreiber), sowie vom Sohn Beate Zwerenz‘ Peter Schreiber.  Die Vermietung der Messehalle in Halle läuft über die hundertprozentige Tochtergesellschaft M.A.T. Objekt GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Sitz unter der gleichen Adresse. Mit weiteren Tochtergesellschaften wurde die Organsiation der Messe abgewickelt. Über die Halle Messe GmbH liefen Kommunikation und Werbung. Die Impuls Veranstaltungs GmbH wiederum war verantwortlich für die Anmeldung der Messeaussteller. Für den Messebau war die creatyp GmbH zuständig, für den Verkauf von Onlinetickets die MAE Systems GmbH. Aus ihrem Engagement machen die Firmen kein Geheimnis: Auf der Website zur Seitenwechsel-Messe sind die Logos der beteiligten Unternehmen aus der Zwerenz-Gruppe offen als „Service-Partner“ benannt.

    Roland Zwerenz (markiert) schaut nach den Rechten bei der Messe „Seitenwechsel“ . Quelle: Rechtsimbild

    Nach einer reinen Geschäftsbeziehung sieht das Verhältnis der Zwerenz-Gruppe sowohl zur Veranstalterin als auch zu den dargebotenen Messe-Inhalten nicht aus. Gegenüber der Berliner Zeitung gab Dagen an, sie habe „ihren Vermieter“ Roland Zwerenz in einer „weinseligen Runde“ im Sommer oder Herbst 2024 kennengelernt. Seit November 2024 arbeite man zusammen an der Umsetzung des Projekts.

    Mit einschlägig extrem rechten Veranstaltungen hat die Zwerenz-Gruppe schon in der Vergangenheit Erfahrung gemacht: Am 16. Juni 2024 feierte das rechtsaußen Portal „Tichys Einblick“ in der Messe Halle zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2025 startete die AfD ihren Bundestagswahlkampf am selben Ort. Eine andere Location der Zwerenz-Gruppe sind die Hessenhallen in Gießen, wo sich die faschistische Junge Alternative im November 2025 zur „Generation Deutschland“ umlabelte. Entgegen eigener Aussagen hätte die Zwerenz-Gruppe die Veranstaltung in Gießen absagen können. Andere Messebetreiber taten genau das, Zwerenz wollte nicht.

    Gewinnträchtige Verbindung mit der DDV-Mediengruppe

    Dass eine Firmengruppe, die Messen veranstaltet, über ein großes Netzwerk verfügt, ist nicht überraschend. So organisiert die Zwerenz-Gruppe in Cottbus die „Impuls“, die nach eigenen Angaben größte Job- und Bildungsmesse im Land Brandenburg. Bei Klick auf die Messe-Website fällt schnell das Grußwort von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidtke ins Auge. Pikant ist aber besonders das Netzwerk in Dresden: Über eine weitere Tochtergesellschaft, die ORTEC Messe und Kongress GmbH, ist die Zwerenz-Gruppe direkt mit der DDV-Mediengruppe verbunden. Das ist die Mediengruppe, die hinter der Sächsischen Zeitung, Tag24 und PostModern steht und zum 1. Mai 2024 von Bertelsmann und der SPD-eigenen ddvg an die Madsack-Gruppe verkauft wurde. Zwerenz-Gruppe und DDV sind beide Gesellschafter von ORTEC, 51% der Anteile hält DDV, 49% die Zwerenz-Gruppe. Die Geschäftsführung teilen sich Beate Zwerenz, ihr Sohn Peter Schreiber und Tobias Spitzhorn. ORTEC sitzt zusammen mit anderen Zwerenz-Unternehmen auf der Bertolt-Brecht-Alle 24 und organisiert die großen Messen in Dresden, darunter die Feuerwehrmesse „Florian“, die Baumesse „HAUS“ oder die Messe „KarriereStart“. Das sind durchaus gewinnträchtige Unternehmungen: 2024 schloß ORTEC mit einem Gewinn von über 1,4 Millionen Euro. 49% davon dürften in die Taschen der Familie Zwerenz fließen.

    Roland Zwerenz (markiert) ist Mitglied im Arbeitskreis „Dresdner Veranstaltungswirtschaft“ der IHK. Quelle: Facebook

    In der hießigen Industrie- und Handelskammer ist Roland Zwerenz zudem Mitglied der Vollversammlung und wählt dort zusammen mit den 69 weiteren Mitgliedern u.a. den Präsidenten und entscheidet über den Etat der Kammer. Außerdem ist er Beisitzer im Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden, eine parteipolitische Vereinigung der CDU.

    Unternehmer für die extreme Rechte

    Das Wirken der Zwerenz-Gruppe ist bemerkenswert, aber nicht einzigartig. Schon seit einer Weile agieren eine Reihe an Unternehmer*innen als Türöffner für extrem rechte Umtriebe. In Bautzen fördert Jörg Drews von Hentschke-Bau ein extrem rechtes Netzwerk, in Görlitz ist es der Millionär Winfried Stöcker, der meint der AfD und ihrem Vorfeld zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Mit der Zwerenz-Gruppe ist nun auch in Dresden ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen zu finden, dass sich aktiv für die Belange neofaschistscher Akteur*innen einsetzt. Das allerdings muss nicht so bleiben: Als Messeunternehmen ist die Zwerenz-Gruppe von der Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen abhängig. Ob die dieses Gebahren einfach akzeptieren wollen, ist keineswegs sicher. Vielleicht triftt dann auch zu, was die Mittelstandsunion auf ihrer Website als besonderen Wert des Mittelstandes hervorhebt: die Bereitschaft zur Haftung mit eigenem Vermögen. Wie hoch die bei der Familie Zwerenz ausgeprägt ist, gilt es herauszufinden.

    #AfD #AronPielka #ConstantinMayer #DDVMediengruppe #EllenKositza #GötzKubitschek #Mittelstandsunion #RolandZwerenz #Seitenwechsel #ShlomoFinkelstein #SusanneDagen #ThomasSattelberg
  11. Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe

    Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.

    Im Mai 2025 behandelte Tomas Gärtner die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ von Susanne Dagen und ihren Kompliz*innen prominent in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). In seinem Artikel räumte Gärtner Dagen viel Platz ein, die darin die Messe in Halle als legitime Ergänzung zum politischen Diskurs verklärte. Ein Diskurs, der laut Dagen „politisch immer enger“ werde, weswegen es einer „alternativ ergänzenden“ Buchmesse bedürfe. Dagen bezeichnet dies als „geistige Notwehr“. Für den DNN-Autor „taugt das schlichte Links-Rechts-Schema schlecht zur Beschreibung eines umfassenderen Spektrums“, welches sich in Halle angekündigt hatte.

    Susanne Dagen (rechts) mit Familie Kubitschek/Kositza. Quelle: Youtube

    Die Messe selbst, welche trotz Dagens Beteuerung wohl nicht zufällig auf das Wochenende vom 8. und 9. November 2025 fiel, sollte Tomas Gärtners Aussage dann ad absurdum führen. Wie zu erwarten bot die Messe kein „umfassendes Spektrum“, sondern war ein Stelldichein und Vernetzungsevent verschiedener Facetten der extremen Rechten. Und während Susanne Dagen im Vorfeld der Messe in der DNN bemängelte, dass die großen Messen „immer homogener“ und „politisch immer enger“ würden, war die Messe „Seitenwechsel“ was? Genau. Politisch sehr eng gefasst, ja geradezu homogen.

    Extrem rechtes Stelldichein

    Unmaskiert: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein. Quelle: EXIF Recherche

    Den über 6.000 Besucher*innen präsentierte sich ein Querschnitt der extrem rechten Szene: Angefangen bei den Dagen vertrauten Salonfaschist*innen Götz Kubitschek und Ellen Kositza, über Aron Pielka („Shlomo Finkelstein“), seinerseits Anführer einer extrem rechten Trollarmee an der Kulturkampffront, der unter anderem wegen Volksverhetzung und des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen noch 2025 in Haft saß, bis hin zum immernoch umtriebigen Gründer der Skinheads Sächsische Schweiz Thomas Sattelberg, Betreiber des regionalen Neonazi-Hotspots „Haus Montag“ in Pirna.  Zusammen mit Thomas Sattelberg reiste ein weiterer langjähriger Neonazikader aus der Region an: Constantin Mayer. Angeboten wurde unter anderem Druckerzeugnisse des MetaPol-Verlages, der Freien Sachsen/Die Heimat oder die offen NS-verherrlichenden Schriften des Chemnitzer Zeitenstrom Antiquariats. Eine ausführliche Reportage über die Teilnehmenden und Aussteller*innen der extrem rechten Messe wurde bereits von EXIF-Recherche vorgelegt – obwohl die Veranstaltenden versuchten genau solch kritische, journalistische Recherche per Auflage zu unterbinden.

    Thomas Sattelberg (links, markiert) und Constantin Mayer (rechts, markiert) bei der Messe „Seitenwechsel“. Quelle: Rechtsimbild

    Schon ein kurzer Blick auf das faschistische, teils neonazistische Schaulaufen zeigt, was bei dieser Messe als „konservativ“ chiffriert wird und dem öffentlichen Diskurs als „alternativ ergänzend“ an die Hand geben werden soll.

    Türöffner Zwerenz-Gruppe

    Großen Anteil an der Reichweite der Messe hat die Zwerenz-Gruppe mit Sitz auf der Elisabethstraße 9 in Dresden-Bühlau. Geleitet wird die Unternehmensgruppe vom Ehepaar Roland Wilhelm (Diplom-Physiker, geb, 1957 in Hungen) und Beate Zwerenz (Kauffrau, geb. 1965, geborene Schreiber), sowie vom Sohn Beate Zwerenz‘ Peter Schreiber.  Die Vermietung der Messehalle in Halle läuft über die hundertprozentige Tochtergesellschaft M.A.T. Objekt GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Sitz unter der gleichen Adresse. Mit weiteren Tochtergesellschaften wurde die Organsiation der Messe abgewickelt. Über die Halle Messe GmbH liefen Kommunikation und Werbung. Die Impuls Veranstaltungs GmbH wiederum war verantwortlich für die Anmeldung der Messeaussteller. Für den Messebau war die creatyp GmbH zuständig, für den Verkauf von Onlinetickets die MAE Systems GmbH. Aus ihrem Engagement machen die Firmen kein Geheimnis: Auf der Website zur Seitenwechsel-Messe sind die Logos der beteiligten Unternehmen aus der Zwerenz-Gruppe offen als „Service-Partner“ benannt.

    Roland Zwerenz (markiert) schaut nach den Rechten bei der Messe „Seitenwechsel“ . Quelle: Rechtsimbild

    Nach einer reinen Geschäftsbeziehung sieht das Verhältnis der Zwerenz-Gruppe sowohl zur Veranstalterin als auch zu den dargebotenen Messe-Inhalten nicht aus. Gegenüber der Berliner Zeitung gab Dagen an, sie habe „ihren Vermieter“ Roland Zwerenz in einer „weinseligen Runde“ im Sommer oder Herbst 2024 kennengelernt. Seit November 2024 arbeite man zusammen an der Umsetzung des Projekts.

    Mit einschlägig extrem rechten Veranstaltungen hat die Zwerenz-Gruppe schon in der Vergangenheit Erfahrung gemacht: Am 16. Juni 2024 feierte das rechtsaußen Portal „Tichys Einblick“ in der Messe Halle zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2025 startete die AfD ihren Bundestagswahlkampf am selben Ort. Eine andere Location der Zwerenz-Gruppe sind die Hessenhallen in Gießen, wo sich die faschistische Junge Alternative im November 2025 zur „Generation Deutschland“ umlabelte. Entgegen eigener Aussagen hätte die Zwerenz-Gruppe die Veranstaltung in Gießen absagen können. Andere Messebetreiber taten genau das, Zwerenz wollte nicht.

    Gewinnträchtige Verbindung mit der DDV-Mediengruppe

    Dass eine Firmengruppe, die Messen veranstaltet, über ein großes Netzwerk verfügt, ist nicht überraschend. So organisiert die Zwerenz-Gruppe in Cottbus die „Impuls“, die nach eigenen Angaben größte Job- und Bildungsmesse im Land Brandenburg. Bei Klick auf die Messe-Website fällt schnell das Grußwort von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidtke ins Auge. Pikant ist aber besonders das Netzwerk in Dresden: Über eine weitere Tochtergesellschaft, die ORTEC Messe und Kongress GmbH, ist die Zwerenz-Gruppe direkt mit der DDV-Mediengruppe verbunden. Das ist die Mediengruppe, die hinter der Sächsischen Zeitung, Tag24 und PostModern steht und zum 1. Mai 2024 von Bertelsmann und der SPD-eigenen ddvg an die Madsack-Gruppe verkauft wurde. Zwerenz-Gruppe und DDV sind beide Gesellschafter von ORTEC, 51% der Anteile hält DDV, 49% die Zwerenz-Gruppe. Die Geschäftsführung teilen sich Beate Zwerenz, ihr Sohn Peter Schreiber und Tobias Spitzhorn. ORTEC sitzt zusammen mit anderen Zwerenz-Unternehmen auf der Bertolt-Brecht-Alle 24 und organisiert die großen Messen in Dresden, darunter die Feuerwehrmesse „Florian“, die Baumesse „HAUS“ oder die Messe „KarriereStart“. Das sind durchaus gewinnträchtige Unternehmungen: 2024 schloß ORTEC mit einem Gewinn von über 1,4 Millionen Euro. 49% davon dürften in die Taschen der Familie Zwerenz fließen.

    Roland Zwerenz (markiert) ist Mitglied im Arbeitskreis „Dresdner Veranstaltungswirtschaft“ der IHK. Quelle: Facebook

    In der hießigen Industrie- und Handelskammer ist Roland Zwerenz zudem Mitglied der Vollversammlung und wählt dort zusammen mit den 69 weiteren Mitgliedern u.a. den Präsidenten und entscheidet über den Etat der Kammer. Außerdem ist er Beisitzer im Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden, eine parteipolitische Vereinigung der CDU.

    Unternehmer für die extreme Rechte

    Das Wirken der Zwerenz-Gruppe ist bemerkenswert, aber nicht einzigartig. Schon seit einer Weile agieren eine Reihe an Unternehmer*innen als Türöffner für extrem rechte Umtriebe. In Bautzen fördert Jörg Drews von Hentschke-Bau ein extrem rechtes Netzwerk, in Görlitz ist es der Millionär Winfried Stöcker, der meint der AfD und ihrem Vorfeld zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Mit der Zwerenz-Gruppe ist nun auch in Dresden ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen zu finden, dass sich aktiv für die Belange neofaschistscher Akteur*innen einsetzt. Das allerdings muss nicht so bleiben: Als Messeunternehmen ist die Zwerenz-Gruppe von der Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen abhängig. Ob die dieses Gebahren einfach akzeptieren wollen, ist keineswegs sicher. Vielleicht triftt dann auch zu, was die Mittelstandsunion auf ihrer Website als besonderen Wert des Mittelstandes hervorhebt: die Bereitschaft zur Haftung mit eigenem Vermögen. Wie hoch die bei der Familie Zwerenz ausgeprägt ist, gilt es herauszufinden.

    #AfD #AronPielka #ConstantinMayer #DDVMediengruppe #EllenKositza #GötzKubitschek #Mittelstandsunion #RolandZwerenz #Seitenwechsel #ShlomoFinkelstein #SusanneDagen #ThomasSattelberg
  12. Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe

    Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.

    Im Mai 2025 behandelte Tomas Gärtner die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ von Susanne Dagen und ihren Kompliz*innen prominent in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). In seinem Artikel räumte Gärtner Dagen viel Platz ein, die darin die Messe in Halle als legitime Ergänzung zum politischen Diskurs verklärte. Ein Diskurs, der laut Dagen „politisch immer enger“ werde, weswegen es einer „alternativ ergänzenden“ Buchmesse bedürfe. Dagen bezeichnet dies als „geistige Notwehr“. Für den DNN-Autor „taugt das schlichte Links-Rechts-Schema schlecht zur Beschreibung eines umfassenderen Spektrums“, welches sich in Halle angekündigt hatte.

    Susanne Dagen (rechts) mit Familie Kubitschek/Kositza. Quelle: Youtube

    Die Messe selbst, welche trotz Dagens Beteuerung wohl nicht zufällig auf das Wochenende vom 8. und 9. November 2025 fiel, sollte Tomas Gärtners Aussage dann ad absurdum führen. Wie zu erwarten bot die Messe kein „umfassendes Spektrum“, sondern war ein Stelldichein und Vernetzungsevent verschiedener Facetten der extremen Rechten. Und während Susanne Dagen im Vorfeld der Messe in der DNN bemängelte, dass die großen Messen „immer homogener“ und „politisch immer enger“ würden, war die Messe „Seitenwechsel“ was? Genau. Politisch sehr eng gefasst, ja geradezu homogen.

    Extrem rechtes Stelldichein

    Unmaskiert: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein. Quelle: EXIF Recherche

    Den über 6.000 Besucher*innen präsentierte sich ein Querschnitt der extrem rechten Szene: Angefangen bei den Dagen vertrauten Salonfaschist*innen Götz Kubitschek und Ellen Kositza, über Aron Pielka („Shlomo Finkelstein“), seinerseits Anführer einer extrem rechten Trollarmee an der Kulturkampffront, der unter anderem wegen Volksverhetzung und des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen noch 2025 in Haft saß, bis hin zum immernoch umtriebigen Gründer der Skinheads Sächsische Schweiz Thomas Sattelberg, Betreiber des regionalen Neonazi-Hotspots „Haus Montag“ in Pirna.  Zusammen mit Thomas Sattelberg reiste ein weiterer langjähriger Neonazikader aus der Region an: Constantin Mayer. Angeboten wurde unter anderem Druckerzeugnisse des MetaPol-Verlages, der Freien Sachsen/Die Heimat oder die offen NS-verherrlichenden Schriften des Chemnitzer Zeitenstrom Antiquariats. Eine ausführliche Reportage über die Teilnehmenden und Aussteller*innen der extrem rechten Messe wurde bereits von EXIF-Recherche vorgelegt – obwohl die Veranstaltenden versuchten genau solch kritische, journalistische Recherche per Auflage zu unterbinden.

    Thomas Sattelberg (links, markiert) und Constantin Mayer (rechts, markiert) bei der Messe „Seitenwechsel“. Quelle: Rechtsimbild

    Schon ein kurzer Blick auf das faschistische, teils neonazistische Schaulaufen zeigt, was bei dieser Messe als „konservativ“ chiffriert wird und dem öffentlichen Diskurs als „alternativ ergänzend“ an die Hand geben werden soll.

    Türöffner Zwerenz-Gruppe

    Großen Anteil an der Reichweite der Messe hat die Zwerenz-Gruppe mit Sitz auf der Elisabethstraße 9 in Dresden-Bühlau. Geleitet wird die Unternehmensgruppe vom Ehepaar Roland Wilhelm (Diplom-Physiker, geb, 1957 in Hungen) und Beate Zwerenz (Kauffrau, geb. 1965, geborene Schreiber), sowie vom Sohn Beate Zwerenz‘ Peter Schreiber.  Die Vermietung der Messehalle in Halle läuft über die hundertprozentige Tochtergesellschaft M.A.T. Objekt GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Sitz unter der gleichen Adresse. Mit weiteren Tochtergesellschaften wurde die Organsiation der Messe abgewickelt. Über die Halle Messe GmbH liefen Kommunikation und Werbung. Die Impuls Veranstaltungs GmbH wiederum war verantwortlich für die Anmeldung der Messeaussteller. Für den Messebau war die creatyp GmbH zuständig, für den Verkauf von Onlinetickets die MAE Systems GmbH. Aus ihrem Engagement machen die Firmen kein Geheimnis: Auf der Website zur Seitenwechsel-Messe sind die Logos der beteiligten Unternehmen aus der Zwerenz-Gruppe offen als „Service-Partner“ benannt.

    Roland Zwerenz (markiert) schaut nach den Rechten bei der Messe „Seitenwechsel“ . Quelle: Rechtsimbild

    Nach einer reinen Geschäftsbeziehung sieht das Verhältnis der Zwerenz-Gruppe sowohl zur Veranstalterin als auch zu den dargebotenen Messe-Inhalten nicht aus. Gegenüber der Berliner Zeitung gab Dagen an, sie habe „ihren Vermieter“ Roland Zwerenz in einer „weinseligen Runde“ im Sommer oder Herbst 2024 kennengelernt. Seit November 2024 arbeite man zusammen an der Umsetzung des Projekts.

    Mit einschlägig extrem rechten Veranstaltungen hat die Zwerenz-Gruppe schon in der Vergangenheit Erfahrung gemacht: Am 16. Juni 2024 feierte das rechtsaußen Portal „Tichys Einblick“ in der Messe Halle zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2025 startete die AfD ihren Bundestagswahlkampf am selben Ort. Eine andere Location der Zwerenz-Gruppe sind die Hessenhallen in Gießen, wo sich die faschistische Junge Alternative im November 2025 zur „Generation Deutschland“ umlabelte. Entgegen eigener Aussagen hätte die Zwerenz-Gruppe die Veranstaltung in Gießen absagen können. Andere Messebetreiber taten genau das, Zwerenz wollte nicht.

    Gewinnträchtige Verbindung mit der DDV-Mediengruppe

    Dass eine Firmengruppe, die Messen veranstaltet, über ein großes Netzwerk verfügt, ist nicht überraschend. So organisiert die Zwerenz-Gruppe in Cottbus die „Impuls“, die nach eigenen Angaben größte Job- und Bildungsmesse im Land Brandenburg. Bei Klick auf die Messe-Website fällt schnell das Grußwort von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidtke ins Auge. Pikant ist aber besonders das Netzwerk in Dresden: Über eine weitere Tochtergesellschaft, die ORTEC Messe und Kongress GmbH, ist die Zwerenz-Gruppe direkt mit der DDV-Mediengruppe verbunden. Das ist die Mediengruppe, die hinter der Sächsischen Zeitung, Tag24 und PostModern steht und zum 1. Mai 2024 von Bertelsmann und der SPD-eigenen ddvg an die Madsack-Gruppe verkauft wurde. Zwerenz-Gruppe und DDV sind beide Gesellschafter von ORTEC, 51% der Anteile hält DDV, 49% die Zwerenz-Gruppe. Die Geschäftsführung teilen sich Beate Zwerenz, ihr Sohn Peter Schreiber und Tobias Spitzhorn. ORTEC sitzt zusammen mit anderen Zwerenz-Unternehmen auf der Bertolt-Brecht-Alle 24 und organisiert die großen Messen in Dresden, darunter die Feuerwehrmesse „Florian“, die Baumesse „HAUS“ oder die Messe „KarriereStart“. Das sind durchaus gewinnträchtige Unternehmungen: 2024 schloß ORTEC mit einem Gewinn von über 1,4 Millionen Euro. 49% davon dürften in die Taschen der Familie Zwerenz fließen.

    Roland Zwerenz (markiert) ist Mitglied im Arbeitskreis „Dresdner Veranstaltungswirtschaft“ der IHK. Quelle: Facebook

    In der hießigen Industrie- und Handelskammer ist Roland Zwerenz zudem Mitglied der Vollversammlung und wählt dort zusammen mit den 69 weiteren Mitgliedern u.a. den Präsidenten und entscheidet über den Etat der Kammer. Außerdem ist er Beisitzer im Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden, eine parteipolitische Vereinigung der CDU.

    Unternehmer für die extreme Rechte

    Das Wirken der Zwerenz-Gruppe ist bemerkenswert, aber nicht einzigartig. Schon seit einer Weile agieren eine Reihe an Unternehmer*innen als Türöffner für extrem rechte Umtriebe. In Bautzen fördert Jörg Drews von Hentschke-Bau ein extrem rechtes Netzwerk, in Görlitz ist es der Millionär Winfried Stöcker, der meint der AfD und ihrem Vorfeld zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Mit der Zwerenz-Gruppe ist nun auch in Dresden ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen zu finden, dass sich aktiv für die Belange neofaschistscher Akteur*innen einsetzt. Das allerdings muss nicht so bleiben: Als Messeunternehmen ist die Zwerenz-Gruppe von der Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen abhängig. Ob die dieses Gebahren einfach akzeptieren wollen, ist keineswegs sicher. Vielleicht triftt dann auch zu, was die Mittelstandsunion auf ihrer Website als besonderen Wert des Mittelstandes hervorhebt: die Bereitschaft zur Haftung mit eigenem Vermögen. Wie hoch die bei der Familie Zwerenz ausgeprägt ist, gilt es herauszufinden.

    #AfD #AronPielka #ConstantinMayer #DDVMediengruppe #EllenKositza #GötzKubitschek #Mittelstandsunion #RolandZwerenz #Seitenwechsel #ShlomoFinkelstein #SusanneDagen #ThomasSattelberg
  13. Im Korridor mit Nazis – Die Zwerenz-Gruppe zwischen Dagen, AfD, Mittelstandsunion und DDV-Mediengruppe

    Am 7. und 8. November 2026 ist in Halle die zweite Auflage der extrem rechten Buchmesse „Seitenwechsel“ geplant. Im vergangenen Jahr hatte diese mehrere tausend Besucher*innen angezogen. Einen Beitrag zum Erfolg leistete eine umfangreiche, teilweise naiv anmutende Presseberichterstattung, die den Eindruck erweckte, es handele sich bei „Seitenwechsel“ um eine mehr oder weniger übliche Messe. Ganz direkte Unterstützung erhielt die Messe vor allem durch die Beteiligung einer vermeintlich seriösen und insbesondere in Dresden gut vernetzten Unternehmensgruppe: Die Dresdner Zwerenz-Gruppe stellte sowohl Räume als auch das organisatorische Rückgrat zur Verfügung und machte die Veranstaltung überhaupt erst möglich. Berührungsängste mit reaktionären bis neo-nationalsozialistischen Inhalten und Gästen hat sie keine.

    Im Mai 2025 behandelte Tomas Gärtner die extrem rechte Buchmesse „Seitenwechsel“ von Susanne Dagen und ihren Kompliz*innen prominent in den Dresdner Neuesten Nachrichten (DNN). In seinem Artikel räumte Gärtner Dagen viel Platz ein, die darin die Messe in Halle als legitime Ergänzung zum politischen Diskurs verklärte. Ein Diskurs, der laut Dagen „politisch immer enger“ werde, weswegen es einer „alternativ ergänzenden“ Buchmesse bedürfe. Dagen bezeichnet dies als „geistige Notwehr“. Für den DNN-Autor „taugt das schlichte Links-Rechts-Schema schlecht zur Beschreibung eines umfassenderen Spektrums“, welches sich in Halle angekündigt hatte.

    Susanne Dagen (rechts) mit Familie Kubitschek/Kositza. Quelle: Youtube

    Die Messe selbst, welche trotz Dagens Beteuerung wohl nicht zufällig auf das Wochenende vom 8. und 9. November 2025 fiel, sollte Tomas Gärtners Aussage dann ad absurdum führen. Wie zu erwarten bot die Messe kein „umfassendes Spektrum“, sondern war ein Stelldichein und Vernetzungsevent verschiedener Facetten der extremen Rechten. Und während Susanne Dagen im Vorfeld der Messe in der DNN bemängelte, dass die großen Messen „immer homogener“ und „politisch immer enger“ würden, war die Messe „Seitenwechsel“ was? Genau. Politisch sehr eng gefasst, ja geradezu homogen.

    Extrem rechtes Stelldichein

    Unmaskiert: Aron Pielka alias Shlomo Finkelstein. Quelle: EXIF Recherche

    Den über 6.000 Besucher*innen präsentierte sich ein Querschnitt der extrem rechten Szene: Angefangen bei den Dagen vertrauten Salonfaschist*innen Götz Kubitschek und Ellen Kositza, über Aron Pielka („Shlomo Finkelstein“), seinerseits Anführer einer extrem rechten Trollarmee an der Kulturkampffront, der unter anderem wegen Volksverhetzung und des Verbreitens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen noch 2025 in Haft saß, bis hin zum immernoch umtriebigen Gründer der Skinheads Sächsische Schweiz Thomas Sattelberg, Betreiber des regionalen Neonazi-Hotspots „Haus Montag“ in Pirna.  Zusammen mit Thomas Sattelberg reiste ein weiterer langjähriger Neonazikader aus der Region an: Constantin Mayer. Angeboten wurde unter anderem Druckerzeugnisse des MetaPol-Verlages, der Freien Sachsen/Die Heimat oder die offen NS-verherrlichenden Schriften des Chemnitzer Zeitenstrom Antiquariats. Eine ausführliche Reportage über die Teilnehmenden und Aussteller*innen der extrem rechten Messe wurde bereits von EXIF-Recherche vorgelegt – obwohl die Veranstaltenden versuchten genau solch kritische, journalistische Recherche per Auflage zu unterbinden.

    Thomas Sattelberg (links, markiert) und Constantin Mayer (rechts, markiert) bei der Messe „Seitenwechsel“. Quelle: Rechtsimbild

    Schon ein kurzer Blick auf das faschistische, teils neonazistische Schaulaufen zeigt, was bei dieser Messe als „konservativ“ chiffriert wird und dem öffentlichen Diskurs als „alternativ ergänzend“ an die Hand geben werden soll.

    Türöffner Zwerenz-Gruppe

    Großen Anteil an der Reichweite der Messe hat die Zwerenz-Gruppe mit Sitz auf der Elisabethstraße 9 in Dresden-Bühlau. Geleitet wird die Unternehmensgruppe vom Ehepaar Roland Wilhelm (Diplom-Physiker, geb, 1957 in Hungen) und Beate Zwerenz (Kauffrau, geb. 1965, geborene Schreiber), sowie vom Sohn Beate Zwerenz‘ Peter Schreiber.  Die Vermietung der Messehalle in Halle läuft über die hundertprozentige Tochtergesellschaft M.A.T. Objekt GmbH. Diese Gesellschaft hat ihren Sitz unter der gleichen Adresse. Mit weiteren Tochtergesellschaften wurde die Organsiation der Messe abgewickelt. Über die Halle Messe GmbH liefen Kommunikation und Werbung. Die Impuls Veranstaltungs GmbH wiederum war verantwortlich für die Anmeldung der Messeaussteller. Für den Messebau war die creatyp GmbH zuständig, für den Verkauf von Onlinetickets die MAE Systems GmbH. Aus ihrem Engagement machen die Firmen kein Geheimnis: Auf der Website zur Seitenwechsel-Messe sind die Logos der beteiligten Unternehmen aus der Zwerenz-Gruppe offen als „Service-Partner“ benannt.

    Roland Zwerenz (markiert) schaut nach den Rechten bei der Messe „Seitenwechsel“ . Quelle: Rechtsimbild

    Nach einer reinen Geschäftsbeziehung sieht das Verhältnis der Zwerenz-Gruppe sowohl zur Veranstalterin als auch zu den dargebotenen Messe-Inhalten nicht aus. Gegenüber der Berliner Zeitung gab Dagen an, sie habe „ihren Vermieter“ Roland Zwerenz in einer „weinseligen Runde“ im Sommer oder Herbst 2024 kennengelernt. Seit November 2024 arbeite man zusammen an der Umsetzung des Projekts.

    Mit einschlägig extrem rechten Veranstaltungen hat die Zwerenz-Gruppe schon in der Vergangenheit Erfahrung gemacht: Am 16. Juni 2024 feierte das rechtsaußen Portal „Tichys Einblick“ in der Messe Halle zehnjähriges Bestehen. Im Januar 2025 startete die AfD ihren Bundestagswahlkampf am selben Ort. Eine andere Location der Zwerenz-Gruppe sind die Hessenhallen in Gießen, wo sich die faschistische Junge Alternative im November 2025 zur „Generation Deutschland“ umlabelte. Entgegen eigener Aussagen hätte die Zwerenz-Gruppe die Veranstaltung in Gießen absagen können. Andere Messebetreiber taten genau das, Zwerenz wollte nicht.

    Gewinnträchtige Verbindung mit der DDV-Mediengruppe

    Dass eine Firmengruppe, die Messen veranstaltet, über ein großes Netzwerk verfügt, ist nicht überraschend. So organisiert die Zwerenz-Gruppe in Cottbus die „Impuls“, die nach eigenen Angaben größte Job- und Bildungsmesse im Land Brandenburg. Bei Klick auf die Messe-Website fällt schnell das Grußwort von SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidtke ins Auge. Pikant ist aber besonders das Netzwerk in Dresden: Über eine weitere Tochtergesellschaft, die ORTEC Messe und Kongress GmbH, ist die Zwerenz-Gruppe direkt mit der DDV-Mediengruppe verbunden. Das ist die Mediengruppe, die hinter der Sächsischen Zeitung, Tag24 und PostModern steht und zum 1. Mai 2024 von Bertelsmann und der SPD-eigenen ddvg an die Madsack-Gruppe verkauft wurde. Zwerenz-Gruppe und DDV sind beide Gesellschafter von ORTEC, 51% der Anteile hält DDV, 49% die Zwerenz-Gruppe. Die Geschäftsführung teilen sich Beate Zwerenz, ihr Sohn Peter Schreiber und Tobias Spitzhorn. ORTEC sitzt zusammen mit anderen Zwerenz-Unternehmen auf der Bertolt-Brecht-Alle 24 und organisiert die großen Messen in Dresden, darunter die Feuerwehrmesse „Florian“, die Baumesse „HAUS“ oder die Messe „KarriereStart“. Das sind durchaus gewinnträchtige Unternehmungen: 2024 schloß ORTEC mit einem Gewinn von über 1,4 Millionen Euro. 49% davon dürften in die Taschen der Familie Zwerenz fließen.

    Roland Zwerenz (markiert) ist Mitglied im Arbeitskreis „Dresdner Veranstaltungswirtschaft“ der IHK. Quelle: Facebook

    In der hießigen Industrie- und Handelskammer ist Roland Zwerenz zudem Mitglied der Vollversammlung und wählt dort zusammen mit den 69 weiteren Mitgliedern u.a. den Präsidenten und entscheidet über den Etat der Kammer. Außerdem ist er Beisitzer im Kreisvorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden, eine parteipolitische Vereinigung der CDU.

    Unternehmer für die extreme Rechte

    Das Wirken der Zwerenz-Gruppe ist bemerkenswert, aber nicht einzigartig. Schon seit einer Weile agieren eine Reihe an Unternehmer*innen als Türöffner für extrem rechte Umtriebe. In Bautzen fördert Jörg Drews von Hentschke-Bau ein extrem rechtes Netzwerk, in Görlitz ist es der Millionär Winfried Stöcker, der meint der AfD und ihrem Vorfeld zum Durchbruch verhelfen zu müssen. Mit der Zwerenz-Gruppe ist nun auch in Dresden ein wirtschaftlich relevantes Unternehmen zu finden, dass sich aktiv für die Belange neofaschistscher Akteur*innen einsetzt. Das allerdings muss nicht so bleiben: Als Messeunternehmen ist die Zwerenz-Gruppe von der Zusammenarbeit mit vielen weiteren Akteur*innen abhängig. Ob die dieses Gebahren einfach akzeptieren wollen, ist keineswegs sicher. Vielleicht triftt dann auch zu, was die Mittelstandsunion auf ihrer Website als besonderen Wert des Mittelstandes hervorhebt: die Bereitschaft zur Haftung mit eigenem Vermögen. Wie hoch die bei der Familie Zwerenz ausgeprägt ist, gilt es herauszufinden.

    #AfD #AronPielka #ConstantinMayer #DDVMediengruppe #EllenKositza #GötzKubitschek #Mittelstandsunion #RolandZwerenz #Seitenwechsel #ShlomoFinkelstein #SusanneDagen #ThomasSattelberg
  14. New #openaccess publication #SciPost #Physics

    Integrability of open boundary driven quantum circuits

    Chiara Paletta, Tomaž Prosen
    SciPost Phys. 18, 027 (2025)
    scipost.org/SciPostPhys.18.1.0

    #UL #IMFM
    #ARIS

  15. #Sparklines and #ChartDataTables are new features for spreadsheets in #CollaboraOnline. See Tomaž Vajngerl's #COOLdays presentation for the details! 📊

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    #opensource #foss #LOtech #cool_dev

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  20. New #openaccess publication #SciPost #Physics

    Ergodic behaviors in reversible 3-state cellular automata

    Rustem Sharipov, Matija Koterle, Sašo Grozdanov, Tomaž Prosen
    SciPost Phys. 20, 145 (2026)
    scipost.org/SciPostPhys.20.5.1

    #UL #EdinburghUniversity #IMFM

  21. A #Mangueira vem aí, com o enredo: 'Mestre Sacaca do Encanto Tucuju – O Guardião da Amazônia Negra', os autores: Pedro Terra, Tomaz Miranda, Joãozinho Gomes, Paulo César Feital, Herval Neto e Igor Leal. Mais um enredo afro 💖, e com os cultos de matriz africana em outras localidades do Brasil, fora do eixo sudeste - nordeste. #dianacionaldosambanacidadedosamba

  22. New #openaccess publication #SciPost #Physics

    Integrable fishnet circuits and Brownian solitons

    Žiga Krajnik, Enej Ilievski, Tomaž Prosen, Benjamin J. A. Héry, Vincent Pasquier
    SciPost Phys. 19, 027 (2025)
    scipost.org/SciPostPhys.19.1.0

    #NYU #UL #IMFM #FUBerlin #ParisSaclayUniversity #CNRS #CEASaclay #IPhT
    #SimonsFellowsSociety

  23. New #openaccess publication #SciPost #Physics

    Spectral and steady-state properties of fermionic random quadratic Liouvillians

    João Costa, Pedro Ribeiro, Andrea De Luca, Tomaž Prosen, Lucas Sá
    SciPost Phys. 15, 145 (2023)
    scipost.org/SciPostPhys.15.4.1

    #UniversityofLisbon
    #CSRC
    #LPTM
    #UniversityofLjubljana
    #ANR
    @ERC
    #FCT
    #Horizon2020 #EC
    #ARRS